Einsteigen bitte! – Der Moor-Express dreht in Bad Aibling wieder seine Runden

Der Moor-Express ist wieder normal unterwegs: Er dreht neunmal täglich – sonntags nur zweimal – seine Runde durch Bad Aibling. Baumann

Schwer gebeutelt von der Corona-Krise war der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), insbesondere der Busverkehr in der Region. Nun rollt er wieder an. Auch der beliebte Moor-Express dreht in Bad Aibling wieder seine Runden – neunmal täglich und sonntags zweimal.

Von Johann Baumann

Bad Aibling – Schwer gebeutelt von der Corona-Krise war der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), insbesondere auch der Busverkehr in der Region. Er wird – neben dem Regionalverkehr Oberbayern (RVO) – vom Busunternehmen Max Hollinger betrieben – mit den Linien 40 (Bad Aibling-Rosenheim), 44 (Kolbermoor/Großkarolinenfeld), 45 (Hohenthann/Grafing) und 46 (Tuntenhausen/Ostermünchen/Rosenheim).

Nach Lockerungen nun mehr Fahrgäste

„Wir haben während des Lockdowns den Betrieb aller vier Linien uneingeschränkt aufrechterhalten, diese wurden aber spürbar weniger genutzt“, berichtet Firmen-Chefin Claudia Hollinger.

Inzwischen würde sich das Fahrgastaufkommen zusehends normalisieren, eine gewisse Unsicherheit sei jedoch immer noch zu spüren. „Dabei bieten die Busse besonders auch in Corona-Zeiten eine gute Möglichkeit, von A nach B zu kommen“, ermuntert sie noch zögernde potenzielle Passagiere: „Der ÖPNV leistet eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.“

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Eine ganz besondere Stellung in der „Hollinger-Flotte“ nimmt der beliebte Bad Aiblinger „Moor-Express“ ein. Er dreht von Montag bis Samstag im 50-Minuten-Takt von der Therme aus neunmal täglich seine Runden durch die Kurstadt – sonntags nur zweimal. Wegen des Lockdowns war der Fahrplan ausgedünnt worden, der „City-Shuttle“ verkehrte sieben Wochen lang nur jeweils zweimal vormittags und nachmittags, samstags gar nicht. Seit dem 2. Juni ist er nun wieder „regulär“ unterwegs.

Der Re-Start ist Claudia Hollinger zufolge gut angelaufen. Viele Leute hätten sich in den vergangenen Wochen erkundigt, wann es wieder losgehe und hätten den Vollbetrieb sehnsüchtig erwartet. „Die Aiblinger sind sehr froh, dass ihr Moor-Express jetzt wieder fährt und die gewohnte Mobilität wiederhergestellt ist.“

Beim Busfahrer einsteigen

Während des eingeschränkten Fahrplans seien wegen der dadurch verlängerten Wartezeiten für die Rückfahrt deutlich weniger Fahrgäste zu verzeichnen gewesen. In dieser Zeit war der Buseinstieg nur hinten möglich. Jetzt darf wieder vorneingestiegen werden, und die Fahrgäste können auch wie gewohnt beim Busfahrer die Fahrkarten kaufen.

Weiterhin besteht natürlich Maskenpflicht, zudem wird der Bus regelmäßig desinfiziert und durchlüftet. „Die Leute können daher unbesorgt mitfahren“, betont Claudia Hollinger.

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Ein erstklassiges Zeugnis stellt Busfahrer Helmut Hopf (60) seinen Buskunden aus: „Wir hatten in den sieben Wochen zwar schon weniger Fahrgäste als vorher, aber sie haben sich vorbildlich verhalten, und jetzt sind alle wieder da“, vermeldet er.

Mit an Bord war auch die 92-jährige Gerda Krause, die in der Seniorenresidenz Ghersburg lebt. „Sie ist mein treuester Fahrgast“, erklärt „Moor-Express-Pilot“ Hopf. Die eifrige Mitfahrerin lobt ihrerseits den Busfahrer: „Er ist sehr freundlich und hilft mir immer mit meinem Rollator rein und raus.“

Bequem mit dem Bus in die City

Mindestens dreimal pro Woche nimmt die lebensfrohe Rentnerin den Busservice in Anspruch. Auch in Zeiten des verkürzten Fahrplans ist sie mitgefahren. „Die verlängerte Wartezeit durfte ich auf dem Besucherplatz einer Apotheke verbringen“, verrät sie und bekennt: „Ich bin gerne in der Stadt unterwegs, gehe ein bisschen bummeln und fahre dann wieder heim.“

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