VHS FELDKIRCHEN-WESTERHAM

Einruckeln im Traumjob

Das Motto auf dem Schreibtisch – immer lächeln – passt zur selbsterklärten „rheinischen Frohnatur“ Sonja Harig. In der „närrischen Zeit“ ist sie jedoch nicht an ihrem Arbeitsplatz anzutreffen: „Ich verschwinde jedes Jahr nach Köln in den Karneval.“  Bernard
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Das Motto auf dem Schreibtisch – immer lächeln – passt zur selbsterklärten „rheinischen Frohnatur“ Sonja Harig. In der „närrischen Zeit“ ist sie jedoch nicht an ihrem Arbeitsplatz anzutreffen: „Ich verschwinde jedes Jahr nach Köln in den Karneval.“ Bernard

Noch läuft nicht alles vollkommen geschmeidig in der Volkshochschule Feldkirchen-Westerham – aber das wird besser, ist Sonja Harig überzeugt. Sie hat die gemeindliche Einrichtung von Dr. Ernst Georg Nied übernommen, der in Ruhestand gegangen war (wir berichteten). Am 19. Februar beginnt nun Harigs erstes Semester in ihrem „Traumjob“.

Feldkirchen-Westerham – Und das bedeutete im Vorfeld: das Programm zusammenstellen, das Kursheft entwickeln, Schilder an Türen heften, Dozenten mit Kurslisten und Schlüsseln versorgen, Anmeldungen bearbeiten – und sich gleichzeitig eingewöhnen. Unvorbereitet hat die 54-Jährige ihre neue Aufgabe aber nicht angetreten. Bereits seit vier Jahren hatte sie Dr. Nied bei der Verwaltung der VHS unterstützt und im vergangenen Jahr immer mehr Leitungstätigkeiten übernommen. Auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter der gemeindlichen Institution sowie die „Rathausmannschaft“ kennt sie.

Allerdings: Das Mehr an Eigenverantwortung sei spürbar, sagt Harig. Manchmal sei sie etwas unruhig gewesen: „Habe ich an alles gedacht?“ Davor, zum ersten Mal Anträge für Fördergeld zu stellen, sei ihr ein wenig bange, gibt sie zu. Auch technisch musste einiges umgestellt werden. „Die Kollegin aus Bad Aibling hat mir zum Start gesagt: Immer, wenn man in einen neuen Lebensabschnitt schaltet, ruckelt es“, erzählt Harig. „Gerade ruckelt es noch, aber die Arbeit ist sehr schön.“

Die gebürtige Rheinländerin ist dem Konzept „Volkshochschule“ seit Jahrzehnten verbunden. Schon in ihrer Jugend in Köln habe sie Kurse besucht, erzählt Harig. Als sie mit ihrem Mann vor über 20 Jahren aus beruflichen Gründen in die Gemeinde zog, „war mein erster Gang zur VHS“. In Säuglingskursen und anderen Lehrgängen knüpfte die neu Zugezogene Kontakte und fand erste Freunde in der Gemeinde.

Inzwischen ist Harig in vielen Vereinen eingebunden. Die Klarinettistin ist Vorsitzende des Fördervereins der Musikschule und Beirätin im Ortsverschönerungsverein Westerham. Ihrer Leidenschaft für das Schauspiel geht sie im „Kleinen Theater“ der VHS und dem Stadltheater Heufeld nach. Sogar auf die Bühne des Trachtenvereins Westerham hat Harig es schon geschafft – vielleicht gerade, weil man ihre Herkunft im Gespräch noch gut hört. „Sie brauchten eine Vertriebene“, schildert die 54-Jährige schmunzelnd. „Ich war dann eben nicht aus Schlesien, sondern aus dem Rheinland.“

Als die beiden Kinder größer wurden – inzwischen sind sie 19 und 22 Jahre alt – arbeitete die Versicherungskauffrau und Kommunikationswirtin zunächst an drei Vormittagen in der Woche in einem Versicherungsbüro, bis sie auf eine Anzeige für die VHS-Verwaltungsstelle aufmerksam wurde.

Auf dieser unterstützt nun Silvia van Munster Sonja Harig. Sie betreut seit September Verwaltung, Buchhaltung, Abrechnungen und Honorare, während sich Harig um Planung, Homepage oder auch die Rubrik „Aktuelles“ auf der Internetseite der Gemeinde kümmert. Weitere Unterstützung für die beiden 30-Stunden-Kräfte – vor allem bei Veranstaltungen – kommt vom fünfköpfigen Ehrenamtsteam. Diesem hat sich inzwischen auch Dr. Nied angeschlossen. Er wird in der nächsten Zeit noch die Übergabe mit Harig abschließen.

Die neue Leiterin hat sich einiges vorgenommen. Der Organisationsaufwand soll sinken, dafür möchte sie sich mehr im VHS-Verband engagieren. Der Austausch mit anderen Einrichtungen sei wichtig, findet sie. Dadurch könne man zum Beispiel gute Herangehensweisen übernehmen: „Man muss das Rad nicht jedes Mal neu erfinden.“ Trotzdem freut sich Harig besonders darauf, neue Konzepte und Kurse zu entwickeln. „Es ist befriedigend, wenn man feststellt, dass etwas gut angenommen wird“, findet sie. Es soll ruhig etwas los sein in der VHS.

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