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Gemeinderat Fischbachau entscheidet sich für neues Tourismusangebot

„Eine einmalige Chance“: Erstes Ja zum Schaustollen Deisenried – Wie reagiert Bad Feilnbach?

Auf der Zielgeraden: Die Fischbachauer Gemeinderäte haben für den Bau des Schaustollen gestimmt. Nun hängt alles an ihren Kollegen aus Bad Feilnbach: Votieren auch sie für das Projekt, wird es umgesetzt.
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Auf der Zielgeraden: Die Fischbachauer Gemeinderäte haben für den Bau des Schaustollen gestimmt. Nun hängt alles an ihren Kollegen aus Bad Feilnbach: Votieren auch sie für das Projekt, wird es umgesetzt.
  • Christian Masengarb
    VonChristian Masengarb
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Das Schaubergwerk im Deisenrieder Wetterstollen wird gebaut, zumindest wenn es nach dem Willen der Gemeinderäte von Fischbachau geht. Das letzte Wort aber haben die Gemeinderäte aus Bad Feilnbach. Sie entscheiden am 2. Juni, ob das Gemeinschaftsprojekt umgesetzt wird oder nicht.

Fischbachau – Die gute Nachricht zum Schaustollen Deisenried überbrachte Fischbachaus Bürgermeister Stefan Deingruber (CSU) den Gemeinderäten gleich zu Beginn der entscheidenden Debatte über die Zukunft des Projekts: Die Kosten dürften für Fischbachau trotz Inflation nicht wie zuletzt befürchtet auf rund 400 000 Euro steigen.

Anteil liegt jetzt bei 250 000 Euro

Die Gemeinde erwarte nun eher 250 000 Euro an Kosten, also den Mittelweg zwischen ursprünglichem Angebot (knapp 140 000 Euro) und Höchstwert. Deingruber. „Diesen Betrag ist es wert, unsere Bergbaugeschichte nicht einfach wegzuwischen.“ Das sahen nicht alle so: Einigen Gemeinderäten war der Schaustollen weiter zu teuer.

Wie berichtet, verfolgt Fischbachau den Schaustollen seit über 15 Jahren. Weil die Kosten der Sicherungsarbeiten gegenüber dem ursprünglichen Angebot von vor drei Jahren um 90 Prozent hochgeschnellt waren, fürchteten die Gemeinderäte im April, der Gesamtpreis könne ähnlich steigen. Dann hätten Fischbachau und die Nachbargemeinde Bad Feilnbach sich die Differenz aus Investitionsgesamtsumme und der auf 400 000 Euro gedeckelten Leader-Förderung teilen und deutlich mehr zahlen müssen.

Diese Befürchtung habe Planer Andreas Koop beim Ortstermin Mitte Mai entkräftet, sagte Deingruber nun. Für die Innenausstattung und Außenanlagen rechne Koop auf Basis ähnlicher Projekte nur mit rund 20 Prozent Teuerung, weil beide weniger Rohstoffe verschlingen als die Sicherung. Das senkt die erwarteten Kosten für Fischbachau auf die genannten rund 250 000 Euro.

Die Gemeinderäte mussten nun entscheiden, ob der Schaustollen dieses Geld wert ist. Deingruber warnte vor der Entscheidung: „Wenn wir den Antrag heute ablehnen, ist das Projekt gestorben.“ Der Grund: Die ablaufenden Fristen für das Sicherungsangebot (Ende Mai) und Förderung (Ende 2024) verhindern bekanntlich weitere Pausen bei der Entwicklung.

Deingruber warb noch einmal für den Schaustollen. Obwohl er anfangs skeptisch gewesen sei, habe ihm die Idee umso besser gefallen, je mehr er sich mit Geschichte und Planung beschäftigt habe: „Es ist eine einmalige Chance, ein kulturelles Erbe zu bewahren, das wir bewahren sollten.“ Davon profitierten Einheimischen wie Touristen.

Ähnlich äußerten sich Geschäftsleiter Johann Neundlinger: „Die Unterhaltskosten sind minimal.“ Kulturreferent Michael Gartmaier (CSU) betonte: „Wir sollten diese Vision unseren Enkeln zugänglich machen.“ Bernhard Kafl (FWG) unterstrich: „Für ein Projekt, das so viel anschafft, sind 250 000 Euro sinnvoll investiertes Geld.“

Geschlossen gegen den Wetterstollen stimmten Grüne und FaB. Thomas Kantenseder (FaB) sagte, die Gemeinde müsse sich wegen der angespannten Finanzlage auf das Nötigste beschränken. Das Schaubergwerk gehöre nicht dazu.

Das letzte Wort haben die Feilnbacher Räte

Korbinian Wolf (Grüne) nannte den Einsatz des Barbaravereins „der Wahnsinn“. Angesichts nahender teuere Pflichtaufgaben komme das Projekt aber zu einem „saublöden Zeitpunkt“.

Mit den Stimmen von CSU und FWG beschloss der Fischbachauer Gemeinderat, den Schaustollen Deisenried zu bauen.

Nun liegt das letzte Wort bei den Bad Feilnbacher Gemeinderäten. Stimmen sie auf ihrer Sitzung am Donnerstag, 2. Juni, ebenfalls für den Wetterstollen, laufen demnächst die Sicherungsarbeiten an.

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