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Zu schade für die Mülltonne

Eine „Tauschecke“ für den Bad Aiblinger Wertstoffhof?

Wertstoff-Mitarbeiter Michael Antretter wirft Styroporabfall in den Presscontainer.Verkaufsverpackungen werden seit 1. Januar nicht mehr getrennt gesammelt, sondern dürfen gemischt entsorgt werden.
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Wertstoff-Mitarbeiter Michael Antretter wirft Styroporabfall in den Presscontainer.Verkaufsverpackungen werden seit 1. Januar nicht mehr getrennt gesammelt, sondern dürfen gemischt entsorgt werden.
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
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Neuerungen in puncto Entsorgung des Verpackungsmülls gibt es im Landkreis Rosenheim seit 1. Januar. Seither werden Becher, Folien, Tetrapaks und Weißblech gemeinsam in einer Tüte gesammelt und dann zum Wertstoffhof gebracht. Deshalb gibt es jetzt mehr Platz auf dem Wertstoffhof

Bad Aibling – Diesen Platz will Martina Thalmayr (Grüne) nutzen: In der letzten Stadtratssitzung schlug sie vor, eine Tauschecke am Wertstoffhof auf den Weg zu bringen. Wie sie sich das vorstellt und welche Vorteile die Bad Aiblinger hätten, verrät sie im Interview.

Frau Thalmayr, Sie haben jetzt eine „Tausch-Wertstoffecke“ am Wertstoffhof vorgeschlagen. Was meinen Sie damit?

Martina Thalmayr: Ich denke jeder kennt das: Man entsorgt Dinge am Wertstoffhof, für die man keine Verwendung mehr hat – aber eigentlich ist es „schade drum“. Ganz oft findet sich jemand, der Verwendung hätte. Ich stelle mir eine gekennzeichnete Ecke im Wertstoffhof vor – in der man alte, aber noch gut brauchbare Geräte, Kleinmöbel oder ähnliches abstellen oder eben auch mitnehmen kann.

Haben Sie so ein Projekt irgendwo anders kennengelernt?

Thalmayr: Nicht wirklich, nur davon gehört. Wenn „Tauschaktionen“ bisher am Wertstoffhof stattfinden, dann nur spontan, zwischen den Leuten statt.

Welchen Mehrwert haben die Bad Aiblinger?

Thalmayr: Auf der Hand liegt natürlich die Müllvermeidung. Je länger Gegenstände genutzt werden können, um so besser. Und was der eine nicht mehr brauchen kann, ist für den anderen vielleicht ein wahres „Schätzchen“. Aus meiner Sicht wäre das eine Win-Win-Situation.

Martina Thalmayr

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Was ist das Ziel dieser Aktion?

Thalmayr: Wir haben auf dem Wertstoffhof durch das Wegfallen vieler Container eine Menge Platz gewonnen. Den können wir doch sinnvoll nutzen und versuchen, Wertstoffe in Form von ausrangierten Dingen einer neuen Nutzung zuzuführen, anstatt sie einfach zu entsorgen. Das ist ein direkter Beitrag zur Müllvermeidung.

Der Bürgermeister sagte, das sei rechtlich nicht so einfach. Könnten Sie sich das auch an einem anderen Ort vorstellen?

Thalmayr: Grundsätzlich schon – aber so ein offener „Tauschplatz“ muss ja doch auch unter Beobachtung stehen und einer gewissen Kontrolle unterliegen. Ansonsten sehe ich schon die Gefahr, dass es eine Mülldeponie werden könnte. Deshalb ist der Wertstoffhof mit seinen geschulten und engagierten Mitarbeitern aus meiner Sicht ideal.

Wie stellen Sie sich denn so ein Tauschsystem vor?

Thalmayr: Es könnte ein Bereich mit „Boxen“ oder Regalen aufgebaut werden mit verschiedenen Bereichen, zum Beispiel für Haushaltsgeräte, Möbel, Textilien, Blumentöpfe und Keramik. Eine sinnvolle Sortierung würde sich, denke ich, schnell ergeben. Man muss sich dann natürlich auch noch ein System einfallen lassen, wie und wann dann „Ladenhüter“ am Ende doch noch entsorgt werden.

Könnte so etwas schnell umgesetzt werden?

Thalmayr: Ich denke schon – wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

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Sie hatten das schon einmal vorgeschlagen, aber damals wurde es nicht ungesetzt. Warum nicht?

Thalmayr: Es hieß damals, dass kein Platz da sei – und man hätte da ganz schlechte Erfahrung gemacht, weil das alles schnell ‚verramscht‘. So richtig überzeugend waren die Bedenken seitens der damaligen Mitarbeiter nicht wirklich. Richtig ist aber, dass es ein Elektro- und Elektronikgesetz gibt, das vorschreibt, dass Altgeräte aus privaten Haushalten einer „getrennten Erfassung zuzuführen“ sind und das nur bei öffentlich-rechtlichen Entsorgern.

Also ist das gar nicht möglich?

Thalmayr: Allerdings ist eine Entsorgung außerhalb dieser abfallrechtlichen Regelung möglich: Wenn man deutlich macht, dass ein Gerät ausdrücklich kein Abfall, sondern zur Weitergabe an Dritte zur Wiederverwendung gedacht ist, Wenn das Gerät auch gesondert gelagert wird, dann gilt die genannte Vorschrift nicht. Und diese Regelung bezieht sich sowieso nur auf Elektrogeräte. Die Wertstoff „Tauschecke“ bräuchte also auch ein einladende Beschilderung – vielleicht eignet sich ein ausrangiertes Verkehrsschild zur entsprechenden Umbeschriftung.

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