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Explodierende Preise

„Katastrophe für Privathaushalte und Gewerbe“: Stadtwerke Bad Aibling zur Energiekrise

Raumtemperatur runter, wenn die Energiepreise rauf gehen: Auch der Leiter der Stadtwerke Bad Aibling, Stefan Barber, empfiehlt, Strom- und Gasverbrauch überall dort einzusparen, wo es dem Einzelnen möglich ist.
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Raumtemperatur runter, wenn die Energiepreise rauf gehen: Auch der Leiter der Stadtwerke Bad Aibling, Stefan Barber, empfiehlt, Strom- und Gasverbrauch überall dort einzusparen, wo es dem Einzelnen möglich ist.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Was auf Strom- und Gasverbraucher zukommt, wenn die Politik nicht eingreift, bezeichnet der Leiter der Stadtwerke Bad Aibling, Stefan Barber, als „Katastrophe für Privathaushalte und Gewerbe“. Mit ihm werfen wir einen Blick auf die Auswirkungen der Energiekrise, steigende Preise und das Thema Blackout.

Bad Aibling – Als eine „Notfallsituation für unser Land“ bezeichnet der Leiter der Stadtwerke Bad Aibling, Stefan Barber, die Entwicklung auf dem Energiepreissektor. „Weder Privathaushalte noch Gewerbe können dauerhaft mit derart hohen Strom- und Gaspreisen leben.“ Alle Verbraucher müssten mit deutlichen Mehrkosten rechnen. „Das bedeutet übersetzt für das Jahr 2023 mindestens 50 Prozent mehr. Eigentlich eine Katastrophe für viele Privathaushalte, aber auch für Gewerbebetriebe.“

Diejenigen, die beispielsweise Ende 2021/Anfang 2022 einen längeren Gas-Vertrag abschließen konnten, hätten Glück gehabt. Bei wem jedoch der Vertrag Ende dieses Jahres ausläuft, den treffe es hart. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) geht laut Barber deshalb von Forderungsausfällen (Kunde kann nicht zahlen) zwischen zehn und 15 Prozent aus: „Eine dramatische Steigerung. Normalerweise liegt der Wert bei etwa 0,5 Prozent.“ Zusätzlich zu den hohen Preisen erschwere auch die Gefahr einer Versorgungsunterbrechung oder eines Blackouts die Situation.

Energieversorgung für Bad Aibling sicher

Mit Ausnahme der überregionalen Blackoutgefahr sei die Energieversorgung für Bad Aibling sicher, betont Barber. Wichtig sei daneben aber, alle Maßnahmen zur Energieeinsparung konsequent zu nutzen. Mit am einfachsten sei es hier, Außenbeleuchtungen oder beleuchtete Werbeanlagen abzuschalten – „auch wenn das singulär betrachtet nicht viel Energie spart“. Barber empfiehlt für Privathaushalte, die Lufttemperatur in Innenräumen etwas niedriger einzustellen und gerade die Geräte der Unterhaltungselektronik mit einem kritischen Blick zu überprüfen. Oft entdecke man doch das ein oder andere Gerät, das bei Nichtgebrauch abgeschaltet oder abgesteckt werden könne. „Etwas geht immer. Die Summe der Dinge hilft uns vielleicht, gut und störungsfrei über den Winter zu kommen“, so Barber.

Von wegen Licht am Ende des Tunnels

„Einfach war vor 2020“, blickt der Stadtwerkechef zurück. „Nach der Pandemie mit der langen Thermenschließung und der Energiepreissteigerung 2021 dachte jeder von uns an das helle Licht am Ende des Tunnels, als im Januar 2022 Energiepreise leicht sanken. Dann kam der 24. Februar (Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine) und mit ihm die Sorgen und Schwierigkeiten, nicht nur wegen der Energiepreise.“ Und doch stünden die größten Probleme noch bevor: „Sowohl der Strom- als auch der Gasmarkt benötigt ein deutlich höheres Angebot an verfügbaren Mengen. Nur damit werden sich dauerhaft die Preise stabilisieren.“

Zunächst komme es auch auf den Winter an: Sobald es richtig kalt werde und die Gasspeicherentnahme über ein bestimmtes Niveau steige, werde der Preis noch höher. Hier müssten dann die Bundesnetzagentur und die Bundesregierung einschreiten. „Auch Bad Aibling ist darauf angewiesen, dass die große Politik jetzt entschlossen und deutlich reagiert. Wir warten alle auf die dringend notwendige und vor allem schnelle Energiepreisbremse, damit Verbraucher und Unternehmen wieder aufatmen können.“ Das Bemühen aller Beteiligten sei groß, auch die Stadtwerke wollten für die Bürger Strom so günstig wie möglich zum Verkauf bereitstellen.

„Horrende Preise für Strom und Gas“

Teilmengen an Strom und Gas müssten die Versorger jedoch jetzt zu horrenden Preisen zukaufen: „Je länger das anhält, umso schwieriger wird auch unsere finanzielle Situation, denn diese Kosten können wir nur deutlich zeitverzögert an unsere Kunden weitergeben.“

So hätten sich die Kosten für die Abnehmer nach ursprünglichen Schätzungen der Stadtwerke ohne die anstehende Energiepreisbremse entwickelt. „Wobei wir von den Höchstständen wieder etwas abgerückt sind. Daher ist zu erwarten, dass sich bis 2023 noch etwas an den Preisen zugunsten der Abnehmer ändert“, sagt Stadtwerkeleiter Stefan Barber.

Hier sei nun die Politik gefordert, durch geeignete Maßnahmen wie zum Beispiel einer Änderung der Preisbildung beim Strompreis (Merit-Order-Prinzip) oder an der schnellen Fertigstellung der Flüssiggasterminals „an den extrem hohen Energiepreisen schnell etwas zu ändern“.

Stadtwerkechef zum Thema Blackout

Das Thema „drohender Blackout“ zieht mittlerweile weite Kreise und sorgt mancherorts für große Aufregung.

Wie sieht der Leiter der Stadtwerke Bad Aibling, Stefan Barber, die Situation? „Es ist richtig, für den eher unwahrscheinlichen Fall eines Blackouts vorbereitet zu sein. Da aber auch kürzere und regionale Stromausfälle vorkommen können, beruhigt ein gewisser Grundvorrat an haltbaren Lebensmitteln oder Getränken ungemein.

Die Gefahr eines Blackouts ist durch das Abschalten von starken Kohle- oder Atomkraftwerken zweifelsfrei größer geworden, trotzdem sehen wir gerade als Verteilnetzbetreiber, welcher Aufwand derzeit in Sicherungsmaßnahmen des Stromverbundnetzes investiert wird. Deshalb denke ich, dass wir in Deutschland grundsätzlich gut vorbereitet sind, um auch diesen, von Seiten des Energieangebotes schwierigen Winter, ohne Blackout zu überstehen.“

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