„Eine enge Kiste“ – Kommentar zur Bürgermeisterwahl in Bad Aibling

Das war eng und wird wohl auch bei der Stichwahl eng werden, so die Meinung unserer Kollegin Eva Lagler zum Kopf-an-Kopf-Rennen der Kandidaten von CSU und Grünen.

Stephan Schlier und Martina Thalmayr machen den Kampf um das Bürgermeisteramt in Bad Aibling unter sich aus. Das war angesichts des engagierten Wahlkampfs und der geschickten Umsetzung ihrer Schwerpunktthemen absehbar. Und nach dem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen gestern Abend ist es wahrscheinlich, dass es bei der Stichwahl ähnlich aussehen wird. In den kommenden zwei Wochen wird es entscheidend sein, wie man die Wähler in Zeiten von Corona ohne die herkömmlichen öffentlichen Wahlveranstaltungen erreicht – und wem dies besser gelingt. Dass sie Online-Wahlwerbung können, haben beide Kandidaten bewiesen. Vor allem Martina Thalmayr ist hier innovative Wege gegangen und hat „Grün“ zu einer starken Marke in Bad Aibling geführt. Dass sich in Zeiten immer weiter bröckelnder Dominanz von „Schwarz“ ein klarer Kurs der CSU-geführten bayerischen Staatsregierung in der nun fast alles beherrschenden Coronakrise auf das Wahlverhalten auf kommunaler Ebene auswirken kann, ist indes auch nicht unwahrscheinlich. Ein Selbstläufer wird die Stichwahl für keinen von beiden. Als Kandidat der CSU, die zuletzt 18 Jahre lang den Bürgermeister in Bad Aibling stellte, hat Schlier auf jeden Fall viel zu verlieren. Seine Gegenkandidatin indes wäre die erste Frau auf dem Bad Aiblinger Chefsessel – und das für eine Partei, die auch ihre Sitze im Stadtrat mehr als verdoppeln konnte.

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