Eine Bremse für grüne DNA

Das Schmieden von Bündnissen, die Suche nach Mehrheiten, taktisches Geplänkel und Absprachen: normale Vorgänge in der Kommunalpolitik, wenn es um Postenvergaben und Ausschussbesetzungen geht.

Dass CSU, Parteiunabhängige und Bayernpartei jetzt den Schulterschluss suchen, ist auch ein Bekenntnis zur Fortsetzung einer von Augenmaß geprägten Sachpolitik. Ihre Befürchtung, dass sich in der DNA der erstarkten Grünen-Fraktion hierfür nicht ausreichend Substanz findet und sie zu viel Freiraum für Unnötiges und Fantasterei zulässt, ist groß. Nicht ganz unbegründet, wie die Forderung der Ökopartei nach einem Referenten für Demokratie zeigt.

Der gescheiterte ÜWG-Bürgermeisterkandidat Rudi Gebhart muss einen beachtlichen Spagat hinlegen, wenn das angestrebte Bündnis tragfähig sein soll. Nicht nur seine beiden Mitstreiter in der Fraktion verstehen bis heute nicht, warum er sich in der Stichwahl für eine grüne Bürgermeisterin ausgesprochen hat und auf Konfrontation zur CSU ging.

Wenn er jetzt nicht seine parteiinterne Rivalin Kirsten Hieble-Fritz bedingungslos unterstützt und zudem einen Christsozialen für das Amt des Bürgermeister-Stellvertreters mitträgt, riskiert er die Spaltung seiner Fraktion. Ein langer Schatten, über den er springen muss. Solitär im Stadtrat zu sein: Dieser Preis ist vermutlich aber auch Gebhart zu hoch, um beim Besetzungspoker nochmals in eine andere Richtung zu blinken wie seine beiden Mitstreiter in der Fraktion. Videokonferenzen hin oder her.

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