Bruckmühl trauert um Sportheim-Wirtin: Angie Müller verstorben

Angie Müller bei der Gutschein-Ausgabe während der Corona-Beschränkungen.
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Angie Müller bei der Gutschein-Ausgabe während der Corona-Beschränkungen.
  • vonThorsten Neuwirth
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Die Trauer in Bruckmühl ist groß. Im Alter von nur 69 Jahren verstarb Angie Müller. Als Sportheim-Wirtin mit Leib und Seele wird sie nicht nur dem SVB unvergessen bleiben.

Bruckmühl– „Weilst a Herz hast wia a Bergwerk, weilst a Wahnsinn bis für mi, steh‘ i auf Di“, mit dieser Liedzeile aus dem Song-Klassiker von Reinhard Fendrich lässt sich am besten das enge Verhältnis der großen Fan- und Sportgemeinde des SV Bruckmühl zu „ihrer“ Sportheim-Wirtin „Angie“ beschreiben.

Doch nicht nur für sie, sondern auch für eine Vielzahl von Gästen aus nah und fern war Angie Müller fast fünf Jahrzehnte lang der Inbegriff einer Gastwirtin, einer Gastgeberin.

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Bruckmühl verliert mit Angie Müller ein Original

Mit ihr verlor die Marktgemeinde Bruckmühl im Alter von nur 69 Jahren viel zu früh einen besonderen Menschen, ein „Original“, ein Stück Gaststätten-Geschichte. Angie Müller war nicht nur die angesehene, allseits beliebte Sportheim-Chefin, sondern für viele auch eine Freundin für alle Lebenslagen, eine zuhörende Gesprächspartnerin in „verzwickten“ Lebenssituationen oder auch abwägende Ratgeberin, wenn es bei dem einen oder anderen nicht so „geradeaus“ lief.

Die Traueranzeigen für Angie Müller finden Sie hier.

Für alle war sie aber eines: ein Mensch zum Gernhaben, offen, zuverlässig, authentisch, gradlinig. Ihr großes „Bergwerk-Herz“ schlug vor allem auch für die Kinder. Wenn „Not an der Mama oder am Papa war“, ließ sie alles stehen und liegen und schlüpfte sofort in die „Babysitter- oder Aufpasser-Rolle“. Dies führte nicht selten dazu, dass die „kleinen Racker“ lieber bei „ihrer Sportheim-Angie“ geblieben wären als nach Hause zu fahren. Auch fand sich für die kleinen Gäste fast immer in der großen Kühltruhe zwischen Schenke und Küche „rein zufällig“ noch ein „Steckerl-Eis“ für den Nachhauseweg.

Spielen in Gesellschaft als große Leidenschaft

Bei den Älteren war demgegenüber ihr rechtes Handgelenk gefürchtet. Mit großer Regelmäßigkeit brachte sie beim „Chicago-Würfeln“ am „legendären“ Stehtisch neben der Schenke vor allem die Hand- und Fußballer zur späteren Stunde mit ihren „drei Einsern“ zur Verzweiflung. Gleiches galt auch für die Spielpartnerinnen und -partner beim „Kniffeln“.

Ähnlich berühmt-berüchtigt waren ihre schier endlosen Glückssträhnen beim Rommé-Karten-Spiel. Nach geheimen „Insider-Informationen“ war die Bereitschaft zum Kartenspielen sogar eine wichtige Grundvoraussetzung für eine Anstellung als Bedienung. Zu diesen Mädels pflegte sie ein ganz besonderes Verhältnis und aus den meist langjährigen Arbeitsverhältnissen entstanden Freundschaften.

Von der Feinkostverkäuferin zur Sportheim-Wirtin

Am 8. Dezember 1950 erblickte „Angie“ in Feldkirchen-Westerham dass Licht der Welt. Nach der Vagener Schulzeit und der Ausbildung zur Feinkostverkäuferin folgte sie 1971 ihrer Gasthaus-Leidenschaft ins „fränkische Ausland“. Dort lernte sie als Servicekraft in einem angesehenen Gasthaus ihren „Arno“ kennen. Am 8. September 1973 läuteten in Neustadt an der Aisch die Hochzeitsglocken. Kurze Zeit später machte Sohn Christian das glückliche „Müller-Trio“ komplett.

Im Dezember 1974 folgte die junge Familie dem Lockruf des SV Bruckmühl ins Mangfall-Tal und übernahm als Pächter das legendäre SVB-Sportheim auf dem alten Areal an der Mangfall. Im Sommer 1989 folgte dann der Umzug in die „neue und große Sportheim-Gaststätte“ am südlichen Gemeindeende. Spätestens jetzt wurde ihre Liebe zur Gastronomie zum „ultimativen“ Fulltime- und Teamplayer-Job.

Untrennbare Einheit mit dem Sportheim

Während Ehemann Arno als „fränkischer Chefkoch“ glänzte und Sohn Christian an der Schenke wirbelte, übernahm „Angie“ den Part der „Vollblut-Frontfrau“. Damit war eine Sechs-Tage-Woche mit bis zu 80 Arbeitsstunden verbunden. Urlaub war nur zu den jährlichen Volksfestzeiten Anfang/Mitte Juli im italienischen Caorle oder in der Winterzeit für ein paar Tage auf den kanarischen Inseln möglich.

2014 wurden „Angie“ und ihre beiden Männer mit einem Festakt und 150 geladenen Gästen für ihr 40-jähriges Pächter-Jubiläum geehrt und gefeiert. Fazit: Das SVB-Sportheim war „Angie“ mit Arno und Christian – „Angie“ war mit Arno und Christian das SVB-Sportheim.

Ihre persönlichen Markenzeichen, die Rommé-Karten, die Würfelbecher, die weiße Kittelschürze und ihre geliebten „Schlappen“, bleiben sicherlich unvergesslich. Torsten Neuwirth

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