MARKTGEMEINDERAT BEWILLIGT BEBAUUNGSPLAN

Ein Blick in die Zukunft: Das neue Wolldecken-Quartier in Bruckmühl

Ein Blick in die Zukunft: So könnte das moderne Wolldecken-Quartier in 20 Jahren aussehen. Rechts ist das Gebäude mit dem alten Turm, links im Bild die Gebäude 25 bis 29, wo derzeit die Verwaltung untergebracht ist.
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Ein Blick in die Zukunft: So könnte das moderne Wolldecken-Quartier in 20 Jahren aussehen. Rechts ist das Gebäude mit dem alten Turm, links im Bild die Gebäude 25 bis 29, wo derzeit die Verwaltung untergebracht ist.
  • Kathrin Gerlach
    vonKathrin Gerlach
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Der Marktgemeinderat hat die Transformation der ehemaligen Wolldeckenfabrik auf den Weg gebracht. Mit 22:3 Stimmen wurden die Änderungen des Flächennutzungsplanes, der vorhabenbezogene Bebauungsplan und die Entwurfsplanungen bewilligt. Nun beginnt die Auslegungsphase mit Beteiligung der Öffentlichkeit.

Bruckmühl – Die Investoren von „Werndl & Partner“ haben ihre Visionen für die Entwicklung der Wolldeckenfabrik in Heufeldmühle in konkrete Pläne gefasst und auf 400 Seiten erläutert. Bauamtsleiter Konrad Kremser stellte den Marktgemeinderäten den aktuellen Stand vor.

Gutachten wurden schon eingearbeitet

Seit der ersten Präsentation der Ideen für ein lebendiges Quartier aus Wohnen, Arbeiten und Einkaufen im Oktober 2019 wurden die Ergebnisse aus Gutachten für Artenschutz, Schallschutz Verkehr, Boden und Einzelhandelsverträglichkeit eingearbeitet. Zudem wurde das Planungsgebiet angepasst, da im angrenzenden Bereich des Heinzler Maschinenbaus keine Wohnbebauung mehr vorgesehen ist, sondern Gewerbeentwicklung.

Was hat sich geändert? Die Gestaltung nördlich des Triftbaches soll in Form eines Dreiseithofes erfolgen. Wenn langfristige Mietverträge ausgelaufen sind und den Mietern neue Räume im Quartier angeboten wurden, soll das Zwischengebäude, in dem heute noch Bäcker, Schreibwarenhandel und Apotheke untergebracht sind, weichen.

Mehr Platz für Fußgänger und Parkplätze

Dadurch wird der Innenhof aufgeweitet und das u-förmige Ensemble bis zu den Gebäuden BWB 25 bis 29 gezogen. Dort ist derzeit die Verwaltung untergebracht. Zudem wird es möglich, die Straße von den künftigen Wohngebäuden in diesem Bereich etwa fünf Meter nach Norden abzurücken und sicherer zu gestalten. Vor den Häusern entstehen 1,50 Meter breite Gehwege sowie Bereiche für Längs- und Querparker.

Auch für den Triftbach wurde ein Schallschutzgutachten angefertigt, damit Wohnen am Wasser nicht zur Belastung, sondern zum Genuss wird.

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Für die „Beruhigung“ des Triftbaches wird ein Schallschutz gebraucht. Im Bereich des E-Werkes wird der Bach „gedeckelt“, wodurch ein zusätzlicher Fußgängerüberweg entsteht. Entlang der alten Fabrikgebäude oberhalb des Kraftwerkes soll er in eingeschossiger Höhe mit Vordächern überbaut werden, wodurch Galeriegeschosse entstehen – die künftigen Terrassen der Bewohner.

Turm bekommt zwei Pendants

Am markanten 25 Meter hohen Turm der Wolldeckenfabrik richtet sich auch die künftige Bebauung aus. Ein achtgeschossiges und 24 Meter hohes kubusförmiges Punkthaus als Pendant zum Turm ist perspektivisch am Ende der Gebäudezeile 25 bis 29 geplant. Zwischenzeitlich entsteht an der Stelle aber erst einmal eine Rampe für das dort angesiedelte Gewerbe.

Neuer Kindergarten entsteht

Der südliche, bislang unbebaute Bereich soll über die neue Triftbachbrücke erschlossen werden. Hier sind sechs vier- bis siebengeschossige Punkthäuser geplant. Im Erdgeschoss des höchsten Gebäudes – das architektonisch wieder als Gegenüber des altes Turmes gedacht ist – wird künftig eine zweigruppige Kindertagesstätte ihr Domizil finden.

Der alte Turm soll im Areal drei etwas kleinere Pendants bekommen.

„Eine großartige Leistung“, lobte Bürgermeister Richard Richter die Planer und das gemeindliche Bauamt für die intensive Arbeit der vergangenen Monate, die umfassenden Vorplanungen und die perfekte Vorbereitung der Öffentlichkeitsbeteiligung. Der Rat stimmte der Planung mit 22:3 Stimmen zu.

Was in den nächsten 20 Jahren entstehen kann

• Etwa 140 Wohnungen, zahlreiche Parkplätze, ein Kindergarten, Grünanlagen, Supermarkt und ein Kreisverkehr sollen auf dem Gelände der Wolldeckenfabrik in Heufeld entstehen.

• Die Investoren von Werndl & Partner werden das Quartier in den nächsten 20 Jahren etappenweise umgestalten und hier weitaus mehr als 50 Millionen Euro investieren.

• Die erste Erschließungsmaßnahme ist ein Kreisverkehr an Heufelder- und Gottlob-Weiler-Straße, der das Aufkommen von täglich 7000 Fahrzeugen regulieren, Fußgängerüberwege schaffen und die Einfahrt ins Quartier beruhigen soll.

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• Im zweiten Schritt – über die genaue Reihenfolge wird letztlich die Marktgemeinde entscheiden – entstehen südlich des Triftbachs sechs Punkthäuser mit etwa 80 Wohnungen – 30 Prozent davon mit einkommensorientierter Förderung (EOF).

• Einzelhandel, Gewerbe und medizinische Versorgung bleiben im u-förmigen Zentralgebäude der Wolldeckenfabrik.

• Der Discounter soll vergrößert werden. Perspektivisch – in 15 bis 20 Jahren – weicht das alte Gebäude einem Neubau mit Discounter, Parken und Wohnen auf dem Dach. Hier entstehen zwölf Dachhäuser – eingebettet in viel Grün. Der Neubau wird so platziert, dass er mit der Wolldeckenfabrik ein geschlossenes Ensemble bildet.

Moderne Wohnformen

• In die alten Fabrikgebäude am Triftbach soll urbanes Wohnen einziehen – Reihenhäusern, Lofts und Maisonettewohnungen. Etwa zehn Prozent davon entstehen mit EOF.

• Das Gebäude 13 und die einstige Werkskantine bleiben unverändert. Sie werden erhalten und saniert.

• Für das neue Quartier wird ein modernes Energiekonzept entwickelt. Erste gedankliche Bausteine sind Fotovoltaik, Solarmodule und Blockheizkraftwerke.

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