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Jingle Bells in Südafrika

Ehepaar aus Feldkirchen-Westerham feiert Weihnachten am anderen Ende der Erde

Heike Dickerhof aus Feldkirchen-Westerham vor zwei Jahren in Cape Town, Südafrika: Sie und ihr Mann verbringen auch heuer wieder das Weihnachtsfest bei Hitze und am Grill, statt in der bayerischen Heimat.
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Heike Dickerhof aus Feldkirchen-Westerham vor zwei Jahren in Cape Town, Südafrika: Sie und ihr Mann verbringen auch heuer wieder das Weihnachtsfest bei Hitze und am Grill, statt in der bayerischen Heimat.
  • VonKarl Wastl
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Die Sonne brennt glutheiß vom stahlblauen, wolkenlosen Himmel. Hügel, Bäume und Sträucher verschwimmen in der warmen, flirrenden Luft. Im Supermarkt hängen Lichtergirlanden und Weihnachtsschmuck von der Decke, im Hintergrund trällert weihnachtliche Musik aus den Lautsprechern „Let it snow, let it snow“ gefolgt von „Jingle Bells“.

Oudtshoorn – „Obwohl wir gerade vor einer Kühltheke stehen und trotz Gedanken an Schnee, kullern einem Schweißtropfen von den Schläfen und die Kniekehlen hinunter“, berichtet Heike Dickerhof den OVB-Heimatzeitungen aus Südafrika. Sie und ihr Mann Vido feiern dort heuer zum zweiten Mal Weihnachten.

Im November in den Süden Afrikas aufgebrochen

Normalerweise genossen die Beiden zu dieser Jahreszeit und vor der Corona-Pandemie die Christkindlmärkte im Landkreis Rosenheim und den Glühwein in eiskalter Luft. Mit etwas Glück schürte sogar Schneefall die Vorfreude auf das Weihnachtsfest, schwärmt Heike im Gespräch über ihre Erinnerungen. Doch diesen Winter gibt es erneut das Kontrastprogramm: „Wir sind im südlichen Afrika unterwegs, um unseren Lebenstraum von einer einjährigen Reise zu verwirklichen.“ Mitte November startete das Paar aus Feldkirchen-Westerham in Windhoek, der Hauptstadt von Namibia.

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„Coronabedingt mussten wir fast zwei Jahre warten. 2019 waren wir auch über die Jahreswende für vier Wochen in Südafrika“, so Heike Dickerhof. An den Weihnachtstagen seien sie mit ihrem Zebra-Auto, einem zum geländegängigen Wohnmobil ausgebauten PickUp, bei hochsommerlichen Temperaturen auf einem Campingplatz nahe der südafrikanischen Stadt Oudtshoorn in der Provinz Westkap gestanden. „Unsere Camping-Nachbarn auf dem ausgebuchten Platz waren durch die Bank Südafrikaner, es waren hauptsächlich Nachfahren der holländischen, deutschen, französischen und britischen Siedler, die im Zuge der Kolonisation vor langer Zeit in dieses Land gekommen waren, wie sie uns erklärten.“

Weihnachtsfeiertage ohne Hektik

Zu den südafrikanischen Sommerferien von Mitte Dezember bis Mitte Januar stauen sich laut Bericht der Dickerhofs auf den Straßen zu den beliebten Urlaubsorten Wohnwagen-Gespanne und Camping-Fahrzeuge „Stoßstange an Stoßstange, ähnlich wie in Bayern im August rund um den Chiemsee“. Die Weihnachtstage verliefen für sie und Vido schon bei ihrem ersten Südafrika-Besuch ohne Hektik, erinnert sich Heike, die Jagd nach letzten Geschenken in überfüllten Geschäften sei ausgefallen. „Lediglich einige Flaschen guter Sekt aus der südafrikanischen Kap-Region warteten im Kühlschrank darauf, in lauen Nächten genossen zu werden. Anstatt eines opulenten Festessens landet an Heilig Abend ein saftiges Steak auf dem Grill, um den sich auch die angereisten Camping-Nachbarn versammeln.“

Ein typischer „Braai“, wie die südafrikanische Art zu Grillen genannt wird, nehme dann seinen Lauf. (Mit Braai -Afrikaans für braten- bezeichnet man die Variante des Grillens, die vor allem in Namibia und Südafrika gepflegt wird, Anm. d. Red.). Erst werde mit viel Holz ein Lagerfeuer entfacht und während das Feuer langsam zu einer knisternden Glut herunterbrenne, schleppten alle Gäste Tische, Stühle, Salate, Geschirr und Besteck heran.

Eine große Tafel mit Gegrilltem

Heike Dickerhof erzählt weiter: „Dabei wird viel geredet, gescherzt und gelacht, der eine oder andere Schluck getrunken, bis schließlich Fleisch, Würste und weitere Gaumenfreuden auf dem Rost landen. Das Ganze passiert in einer stoischen Ruhe, ohne Eile.“ Was fertig gegrillt sei, lande in einem Eisentopf, der am Rand der Glut die Leckereien warmhalte. „Erst wenn der Grillrost leer und der Eisentopf voll ist, setzen sich alle um eine große Tafel und genießen gemeinsam - nach einem kurzen Gebet - den wunderbaren Abend und die zubereiteten Köstlichkeiten unter einem traumhaften, glitzernden Sternenhimmel.“

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Heike dachte vor zwei Jahren in diesem Moment an daheim, wo sie und ihr Mann etwa um diese Zeit zur Christmette aufbrechen würden, wie sie erzählt: „Hier knallen die Korken und man stoßt mit den Nachbarn auf ein frohes Weihnachten an. Die Stimmung ist feierlich-ausgelassen, auch ohne Christbaum, ohne Lichtergirlanden und bunt verpackten Geschenken.“

Nur wenige Unterschiede zum Weihnachtsfest in Deutschland

Das Weihnachtsfest sei dennoch präsent gewesen. In Gesprächen mit den Tischnachbarn hätten sie erfahren, wie diese zuhause den Abend normalerweise feierten. Ein deutschstämmiger Mann, der bereits in vierter Generation in Südafrika lebt, habe erklärt: „Da gibt es gar nicht so viele Unterschiede zum deutschen Weihnachtsfest. Das südliche Afrika ist weitestgehend christianisiert, die Gebräuche wie festliches Essen, Bescherung und Verwandtschaftsbesuche finden lediglich zur heißesten Jahreszeit statt, weil eben jetzt bei uns gerade Hochsommer ist. Und es gibt hier keine Tannen oder Fichten.“

In seiner Jugend sei er noch in den Busch gegangen und habe ein paar Weißdornäste geholt, die zu der Zeit weiß blühten und grünes Laub trügen. Diese Äste seien dann weihnachtlich dekoriert worden und darunter finde die Bescherung statt.

Ein Fest mitten in der Wildnis

Im südlichen Afrika gibt es laut Heike Dickerhof den „Boxing Day“. Das sei der 26. Dezember. An ihm würden die Geschenkschachteln an die Verwandten überreicht, oder auch von den Firmen an ihre Mitarbeiter. „Und tatsächlich, am Morgen des 26. Dezember, kamen wir uns vor wie in einer anderen Welt: Unzählige Menschen liefen mit bunten Gewändern und einige sogar mit ulkigen, mit kleinen Glöckchen behangenen Hüten, umher“, schildert die Feldkirchenerin. „Zusammen mit den ebenso ausstaffierten Verwandten wurde ein weiteres Mal der Grill angeschürt, fröhlich gefeiert und einige hübsch eingepackte Geschenkkartons wechselten den schon neugierigen Besitzer.“

In diesem Jahr wollen die Globetrotter mit etlichen Südafrikanern auf einer Offroad-Tour mitten in der Wildnis das Weihnachtsfest und Silvester feiern, worauf Heike und Vido richtig gespannt sind. 

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