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MENSCHEN STEHEN FÜR SIE IM MITTELPUNKT

Edda Günther beendet ihren Einsatz als Krankenhausseelsorgerin in Bad Aibling

Mit einem Blumenstrauß verabschiedete Pfarrer Markus Merz die langjährige Krankenhausseelsorgerin Edda Günther.
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Mit einem Blumenstrauß verabschiedete Pfarrer Markus Merz die langjährige Krankenhausseelsorgerin Edda Günther.
  • VonJohann Baumann
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Trost spenden und ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte kranker Menschen haben, diese ehrenamtliche Aufgabe hat Edda Günther seit 2002 als evangelische Krankenhausseelsorgerin erfüllt. Nach 19 Jahren wurde sie nunmehr im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes in der Christuskirche von Pfarrer Markus Merz verabschiedet.

Bad Aibling – Er würdigte ihr Wirken, bei dem das „Mensch sein ohne Unterschiede“ im Vordergrund gestanden habe. Gegenüber dem „Mangfallbote“ hob er hervor: „Edda Günther trägt eine Überzeugung nach außen: Dass es an jedem und jeder liegt, die Welt reicher zu machen. Sich Zeit nehmen, einander begegnen und zur Gemeinschaft etwas beitragen.“

Edda Günther ist ein echtes „Münchener Kindl“, wurde aber mit ihrer Familie 1945 in der Endphase des Zweiten Weltkriegs ausgebombt. Sie wuchs in Warngau auf und zog nach ihrer Eheschließung 1959 in die Landeshauptstadt zurück. „Mein Mann hat mich wieder nach München zurückgeholt“, erzählt sie schmunzelnd. 2002 zog sie mit ihm nach Bad Aibling, wo sie kurz darauf ein paar Tage in der heutigen RoMed-Klinik verbringen musste. Nach einem Gespräch mit dem damaligen katholischen Krankenhausseelsorger entstand die Idee, diese Funktion für die evangelische Kirche wahrzunehmen. Seitdem besuchte sie jeden Dienstag die Klinik.

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In den 19 Jahren hat sie viele Krankheits- und Lebensgeschichten gehört. Ihr wurden oft Dinge anvertraut, die zuvor noch nie jemand erfahren hatte. Auch wenn sie nicht über Einzelschicksale sprechen will, gesteht sie: „Manches war belastend.“ Ihre Gespräche mit den Patienten dauerten teilweise bis zu einer Stunde. Sie wurde nicht nur von den Kranken geschätzt, sondern auch von der Klinikleitung, den Ärzten und dem Pflegepersonal. Ein wichtiges Thema bei ihrem Engagement bildete die Ökumene: „Man kann in einem Krankenzimmer nicht die Religionen trennen. Der Mensch steht für mich im Mittelpunkt.“

Mit zunehmendem Alter hat sie öfter an das Ende ihrer Tätigkeit gedacht und Corona hat ihre Überlegungen konkretisiert. Mit Beginn der zweiten Welle im Herbst vergangenen Jahres beendete sie ihren Einsatz. „Ich habe viel gegeben, aber auch viel Dankbarkeit zurückbekommen“, so Günther. Ein Symbol der Erinnerung an diese Zeit begleitet sie auch nach ihrem Abschied: Ein hölzerner Engel aus Südtirol, den ihr eine Patientin am Sterbebett vermacht hat.

Im April hat Pfarrer Dr. Klaus Wagner-Labitzke die Nachfolge von Edda Günther als Seelsorger in der RoMed-Klinik Bad Aibling angetreten.

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