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„Ein neuer Lebensabschnitt“

Dorothee Roscheck verlässt die Volkshochschule Bad Aibling nach 33 Jahren

Ein kleines Präsent und viele gute Wünsche gab es von VHS-Leiterin Birgit Schreuer (links) an Dorothee Roscheck.
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Ein kleines Präsent und viele gute Wünsche gab es von VHS-Leiterin Birgit Schreuer (links) an Dorothee Roscheck.
  • VonPaula Trautmann
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Bad Aibling – Seit 1988 hat Dorothee Roscheck Englisch an der Bad Aiblinger Volkshochschule (VHS) gelehrt. Nach 33 Jahren hat sie ihre letzte Stunde gegeben. Ein Gespräch über die Zeit an der VHS, den Abschied und was die 69-Jährige nun vorhat.

Was für Kurse haben Sie gegeben?

Dorothee Roscheck: Eigentlich alles, von Anfängern bis zu erfahrenen Teilnehmern. Ich hatte Kurse, die habe ich vor 30 Jahren angefangen. Mein letzter war für Anfänger im Alter 50 plus. Fünf Bücher hab ich mit den Teilnehmern durchgearbeitet. Jetzt habe ich das letzte Buch abgeschlossen und gesagt, das ist ein schöner Abschluss und jetzt höre ich auf.

Wie kamen Sie überhaupt an die VHS?

Roscheck: Ich habe am Gymnasium angefangen. Als mein erstes Kind auf die Welt gekommen ist, konnte ich nicht weitermachen. Damals gab es noch keine Kinderkrippen. Deshalb haben mein Mann und ich beschlossen, dass ich zuhause bleibe. Ich wollte aber weitermachen und habe bei der VHS nachgefragt. Dort habe ich sofort einen Kurs bekommen. Ich bin also nahtlos von der Schule in die Erwachsenenbildung übergegangen.

Und das hat Ihnen gefallen?

Roscheck: Ja, ich bin gerne Lehrerin gewesen. Das war Beruf und Berufung zugleich. Es hat mir Spaß gemacht. Ich hatte immer den Ehrgeiz, dass jeder Teilnehmer in jeder Stunde etwas mitnimmt. Wenn man sich solche Ziele setzt, dann hält man auch lange durch.

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Wie war ihre erste Stunde an der VHS?

Roscheck: Das war in Holzkirchen, dort war ich vor Bad Aibling. Ich konnt einen Kurs mit 25 Leuten übernehmen. Um Gottes Willen hab ich da einen Schreck gekriegt, das waren so viele. Die saßen sogar auf den Fensterbänken. In Bad Aibling war die Anzahl auf 15 beschränkt.

Und wie war die letzte Stunde?

Roscheck: Ich habe bis zur letzten Minute ganz normal Unterricht gemacht. Das war immer so. Ich hatte nie einen Ratsch-Kurs. Dafür sind wir dann zum Essen oder einen Kaffee trinken gegangen. Auch nach der letzten Stunde hatte ich einen Tisch reserviert. Es ist sehr wichtig, dass eine gute und harmonische Stimmung im Kurs herrscht. Die Volkshochschule hat zwei Aufgaben: die Bildung und das Soziale. Ich habe versucht, diesen Aufgaben gerecht zu werden.

Was mochten Sie am Meisten an diesem Beruf?

Roscheck: Auf jeden Fall den persönlichen Kontakt. Ich arbeite gerne mit Menschen. Ich vermittle gerne Wissen. Mir macht es Spaß, wenn ich merke, dass das, was ich rüberbringen will, auch ankommt. Da war ich gut aufgehoben im Lehrfach.

Gibt es Momente, die sie nie vergessen werden?

Roscheck: Es gab viele lustige Situationen. Meine Kurse waren nie todernst. Es sollte nie jemand Angst haben, etwas zu sagen oder zu fragen. Gerade bei Erwachsenen ist es wichtig, eine angstfreie Atmosphäre zu schaffen. Ich glaube, dass sie eine höhere Hemmschwelle haben, Schulkinder sind oft unbekümmerter. Aber die Erwachsenen kommen freiwillig, dadurch kommt eine offene und positive Stimmung zustande.

War es schwierig, nun aufzuhören?

Roscheck: Ich bin schon seit Jahren im Rentenalter und habe nicht einfach vorzeitig aufgehört. Meine Kinder sind beide im Ausland und ich habe Enkelchen. Ich möchte flexibler sein und sie öfter und länger besuchen können. Das ist der Grund, warum ich aufhöre. Es fängt jetzt einfach ein neuer Lebensabschnitt an.

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Gibt es dennoch etwas, das Sie vermissen werden?

Roscheck: Dass ich viele, über Jahre lieb gewonnene Menschen, nicht mehr so oft sehen werde. Wir haben aber beschlossen, dass wir Kontakt halten und uns treffen.

Haben Sie sonst noch etwas geplant?

Roscheck: Ich will selbst wieder einen Kurs belegen, um mein Französisch aufzufrischen. Ich hoffe, dass ich noch ganz lange alles im Garten machen kann. Ich habe einen sehr aufwendigen Blumen-Ziergarten und Kräuter. Damit koche ich sehr gerne. Und ich lese ehrenamtlich im Altenheim vor.

Und was machen ihre Teilnehmer jetzt ohne Sie?

Roscheck: Die VHS hat sich sehr bemüht. Weil das den Leuten so Spaß gemacht hat, haben sie tatsächlich eine Nachfolgerin gefunden. Das finde ich super. Alle aus meinem Kurs haben sich bei der Kollegin angemeldet.

Haben sie zum Abschluss noch einen Tipp, wie man eine Sprache am besten lernt?

Roscheck: Je früher, desto besser. Das kann ich jedem nur raten. Kinder sollten ins Ausland gehen. Was sie dort lernen, ist nicht zu ersetzen.

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