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Wartelisten sind voll

Bad Aibling: Fehlende Hallenzeiten machen Weg zum Seepferdchen vielen Kindern schwer

Glück hat, wer für sein Kind einen Schwimmkurs bekommt. Nach dem Sommer machen die wenigen Hallenbäder und fehlenden Hallenzeiten den ehrenamtlichen Ausbildern und den Familien zu schaffen
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Glück hat, wer für sein Kind einen Schwimmkurs bekommt. Nach dem Sommer machen die wenigen Hallenbäder und fehlenden Hallenzeiten den ehrenamtlichen Ausbildern und den Familien zu schaffen

Mehr als 20 Kinder haben in diesem Sommer im Freibad Großholzhausen ihr „Seepferdchen“ abgelegt. Doch die Warteliste ist weitaus länger. Nun fördert der Freistaat Bayern die Schwimmkurse von Vorschulkindern und Erstklässlern sogar mit 50 Euro pro Kind. Doch wo sollen sie das Schwimmen lernen, wenn es nicht ausreichend Hallenbäder gibt?

Bad Aibling – Die DLRG Bad Aibling bot zwei Schwimmkurse für jeweils 20 Kinder an. „Mehr als die Hälfte der Kinder hat das Abzeichen bekommen“, freut sich Pia Brinkmann, die stellvertretende Leiterin des Bereichs Ausbildung des DLRG Bad Aibling.

Viel Übung bis zum Schwimmabzeichen

Die 24-Jährige studiert Wirtschaftsingenieurwesen und hat die Kurse im Ehrenamt organisiert. Sie weiß aus Erfahrung: „Im Allgemeinen sind rund zehn Kurstage nötig, um die Kinder ans Wasser zu gewöhnen und ihnen die Sicherheit zu geben, um die 25 Meter zu schwimmen.“ Damit der Spaß, der ja beim Lernen das Wichtigste ist, nicht zu kurz kommt, wurden mit Schwimmbrettern und Poolnudeln erst die Beinbewegungen geübt, dann waren die Arme an der Reihe.

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Auch wenn mit dem „Seepferdchen“-Abzeichen die Grundlagen für das Schwimmen gelegt wurden, heißt das natürlich noch nicht, dass die Kinder jetzt sicher schwimmen können. „Es ist noch viel Übung nötig, denn erst mit dem Jugendschwimmabzeichen in Bronze kann man von sicherem Schwimmen sprechen“, erklärt Brinkmann.

Voller Stolz präsentieren die Kinder ihr „Seepferdchen“. Dafür mussten sie 25 Meter schwimmen.

Zwei Kurse hat sie, trotz der wetterbedingter Ausfallzeiten, im Sommer gut über die Bühne gebracht. „Zum Glück hatte ich auch noch zehn Helfer, so konnten wir uns an den kalten Tagen, die es in diesem Sommer reichlich gegeben hat, auch mal im Wasser abwechseln“, beschreibt Brinkmann die Wetterunbilden und macht klar: „40 Kinder waren nicht mal die Hälfte der Kinder, die das Seepferdchen machen wollten. Ich habe noch mindestens 60 Interessenten auf der Liste stehen.“

Wie es weitergeht, ist fraglich, denn nun stehen Herbst und Winter vor der Tür. Zwar erhalten Vorschulkinder und Erstklässler zu Beginn des neuen Schuljahres einen 50-Euro-Gutschein zum Erwerb des „Seepferdchens“ in Bayern von der Staatsregierung. Das soll für Eltern einen Anreiz bieten, ihre Kinder zu einem Schwimmkurs anzumelden, um die Schwimmfähigkeit der Vorschul- und Grundschulkinder zu verbessern.

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Doch wo sollen sie das Schwimmen lernen? „Im Hallenbad wäre es leichter, denn da gäbe es keine Abhängigkeit vom Wetter“, so die 24-Jährige und ergänzt: „Wenn wir die Kurse im Winter abhalten könnten, dann hätten wir auch noch viel mehr freie Übungsleiter. Denn unsere Hauptaufgabe – die Wasserrettung – liegt halt vor allem im Sommer.“

Schwimmen fördert kindliche Entwicklung

Doch nicht nur die Pandemie habe den Ehrenamtlichen der DLRG und den Schwimmanfängern jetzt fast zwei Jahre lang einen Strich durch die Rechnung gemacht. Leider würden auch in Bayern oft geeignete Schwimmhallen abgerissen und nicht wieder aufgebaut, kritisiert Brinkmann. Die Schwimmausbilderin betont, dass sich die DLRG sehr um Schwimmzeiten in den Hallenbädern in der Region bemühe, aber: „Es gibt lange nicht so viele, wie wir brauchen würden. Denn neben dem Schwimmabzeichen-Training brauchen wir ja auch noch freie Schwimmbahnen, um unsere Rettungsschwimmer ausbilden zu können.“

Dabei ist das Schwimmenlernen eine der überlebenswichtigsten Aufgaben im Kindesalter. Experten sind sich außerdem einig, dass es auch die kindliche Entwicklung positiv beeinflusst.

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