Vor Rückkehr in die Schule

Auch wenn Distanzunterricht Spaß macht: Grundschule Schönau fiebert dem 22. Februar entgegen

Konferenzschaltung fürs Gemeinschaftsgefühl: Rektorin Karin Richter gibt den Kindern jeden Tag auch Raum zum Erzählen, was sie erlebt haben.
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Konferenzschaltung fürs Gemeinschaftsgefühl: Rektorin Karin Richter gibt den Kindern jeden Tag auch Raum zum Erzählen, was sie erlebt haben.
  • Kathrin Gerlach
    vonKathrin Gerlach
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Die Schönauer Schulfamilie ist gewappnet. Die Pädagogen haben die Gruppen für den Wechselunterricht, der am 22. Februar für die ersten bis vierten Klassen beginnt, schon eingeteilt. So haben die Familien genug Zeit, die organisatorischen Weichen für ihre „Löwen“ und „Tiger“ sowie die neue Situation zu stellen.

Tuntenhausen – Jede Klasse wurde in zwei Gruppen – Löwen und Tiger – geteilt. Diese wechseln sich ab. In geraden Wochen – also ab dem 22. Februar – dürfen die Tiger am Montag, Mittwoch und Freitag die Schule unsicher machen. In ungeraden Wochen kommen sie nur dienstags und donnerstags ins Haus, denn dann sind die Löwen an drei Tagen da. Wieder eine neue Herausforderung für Eltern und Pädagogen, die sie mit der Freude auf das Wiedersehen meistern werden.

Videobotschaften und vielseitige Padlets

Da nicht nur die Sehnsucht nach den Klassenkameraden groß ist, sondern auch die Sorgen der Eltern um das Wohl ihrer Kinder, hat sich Rektorin Karin Richter jüngst in einer Videobotschaft an die Familien gewandt. „Ich weiß, dass viele von Ihnen schon auf dem Zahnfleisch daherkommen, weil es von Woche zu Woche anstrengender wird, sich zu motivieren, zu arbeiten, sich an die Regeln zu halten, aber auf alles Schöne zu verzichten“, begrüßt sie die Eltern und versucht, ihnen die Sorgen zu nehmen. „Die Kinder haben schon mehr gelernt, als der Lehrplan verlangt“, erklärt sie. Denn die Pädagogen vermitteln konzentriert den Lernstoff.

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„All das aber, was das eigentliche Schulleben ausmacht, musste auf der Strecke bleiben“, bedauert Richter. Dazu gehören Advents- und Weihnachtsfeiern, Wanderungen, Projekttage auf dem Bauernhof oder zum gesunden Essen genauso wie Musik und Sport. „Trotzdem haben wir versucht, die Kinder bei Laune zu halten“, erklärt die Rektorin und zeigt als Beispiel das Padlet der ersten Klasse. Das sieht aus wie ein bunter Online-Stundenplan mit Videos, Links, Fotos, Sprachaufnahmen, Zeichnungen und jeder Menge Motivation.

So beginnt der Morgen für die Erstklässler mit einem fröhlichen Lied. Jede Aufgabe ist in einem Videoclip erklärt. Fredi Frosch führt den Buchstabe „F“ ein. Dazu hat die Pädagogin ein Bild gemalt und es mit einer Geschichte unterlegt. Für Mathematik fand sie ein lustiges Video über „verliebte Zahlen“. Und als Belohnung für den Tag liest sie ihren Kindern eine Geschichte vor. „Da hören inzwischen auch die Eltern mit zu“, erzählt Karin Richter schmunzelnd, denn sie weiß, wie wichtig es ist, „dass sie wenigstens meine Stimme hören“.

Ratschen per Video stärkt Gemeinschaft

Deshalb gehört zu jedem Tag auch eine Ratsch-Stunde, in denen die Kinder von Zuhause in die Konferenzschaltung geholt werden und erzählen können, was sie erlebt haben.

Diese Form des Distanzunterrichtes können die Schönauer seit Januar anbieten, denn kurz vor Weihnachten wurde die Schule mit WLan und Laptops ausgestattet. „Zudem haben wir uns fortgebildet und gelernt, wie man diese Online-Pinnwand gestalten kann“, erklärt die Rektorin. Inzwischen bestückt jeder Schönauer Lehrer die Padlets mit viel Phantasie und aufmunternden Worten. Die Vidoedrehs machen zwar Mühe und kosten viele Überstunden. Doch entscheidend ist das Ergebnis: Der Distanzunterricht macht Spaß. Dank der iPads, die im Januar geliefert wurden, können auch Notbetreuungskinder an den Videokonferenzen teilnehmen und die digitalen Wochenpläne bearbeiten.

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Nach Wochen des Homeschoolings werden sich Kinder und Lehrer am 22. Februar viel zu erzählen haben. „Ich denke, wir müssen im Kopfrechnen, Lesen und Diktat jetzt ein bisschen nachbessern“, weiß die Pädagogin aus ihrer Erfahrung nach dem ersten Lockdown und den Sommerferien. „Als inklusive Schule mit Förderpädagogen können wir jedes Kind auffangen“, macht sie den Eltern Mut.

In einer Woche können die Kinder wieder in die Schule kommen, dürfen ihre Freunde und Lehrer treffen und endlich wieder erleben, was eine echte Schulfamilie ist.

Gute Nachrichten:Ganztagsbetreuung ab neuem Schuljahr

Ab dem neuen Schuljahr wird die Grundschule Schönau eine Offene Ganztagsschule. Darüber informierte jetzt Bürgermeister Georg Weigl. „Der Bedarf der Familien nach Ganztagsbetreuung steigt. Es reicht nicht mehr aus, diese nur in Ostermünchen anzubieten“, so Weigl.

Gemeinsam mit dem BRK-Kreisverband Rosenheim, unter dessen Regie seit September die Mittagsbetreuung an der Schule steht, werde sich die Gemeinde darum bemühen, nun auch in Schönau ein ganztägiges Angebot zu schaffen. Dafür werden bei der Regierung Oberbayerns die Anträge gestellt.

Der Unterrichtsstoff im „Padlet“ verpackt bietet viel Lernstoff, Abwechslung und Motivation.

Voraussetzung dafür, dass das Projekt Realität wird, sind ausreichende Anmeldungen. Perspektivisch wird dadurch der Grundschulstandort Schönau weiter gestärkt. Bisher werden hier Mittagsbetreuung in der Schule oder alternativ Hortbetreuung im Kinderhaus Hohenthann angeboten. Für beide Betreuungsformen müssen die Eltern bezahlen. Die Offene Ganztagsschule ist kostenlos.

Sie findet in der Grundschule statt. Die Bildungs- und Betreuungsangebote werden in Verantwortung der Schulleitung organisiert. Die Gemeinde Tuntenhausen fragt nun in Elternbriefen bei den „alten“ und „neuen“ Eltern der Grundschule Schönau den Bedarf ab, um bis September die organisatorischen Weichen für die Offene Ganztagsschule Schönau zu stellen.

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