Diskussion um Tempo-30-Schilder

Nach zwei Zuschussanträgen der Jagdgenossenschaft Beyharting und des Dorfvereins Hohenthann standen auf der jüngsten Gemeinderatssitzung die Ergebnisse von Verkehrszeichenüberprüfungen in etlichen Ortsteilen auf dem Programm. Und hier ging es wahrlich turbulent zu.

Tuntenhausen - Zu diesem Thema hatte sich Bürgermeister Otto Lederer die Unterstützung von seiner Mitarbeiterin Agnes Zehetmaier und Polizeihauptmeister Jochen Storch geholt. Beide hatten in der Vergangenheit die Verkehrszeichen in Tuntenhausen Nord, Berg, Brettschleipfen, Emling, Jakobsberg, Fischbach, Guperding und Ostermünchen Moosachstraße überprüft und geben nun die Ergebnisse bekannt.

In Tuntenhausen bleibt die Zone-30-Beschilderung, in Emling müssen ein drittes und in Fischbach zwei weitere Weiler-Taferl angebracht werden. Dem wurde einstimmig entsprochen. Heftige Diskussionen aber gab es um die Durchfahrung von Berg, von Guperding und um die Moosachstraße. Streitpunkt war dabei die Entfernung der derzeitigen Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 30 Stundenkilometer.

Wobei sich einige Räte -offensichtlich nicht mehr daran erinnerten, dass die überprüfung erst durch einen Gemeinderatsbeschluss ermöglicht wurde. Richtig peinlich wurde die Sache aber, als einige Zehetmaier und Storch angriffen, obwohl die lediglich die Ergebnisse der überprüfung präsentierten.

Zur Sachlage: Im vergangenen Jahr hatte Quirin Stürzer (CSU) den Stein ins Rollen gebracht als er behauptete, dass 80 Prozent aller Schilder "30" oder "Zone 30" nicht rechtsverbindlich aufgestellt seien und dort nicht geblitzt werden könne. Daraufhin hatte die SPD den Antrag auf überprüfung gestellt und der Gemeinderat hatte diese am 10. Juli 2008 beschlossen. Und seither wird Ortsteil für Ortsteil dahingehend überprüft.

In Berg steht das Schild "30" und laut Storch gibt es keinen Anlass, dieses Schild zu belassen, es müsste entfernt werden und dann dürfte hier wieder 50 gefahren werden.

Dem widersprachen etliche Redner vehement, angeführt von Hans Thiel (CSU), der wegen der vielen Kinder, die zum Sportgelände unterwegs seien, die Tempodrosselung erhalten sehen möchte. Nach hitzigen Wortgefechten zwischen CSU- und SPD-Vertretern, wer denn jetzt den Schwarzen Peter habe, versuchte Georg Weigl (PF Schönau) zu schlichten: "Wir haben hier ein Riesenfass aufgemacht. Was soll schon passieren, wenn irgendwo ein rechtsungültiges 30-Schild steht, außer, dass nicht geblitzt werden kann?"

Somit waren sich alle bis auf einen einig, dass ein Beschluss heute nicht möglich sei und das Thema vertagt werden müsse.

Gleich verfuhr man mit der Ortsdurchfahrt von Guperding, wo Tempo 30 durch Tempo 60 ersetzt werden müsste.

Anders die Sachlage in der Moosachstraße. Hier könnte man 30 belassen, wenn man das Schild 15 Meter nach dem Ortsanfang aufstellen und alle Seitenstraßen "rechts vor links" ändern würde. Dem wurde mit 17 gegen drei Stimmen entsprochen. gbr

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