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Veranstaltung musste im Vorjahr ausfallen

Dieses Mal gab’s zwei „goldene Äpfel“ - „Kulinarische Filmtage“ zum zehnten Mal in Bad Feilnbach

Preisträger Markus Schindler mit Andrea Hailer. Ahrens
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Preisträger Markus Schindler mit Andrea Hailer. Ahrens

Bereits zum zehnten Mal fanden in diesem Jahr die „Kulinarischen Filmtage Bad Feilnbach“ statt. Dieses Mal unter dem Motto „Weida midanand“. Was waren die Highlights des beliebten Film-Events?

von Cornelia Ahrens

Bad Feilnbach – Bereits zum zehnten Mal fanden in diesem Jahr die „Kulinarischen Filmtage Bad Feilnbach“ statt. Erstmals im Jahre 2011 präsentiert, 2012 bereits mit dem Bayerischen Innovationspreis ausgezeichnet, Corona bedingt 2021 „plattgemacht“ – und nun, unter dem Motto „Weida midanand“ die zehnte Auflage nach bewährtem Konzept: ausgewählte Filme, vorgeführt in Wirtshäusern der Initiative „Kreativ & Köstlich“.

Das Programm startete mit dem Film „Der Rosengarten von Madame Vernet“ von Regisseur Pierre Pinaud. Er entführte die Zuschauer in ein Blumenparadies im französischen Burgund. Dort macht die Blumenzüchterin Eve mit den ihr aufgrund eines Resozialisierungsprogramms zugeteilten drei kleinkriminellen Mitarbeitern die Erfahrung, dass die Wunder des Lebens nicht berechenbar sind.

Begegnung einer Frau mit einem Roboter

Es folgte „Kaiserschmarrndrama“ von Ed Herzog, eine deutsche Krimi-Komödie aus der beliebten Kino-Reihe der „Eberhofer“-Kriminalgeschichten nach Büchern von Rita Falk. Als Nächstes wurde der Film „Ich bin dein Mensch“ von Maria Schrader gezeigt. Die Geschichte der Begegnung einer Frau mit einem humanoiden Roboter ging als deutscher Filmbeitrag 2022 ins Rennen um den Oscar als bester ausländischer Film.

Mit der Filmkomödie von Sönke Wortmann „Der Vorname“ aus dem Jahr 2018 werden dann im September die Bad Feilnbacher Filmtage 2022 zu Ende gehen. Ein besonderes Highlight der Veranstaltungsreihe ist die Verleihung des „Goldenen Filmapfels“. Würdiger Rahmen für die diesjährige Preisverleihung war die malerische Kulisse des neugestalteten Biergartens beim „Kistlerwirt“ am Ortseingang von Bad Feilnbach.

Stilecht über einen roten Teppich zum Sektempfang schreiten

Organisatorin Andrea Hailer begrüßte die erwartungsfrohen Gäste zum Open-Air-Event und lud ein, stilecht über einen extra ausgerollten roten Teppich zum Sektempfang zu schreiten. Zwanglos schufen sie und Mitveranstalterin Karin Freiheit so beste Voraussetzung für einen außergewöhnlichen Filmabend.

Andrea Hailer bei der Begrüßung

Da im vergangenen Jahr keine Preisverleihung stattfinden konnte, gab es in diesem Jahr gleich zwei Preisträger: Der Schauspieler Gerhard Wittmannn, der den Preis aufgrund eines Theaterengagements in München leider nicht persönlich entgegennehmen konnte (aktuell ist er aber in den Kinos im neuesten „Eberhofer“-Krimi präsent). Anwesend war der zweite Preisträger, Kameramann Markus Schindler, der den „Goldenen Filmapfel“ für die Kameraführung in „Ausgrissn! – In der Lederhosn nach Las Vegas“ erhielt.

Der bayerische Roadmovie-Dokumentarfilm der Brüder Julian und Thomas Wittman stellte extreme Anforderungen an die Kameraführung. Mit einem Touristenvisum startete die Crew in New York mit den beiden Protagonisten aus Erding den 12 000 Kilometer langen Trip bis Las Vegas durch das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ und der unerwarteten Begegnungen. Die Kamera bei Wind und Wetter in der Hand, schuf er Bilder, die im Gedächtnis bleiben und maßgeblich zum Erfolg des 2020 entstandenen Streifens beigetragen haben.

Ein „Wutbauer“ und ein Chefredakteur

Als Nachtisch zur äußerst ansprechenden Menü-Folge gab es abschließend ein cineastisches Schmankerl. Der Dokumentarfilm „Der Bauer und der Bobo – Wie aus Wut Freundschaft wird“, kommt zwar erst Ende September in die Kinos, im Rahmen der „Kulinarischen Filmtage“ durfte er aber schon exklusiv zum ersten Mal in Deutschland gezeigt werden.

Die Gäste auf dem roten Teppich

Der Film von Kurt Langbein basiert auf dem gleichnamigen Buch und schildert die wahre Geschichte von Christian Bachler, ein Bio-Bauer und Selbstvermarkter auf dem höchstgelegenen Bauernhof der Steiermark, der als sogenannter „Wutbauer“ bekannt wurde, und Florian Klenk, dem wortgewaltigen Chefredakteur der Wiener Tageszeitung „Falter“, der mehrfach für investigativen Journalismus ausgezeichnet wurde.

„Der Bauer und der Bobo“

Als Klenk im Rahmen seiner journalistischen Arbeit ein Urteil gutgeheißen hatte, wonach ein Bauer für das gefährliche Verhalten seiner Kühe verurteilt wurde, forderte Bachler den „Bobo“ („Ökospießer“) auf, ein Praktikum auf seinem Hof zu machen.

Klenk nahm das Angebot an, lernte Bachlers Welt kennen und „der Bauer und der Bobo“ kamen ins Gespräch über Klimawandel, Fleischindustrie („ein Kilo Kaugummi ist teurer als ein Kilo Schweinefleisch“), Agrarpolitik und Banken. Aus dem Streit entstand eine Freundschaft.

Gemeinsam setzen sie sich inzwischen für eine nachhaltige Landwirtschaft ein. Fast ein modernes Märchen, das beweist, dass es sich lohnen kann, mit Leuten zu reden, deren Meinung man nicht teilt.

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