„Ich finde das wirklich schön“

Espresso und Gebäck: Herzliche Geste eines Bad Aiblingers bewegt Münchner Ausflügler tief

Eine Rast auf diesem Bankerl bei Bad Aibling bescherte zwei Ausflüglern aus dem Münchner Raum ein ganz besonders Erlebnis.
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Eine Rast auf diesem Bankerl bei Bad Aibling bescherte zwei Ausflüglern aus dem Münchner Raum ein ganz besonders Erlebnis.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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In Zeiten, in denen Ausflügler von weiter her an manch beliebtem Ausflugsziel im Voralpenland nicht sonderlich willkommen zu sein scheinen, erreichte unsere Redaktion der Anruf einer Ausflüglerin aus dem Münchner Raum. Sie hat in Bad Aibling das genaue Gegenteil erlebt.

Bad Aibling – „Ich war mit meinem Lebensgefährten am Rande der Stadt unterwegs, die Sonne schien und wir wollten uns auf einer kleinen Anhöhe auf ein Bankerl setzen“, schildert Christa Herold ihren Ausflug. Beim Näherkommen entdeckten die beiden, dass in einer Halterung zwei Styroporplatten als Sitzunterlagen steckten.

Heißer Espresso und Platzerl wie aus dem Nichts

„Wir dachten noch: Das ist aber nett. Wer macht denn so was? Und als wir dort so saßen und die Sonne genossen, kam plötzlich ein Mann mit einem Tablett mit zwei Tassen mit Espresso, Zucker und Spitzbubengebäck. Er wünschte uns mit herzlichen Worten ein gutes neues Jahr und meinte, dass wir es uns schmecken lassen sollten.“

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Als er die überraschten Gesichter der beiden Ausflügler sah, erklärte er, dass er bei Menschen, die er das erste mal im neuen Jahr sehe, gerne auf dieses Weise ein gutes neues Jahr wünsche. „Wir kennen dort niemanden, wollten einfach die schöne Gegend genießen und dann solch ein Erlebnis. So eine herzliche Geste gegenüber völlig Fremden, das habe ich noch nie erlebt“, sagt Christa Herold immer noch ganz bewegt.

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Der Mann habe noch gemeint, wenn sie nach der Rast weiterzögen, sollten sie das Tablett einfach hinter der Bank abstellen. „Aber wir wollten es dann doch nicht einfach stehen lassen. Die nächsten Häuser waren doch ein Stück entfernt, so haben wir es zurückgebracht. Dort trafen wir auf den Sohn des Mannes. Er sagte uns, dass sich der Vater so über die Begegnung gefreut habe. Und dann meinte er, wir sollen noch kurz warten. Als er zurückkam, hatte er ein Packerl selbstgebackener Platzerl dabei, die er uns noch mit freundlichen Worten mit auf den Weg gab.“

Bewegendes Erlebnis in schwierigen Zeiten

Zurück in ihrem Zuhause bei München ließ sie das Erlebte nicht mehr los. „Ich finde das wirklich schön, dass es so etwas noch gibt und ich möchte die Geschichte mit anderen teilen.“ Um das Bankerl vor einem eventuell zu großen Ansturm zu bewahren, wolle die den genauen Standort öffentlich nicht nennen.

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