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Gesamtkonzept-Manager Heinz Oesterle zu den Zielen

Die vier Säulen der innerörtlichen Mobilität in Feldkirchen-Westerham

Das Konzept der innerörtlichen Mobilität erklärte Heinz Oesterle (Mitte) auch am Rande der Bürgerversammlung im Oktober in Feldkirchen-Westerham.
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Das Konzept der innerörtlichen Mobilität erklärte Heinz Oesterle (Mitte) auch am Rande der Bürgerversammlung im Oktober in Feldkirchen-Westerham.
  • Silvia Mischi
    VonSilvia Mischi
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In puncto Mobilität tut sich was in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham. Zusammen mit einem tatkräftigen Team bestehend aus Hans-Günther Brassel, Susanne Eppacher, Wilfried Hauffen, Hubert Steffl, Dr. Ernst Geord Nied, Erhard Passauer und Christine Knoll wird unter der Leitung von Heinz Oesterle gleich an mehreren Frontengefeilt, gewerkelt und konzipiert.

Feldkirchen-Westerham – Heinz Oesterle stand dem Mangfall-Boten Rede und Antwort zum Thema innerörtliche Mobilität in Feldkirchen-Westerham.

Auf vier Säulen steht die innerörtliche Mobilität. Warum gerade auf diesen Vier?

Heinz Oesterle: Unter professioneller Leitung von Hans-Günther Brassel wurden Ist-Stand und Erwartungen abgefragt, Ideen gesammelt und erste Umsetzungsüberlegungen erarbeitet. Die Priorisierung der Themen ergab unter dem Schirm eines Gesamtmobilitätskonzept für die Gemeinde vorerst drei Projekte: gemeindeweite Aufstellung von Mitfahrbankerln, weiterer Ausbau hin zu einer rad- und fußgängerfreundlichen barrierefreien Gemeinde sowie Einrichtung eines Bürgerbusses. 2019 gab es – Wünsche aus der Bürgerschaft aufgreifend – ein zusätzliches Teilprojekt „eCarsharing“.

Wie sieht es mit der Finanzierung aus?

Heinz Oesterle: Für die Realisierung des Gesamtmobilitätskonzepts sowie seiner Teilprojekte stellt der Gemeinderat mit Beschluss vom 28. Mai 2019 beginnend mit dem Haushalt 2020 ein eigenes Budget zur Verfügung. Für 2020 und 2021 beträgt dies jeweils 50 000 Euro.

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Was versprechen Sie sich von dem Gesamtkonzept?

Heinz Oesterle: Das generelle Ziel ist es, die in unserer Gemeinde fehlenden öffentlichen Verkehrsangebote im Sinne eines aktiven Klimaschutzes und einer nachhaltigen Mobilitätspolitik zu ergänzen und auszubauen. Dazu muss man die Frage beantworten: „Wie kann ich ohne eigenes Auto beziehungsweise ohne dieses benutzen zu müssen, in der Gemeinde mobiler werden beziehungsweise bleiben. Letztlich tragen wir damit dazu bei, den Individualverkehr zu verringern.

Wie ist der Status quo bei Mitfahrbankerl und Bürgerbus?

Heinz Oesterle: Für den Gmoabus sind wir seit 1. November in der Umsetzungsphase. Sprich wir treffen alle notwendigen Maßnahmen, damit im Frühjahr nach hoffentlich überstandener Pandemie der offizielle Startschuss erfolgen kann. Entsprechendes gilt auch für das Mitfahrbankerl. Die Bankerl mit Richtungsanzeigern für acht definierte Standorte sind fertig. Weitere Standorte sind jederzeit möglich. Die Aufstellung von je einem Mitfahrbankerl in den Nachbargemeinden Aying, Weyarn und Bruckmühl ist vereinbart.

Und wie sieht es beim eCarsharing aus?

Heinz Oesterle: In Vagen wurden von der Elektrizitäts- und Wasserversorgungsgenossenschaft eG (EWG) Vagen bereits zwei Ladesäulen für Elektromobile aufgestellt. Die Vagener Vereine sollen dazu bewogen werden, gemeinsam einen E-Bus für die ortsansässigen Vereine zu leasen. Dieser Bus könnte dann von den Vereinen zu Ausflügen, auswärtigen Terminen gemietet werden. Auch die Möglichkeit des Sharings durch Privatpersonen ist denkbar. Falls das Projekt gut funktioniert, kann überlegt werden, ob auch in anderen Ortsteilen ein E-Bus für die jeweilig ortsansässigen Vereine sinnvoll wäre.

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Wie sieht es mit dem Bedarf aus?

Heinz Oesterle: Für den Gmoabus – Bürger fahren für Bürger – ist der Bedarf durch eine entsprechende Umfrage erhoben. 1000 Fahrten werden in der Anfangszeit pro Jahr erwartet. 80 Haltestellen soll es in der Gemeinde geben. Der Bus ist montags bis freitags, jeweils von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr, im Einsatz. Das Mitfahrbankerl wird in allen Gesprächen gerade in der Vernetzung mit dem Gmoabus als sehr positiv bewertet. Für viele ist aber das Fahrrad das geeignetste und liebste Verkehrsmittel. Andere können nur zu Fuß und öfters nur noch mit Hilfe mobil sein. Für diese Bürger sind gute Fahrradverbindungen und Barrierefreiheit ganz wesentlich. Der Bedarf fürs eCarsharing wird vor allem interkommunal gesehen.

Zusammen mit Ihnen ist eine ganze Truppe in puncto „Innerörtliche Mobilität“ im Einsatz. Warum die Aufteilung in Zuständigkeiten?

Heinz Oesterle: Die Aufteilung ergibt sich aus den unterschiedlichen Projektschwerpunkten und der damit verbundenen Detaillierung. Da alle ehrenamtlich tätig sind, ist es geboten „die Last auf mehrere Schultern zu verteilen“. Meine Aufgabe ist es unter anderem die Vernetzung zwischen den Einzelprojekten sichtbar zu machen und zu fördern sowie die Verbindung zur Gemeinde zu halten.

Ortsräte, Kirchengemeinden, Bürger, Vereine – sie alle sollen sich einbringen. Inwiefern ist dies schon geschehen oder überhaupt möglich?

Heinz Oesterle: Einbeziehung von Bürgern versteht sich per Definition bei einem ‚Bürgerprojekt‘. Vereine wie der E-Bus Vagen oder das Soziale Netzwerk und Ortsräte waren bei der Auswahl der Haltestellen für den Gmoabus ebenso beteiligt wie bei den Standorten der Mitfahrbankerl. Sie werden nochmals zu Bike&Walk um Mithilfe gebeten. Die Kirchengemeinden sind zurückhaltend.

Nehmen sich die einzelnen Säulen nicht gegenseitig die Nutzer weg? Oder wie muss man sich das gegenseitige Ergänzen der Angebote vorstellen?

Heinz Oesterle: Die Frage der gegenseitigen Wegnahme der Nutzer stellt sich nicht. Die Angebote ergänzen sich: insbesondere Gmoabus und Mitfahrbankerl. Andererseits: Wer hauptsächlich mit dem Fahrrad mobil ist, könnte sich – sofern nötig – entweder ein E-Auto teilen oder sich aufs Mitfahrbankerl setzen oder gar den Gmoabus nutzen. Und wer lieber auf das Zweitauto verzichtet und dafür ein E-Auto shared, kann jederzeit jemanden, der auf dem Bankerl sitzt, mitnehmen.

Das waren die Anfänge

2019 trafen sich auf Initiative des Sozialen Netzwerks mit seiner damaligen Vorsitzenden Ursula Borkenhagen Gemeinderäte, Bürgermeister, Gemeindeverwaltung sowie Vertreter von Vereinen, Kirchen, sozialen Vereinigungen und Ortsräten zu einem Workshop zum Thema ‚Innerörtliche Mobilität‘.

Es war der Startpunkt für ein Mobilitätskonzept – getragen von den Bürgern und mit Unterstützung der Gemeinde. Ziel war und ist es, die in der Gemeinde fehlenden öffentlichen Verkehrsangebote im Sinne eines aktiven Klimaschutzes und einer nachhaltigen Mobilitätspolitik zu ergänzen und auszubauen.

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