Selbstloser Einsatz

Die Helden vom Triftbach: Bruckmühler Kameraden mit Christophorus-Medaille ausgezeichnet

Die Helden des 17. Januar 2019: Maxi Weiß (links) und Andreas Kästner (rechts) präsentieren ihre Auszeichnungen. Kommandant Thomas Kamke (Mitte) ist stolz auf seine Kameraden und würdigt ihren selbstlosen Einsatz.
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Die Helden des 17. Januar 2019: Maxi Weiß (links) und Andreas Kästner (rechts) präsentieren ihre Auszeichnungen. Kommandant Thomas Kamke (Mitte) ist stolz auf seine Kameraden und würdigt ihren selbstlosen Einsatz.
  • vonJohann Baumann
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Mit der Christophorus-Medaille wurden jetzt Andreas Kästner und Max Weiß von der Feuerwehr Bruckmühl ausgezeichnet. Vor zwei Jahren hatten sie durch ihren selbstlosen Einsatz einem 80-jährigen Mann das Leben gerettet, der mit seinem Pkw im Triftbach versunken war.

Bruckmühl – „Mit Pkw in den Triftbach gestürzt: Feuerwehr befreit bewusstlosen Fahrer“ – so lautete am 17. Januar 2019 die Meldung über einen dramatischen Rettungseinsatz. Ein 80-jähriger Mann war aufgrund gesundheitlicher Beschwerden – es wurde später eine Unterzuckerung festgestellt – mit seinem Pkw am Ende des Wimmerwegs von der Straße abgekommen, etwa 30 Meter weit durch Gehölz und Büsche an der Böschung entlang geschlittert und in den Triftbach gestürzt.

Mit Seilen wurde der damals im Triftbach versunkene Pkw gesichert und geborgen.

Dort wurde das Fahrzeug gut 200 Meter abgetrieben und verkeilte sich an einer Holzbrücke. Eine Anwohnerin verständigte die Bruckmühler Feuerwehr, die unverzüglich anrückte.

Selbstloser Rettungseinsatz

Die beiden Floriansjünger Andreas Kästner (heute 46 Jahre) und Max Weiß (24) sprangen – ohne Neoprenanzüge und nur mit einer Fangleine gesichert – ins vier Grad kalte Wasser. Sie sicherten das Fahrzeug mit Seilen, schlugen ein Fenster ein und befreiten den bewusstlosen Fahrer aus dem vollgelaufenen Pkw. Anschließend übergaben sie ihn an den Rettungsdienst, der ihn in Aiblinger RoMed-Klinik brachte. Auch Maxi Weiß musste dort wegen Unterkühlung ambulant behandelt werden.

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Kästner kann sich an die Situation auch heute noch ganz genau erinnern: „Ja, bist du narrisch – das sind die ersten Gedanken, die dir durch den Kopf schießen, wenn die Alarmmeldung über den Piepser kommt“, schildert der erfahrene Feuerwehrler. „Da weißt Du genau, dass es nicht um jede Minute, sondern um jede Sekunde geht, denn ein Mensch hat maximal zwei Minuten unter Wasser.“ Da denke man nur: „Rein ins Auto, im Feuerwehrhaus schnell umziehen, mit der Mannschaft im HLF zur Unfallstelle.“ Dort angekommen, handelten die beiden Männer hochkonzentriert: „Jacke und Schuhe aus, rein ins kalte Wasser. Scheibe einhauen, Auto läuft voll, Ruhe bewahren, Türe aufstemmen. Du ergreifst den Körper, ziehst, was das Zeug hält und draußen ist er. Ran ans Ufer. Geschafft.“

Für ihren beherzten Einsatz erhielten die beiden Lebensretter jetzt auf Vorschlag des Bruckmühler Feuerwehr-Kommandanten Thomas Kamke vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder eine „Öffentliche Belobigung“ und die Christophorus-Medaille. Sie wird seit 1984 für Rettungstaten verliehen, die unter besonders schwierigen Umständen erfolgen.

Auszeichnung gilt dem ganzen Team

Die Auszeichnung besteht aus einer Münze am Band und einer Miniaturausführung und einer Urkunde. „Sie wird verliehen, um die großartige Leistung von Lebensrettern hervorzuheben und zu würdigen“, heißt es in dem vom Regierungschef persönlich unterzeichneten Begleitschreiben, das mit den Worten schließt: „Ihr Handeln verdient unser aller Respekt und Anerkennung.“ Coronabedingt konnten die Auszeichnungen vom Ministerpräsidenten nicht persönlich überreicht werden, ein Übergabe- Nachholtermin ist aber für 2021 geplant.

Beim Fototermin mit unserer Zeitung erklärten die beiden Geehrten: „Wir sind sehr stolz auf die Auszeichnung, aber wir nehmen sie stellvertretend für die gesamte Mannschaft in Empfang, denn die Rettung wäre ohne das Zusammenwirken des Teams nicht möglich gewesen.“

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Auch Kommandant Thomas Kamke freut sich über die Belobigung seiner beiden Kameraden: „Ihre herausragende Leistung erfüllt mich mit großem Stolz. Ihre Selbstlosigkeit hat mich beeindruckt. Wir waren sehr froh, dass wir den Verunglückten lebend an den Rettungsdienst übergeben konnten.“

Auch Bürgermeister Richard Richter zollte den beiden Floriansjüngern hohen Respekt: „Der Markt Bruckmühl kann sich glücklich schätzen, Menschen in seinen Reihen zu wissen, die das Herz am rechten Fleck haben. Der mutige Einsatz verdient die höchste Anerkennung. Ich bedanke mich bei den beiden Herren ausdrücklich für den Dienst am Nächsten“, betont er.

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