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B&O-Gruppe baut nachhaltig – Umbau in Büros und Saal bei weniger Autos möglich

Deutschlandweit einmaliges Parkdeck aus Holz auf dem Aiblinger B&O-Gelände

Dr. Ernst Böhm (rechts), Gesellschafter der B&O-Gruppe Bad Aibling und Zimmerermeister Franz Eder im neuen Parkdeck, das unter anderem mit Baubuche errichtet wurde. Mischi
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Dr. Ernst Böhm (rechts), Gesellschafter der B&O-Gruppe Bad Aibling und Zimmerermeister Franz Eder im neuen Parkdeck, das unter anderem mit Baubuche errichtet wurde. Mischi
  • Silvia Mischi
    VonSilvia Mischi
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Eine Vision für das Bauen der Zukunft und die Städteentwicklung haben Dr. Ernst Böhm, Gesellschafter der B&O-Gruppe aus Bad Aibling, und Zimmerermeister Fanz Eder aus Bad Feilnbach. Sie errichten aktuell das erste Parkdeck aus Holz. Ein Prototyp.

Bad Aibling – „Dazu braucht man Ambitionen“, beschreibt Dr. Böhm das Vorhaben, welches aus der Feder von Professor Hermann Kaufmann, einer Koryphäe im Holzbau, stammt.

Baubuche bekommt besondere Nutzung

Das Projekt vereine in sich Regionalität, Nachhaltigkeit und Flexibilität durch spätere etwaige Umnutzung. „So etwas gibt es deutschlandweit noch nicht“, sind die Beiden stolz. Verwendet wurden unter anderem 14 Kubikmeter Lärchenverbundplatten, 4,5 Tonnen Stahl und weitere vier Tonnen Stahl für die Treppe sowie rund 150 Kubikmeter Sperrholz.

Sollten weniger Parkplätze benötigt werden, kann das Deck etwa in ein Fitnesstudio umgebaut werden.

Auf zwei Decks sind dabei 104 Parkplätze verteilt. Die Maße des Bauwerks sind: rund 70 auf 17 Metern. Unten ist gepflastert, oben asphaltiert. Die Stellplätze sind alle 2,50 Meter breit. 48 Ladestationen für E-Autos sollen dort untergebracht werden., „Der Trend geht nicht mehr zum Parken direkt vor der Haustüre, sondern zu Sammelparkplätzen in Wohnquartieren. Zudem wird es in 20 bis 25 Jahren weniger Autos als heute geben“, prophezeit Dr. Böhm.

Wandelbarkeit in Büros und mehr

Und hier komme die Wandelbarkeit des Parkdecks ins Spiel. Ohne Weiteres sei mit Ergänzungen der Fassade im ersten Stock ein Fitnessstudio oder ein Veranstaltungsraum einzurichten.

Für Büros würde der Aufwand etwas größer, da sanitäre Einrichtungen noch hinzukämen. Wohnungen indes schwieriger daraus zu schaffen. Der nächste Streich liegt schon mit Maßen von circa 70 auf 35 Metern in der Schublade. Ein weiteres Parkdeck mit zusätzlichem Deck samt Dachterrasse mit Rundgang. Durch die Holz-Steckbauweise mit Punktfundamenten samt sogenannten 40er-Dorn wirke das Bauwerk luftig, hell und freundlich.

„Man kann sogar einen Teil kurzfristig abtrennen und als Veranstaltungsraum nutzen“, führt Dr. Böhm aus. Professor Kaufmann habe das Parkdeck bis ins kleinste Detail durchdacht. Glas- und Holz-Zwischenwände seien deshalb problemlos nachträglich zu installieren, ebenso die Außenwände. Auch können die Dächer begrünt werden. Eder hat für das Projekt fünf seiner insgesamt 20 Mitarbeiter komplett abgestellt. Die Bauzeit liegt bei fünf Monaten mit Erdarbeiten, Fahrrampen und Co.

Kosten von 1,5 Millionen Euro

Mit Kosten von 1,5 Millionen Euro müsse man für so ein Parkdeck rechnen. Verwendet wurde unter anderem Baubuche. Denn auch auf dem Holzbausektor muss laut Eder und Dr. Böhm ein Umdenken von nadel- auf gemischte Hölzer erfolgen. Buche sei aber verwindungsfreudig und reagiere stark auf Wasser. „Deshalb bedarf es einer Speziallasur. Die Verarbeitung ist das A und O dabei“, so die beiden Experten unisono. Dann aber sei sie langlebig und von größter Tragfähigkeit. „Holzgebäude, das haben viele Architekten mittlerweile gemerkt, sind oft ästhetischer und ermöglichen schlankere Profile“, weiß der Gesellschafter der B&O-Gruppe.

Helligkeit und eine Steckbauweise zeichnen das nachhaltige Bauprojekt aus.

Auch wenn aktuell der Bedarf höher dazu in der Stadt als im ländlichen Raum sein mag, sieht Dr. Böhm großes Potenzial hier, um beispielsweise auch bestehende Parkplätze von Supermärkten mit Büros oder gar Wohnungen auszustatten.

Kongress der Baukultur im April

„Die brachliegenden Asphaltflächen sind bereits versiegelter Grund, Land in Top-Lage und kann so – gerade bei Wohnungsknappheit – optimal zweitgenutzt werden. Zahlreiche Bürgermeister aus der Region und aus ganz Deutschland würden sich schon für das Projekt interessieren und haben auch schon – coronakonform – erste Besichtigungen vorgenommen. Ebenso ist die Holzbauweise des Parkdecks schon der Deutschen Baukultur ins Auge gestochen. Diese überlegt, Anfang April einen Kongress in Mietraching auf dem B&O-Areal abzuhalten.

„Der Landkreis Rosenheim kann stolz sein, solch einen Vorreiter in seinem Gäu zu haben“, so Eder. Denn eines bringe das zentrale Parkdeck auch noch mit sich. Es sei gegen die Anonymität der Nachbarn. „Man trifft sich, und sieht sich auf dem Weg zum Parkdeck sowie zum Haus und kommt so ins Gespräch“, weiß Dr. Böhm von seinen Mitarbeitern.

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