Dettendorfer Pferdekoppel wird zu unterbayrischer Blumenwiese

In Dettendorf-West besteht nun wieder Baurecht. Durch einen Bauantrag hatte sich herausgestellt, dass der alte Bebauungsplan unwirksam ist. Der Gemeinderat stimmte nun einer Klarstellungs- und Einbeziehungssatzung zu. Stache

Hohe Auflagen der Unteren Naturschutzbehörde erhielt ein Bauwerber in Dettendorf-West. Die Ausgleichsfläche, die er für seinen Hausbau aufzeigen muss, soll aus einer Pferdekoppel in eine Blumenwiese verwandelt werden. Dafür darf er nur regionales Saatgut verwenden. Doch davon gibt es nicht genug.

Tuntenhausen – Der Bauantrag eines Dettendorfers hat einen planungsrechtlichen Marathon verursacht. Das war nicht seine Schuld, denn eigentlich gab es für Dettendorf-West einen Bebauungsplan und damit auch Baurecht.

Alter Bebauungsplan war ungültig

Mit seinem Bauantrag allerdings stellte sich nun heraus, dass dem nicht so ist und sein auserkorenes Baugrundstück im Außenbereich liegt. „Das Landratsamt hat festgestellt, dass der etwa 20 Jahre alte Bebauungsplan aufgrund eines Formfehlers ungültig ist“, erklärt Karin Gnatz vom Bauamt.

Träger öffentlicher Belange gehört

Die Gemeindeverwaltung hat reagiert, eine Klarstellungs- und Einbeziehungssatzung für „Dettendorf-West“ erstellt, die nun vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet wurde. Damit ist Baurecht hergestellt.

Hohe Auflagen der Naturschutzbehörde

Im Vorfeld waren auch die Träger öffentlicher Belange gehört worden. Besonders interessant: die Einwände der Unteren Naturschutzbehörde (UNB). „In der angebotenen Ausgleichsfläche am Westrand des Gehölzstreifens sehen wir nicht das notwendige Aufwertungspotenzial“, heißt es in der Stellungnahme.

Pferdekoppel mit ökologischem Wert

Zum einen habe die Pferdekoppel bereits einen „nicht unbeachtlichen ökologischen Wert“, zum anderen werde sich nur durch den „Wechsel von Beweidung auf Mahd dort keine Blumenwiese einstellen“.

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Nach einem Vor-OrtTermin werden die Auflagen schließlich noch strenger. Die Pferdekoppel, so findet die UNB heraus, werde gar nicht beweidet, sondern für die „Grüngutablagerung missbraucht“.

Artenreiches Grünland soll entstehen

Deshalb gibt es neue Auflagen. Die Gehölze auf der Fläche müssen erhalten werden. Die Brombeer-Büsche im Westteil sollen so entfernt werden, dass sie nicht wuchern. Und für die „Neuanlage eines artenreichen Grünlandes“ auf der Ausgleichsfläche muss der Oberboden abgetragen werden.

Samen aus der Region

Da dieses neue Grünland auch in die Region passen soll, wird dem Bauwerber auferlegt, Regio-Saatgut der Region 17 – das südliche Alpenvorland – zu verwenden und ein Herkunftszertifikat vorzulegen.

Alpenvorland oder Unterbayern?

Da dieses spezielle Saatgut aber im Moment noch gar nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht, darf für die Dettendorfer Ausgleichsfläche „ausnahmsweise Material aus der Region 16“ verwendet werden, aus der unterbayerischen Hügel- und Plattenregion also.

Bauwerber muss Auflagen umsetzen

Der Gemeinderat hat diese Einwände zur Kenntnis genommen. Die Tuntenhausener sehen die Ausgleichsfläche zwar als geeignet an und „sind überzeugt davon, dass sich durch die extensive Bewirtschaftung im Laufe der Jahre eine Blumenwiese entwickeln wird“. Dennoch muss der Bauwerber die Auflagen der UNB umsetzen. Und so kommt ein Stück Unterbayern nach Oberbayern.

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