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Auch Nachfrage nach Holz beschäftigt Waldbesitzer

So schützt die Waldbesitzerveinigung den Wald im Mangfalltal vor Borkenkäfer und anderen Einflüssen

Michael Heffner, Geschäftsführer der WBV Rosenheim-Bad Aibling, prüft den Fichtenbestand in einem Waldstück bei Pullach.
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Michael Heffner, Geschäftsführer der WBV Rosenheim-Bad Aibling, prüft den Fichtenbestand in einem Waldstück bei Pullach.
  • Silvia Mischi
    VonSilvia Mischi
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Mit den sommerlichen Temperaturen der vergangenen Woche haben die Fichtenborkenkäfer zu schwärmen begonnen. „Waldbesitzer, die jetzt Bohrmehl suchen, schützen ihren Fichtenwald am wirkungsvollsten“, fasst Dr. Peter Pröbstle, Leiter der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising, die aktuelle Situation zusammen.

Bad Aibling/Mangfalltal – Buchdrucker und Kupferstecher verlassen derzeit ihre Überwinterungsquartiere und bohren sich jetzt vorzugsweise in liegendes, frisches Fichtenholz oder Schadholz aus Windwürfen ein. Von ihnen ist der Wald im Mangfalltal und in der Region nach Angaben von Michael Heffner Geschäftsführer der WBV Rosenheim in den vergangenen zwei Jahren verschont gewesen. „Aber vor drei Jahren hatten wir einen massiven Befall“, weiß der Diplom-Forstwirt.

Monitoring führt zum Erfolg

Die WBV und ihre Mitglieder sind deshalb vorsorglich im Wald unterwegs und würden bei gelblich-rötlichen Baumkronen oder Bohrmehl sofort tätig werden. Borkenkäferfallen haben sich laut Heffner für den Fang von Borkenkäfern nicht bewährt, ganz im Gegenteil. Diese sind nur für das Monitoring geeignet – also zur Überwachung des Schwärmgfluges des Borkenkäfers.

Unter Borkenkaefer.org kann der Waldbesitzer online nachlesen, ob in seiner Gegend der Schwärmflug bereits eingesetzt hat. Wenn ja, ist das intensive Absuchen der Wälder nach Bohrmehl extrem wichtig. Vor allem dort, wo im vergangenen Jahr der Borkenkäfer Fichten befallen hat. „Das zeigt aber auch den Erfolg der vergangenen beiden Jahre“, hebt Heffner hervor.

Dazu sind folgende Arbeitsschritte notwendig: Befallene Bäume durch Bohrmehlsuche an den Stämmen finden, das befallene Holz aufarbeiten und noch im Mai aus dem Wald zu fahren, mit mindestens 500 Meter Abstand zum nächsten Fichtenbestand. So will man den Flug zu weiteren Bäumen vermeiden.

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Mitgliedsfläche von circa 22.000 Hektar

Die WBV Rosenheim hat circa 3300 Mitglieder mit einer Mitgliedsfläche von circa 22.000 Hektar Wald. Pflegeverträge gibt es mit etwa 60 Mitgliedern und einer Waldfläche von 1500 Hektar. „Wir wachsen stetig“, freut sich Heffner. Circa 150 Mitglieder davon hat die WBV im Mangfalltal.

Der Wald im Landkreis Rosenheim steht derzeit noch gut da. In anderen bayrischen Landkreisen wie München mit der Schotterebene sind die Verhältnisse andere. Längere trockene, heiße Phasen sind für Fichten auf südexponierten, flachgründigen Flächen und auf wechselfeuchten Standorten beziehungsweisen Filzen problematisch.

Die Wasserversorgung ist schnell unterbrochen und damit anfällig für Borkenkäfer. Deutlich robuster ist die Kiefer und mehr noch die Eiche. Als Waldbesitzer ist man den Naturgewalten ausgeliefert. Schneebruch, Trockenphasen, Stürme seien nicht einkalkulierbar.

Sondersortimente deutlich höher

Der Schuh drücke indes bei der Einschlagquote. Die Holzpreise liegen im genannten Rahmen für Sondersortimente deutlich höher. Käferholz wird zu diesen Preisen mit einem Abschlag von 20 Euro pro Festmeter belegt. Letzten Sommer war der Preis für Käferholz bei maximal 28 Euro pro Festmeter, jetzt bei 72/73 Euro pro Festmeter.

Die Nachfrage nach Holz ist derzeit sehr hoch, allerdings sind die Waldbesitzer an die Einschlagsquote gebunden. Neu seit vergangener Woche ist eine Bagatellgrenze von 75 Festmeter je Waldbesitzer. Das bedeutet, dass jeder Waldbesitzer min. 75 Festmeter einschlagen darf, rückwirkend ab 1. Oktober 2020 bis 31. September 2021.

Große Nachfrage nach Konstruktionsholz

Diese besagt, wie viel Holz ein Waldbesitzer fällen darf. Doch durch Corona ist der Bedarf an Ware bei den Sägewerken und Handwerkern hoch. Man suche im Verband und auf Bundesebene nach Lösungen und Hilfen, denn Existenzen könnten hier schnell bedroht sein. Holzveredelungsprodukte wie KVH (Konstruktionsvollholz) oder Leimbinder fehle es, die alle in die USA gehen würden. Hier gibt es laufende Verträge, die eingehalten werden müssen. Hintergrund: Der Markt hatte sich in den vergangenen Jahren verlagert. Kanada, bis dahin Haupt-Holzzulieferant für Amerika, hatte mit dem Latschenkäfer zu kämpfen. Dieser hat in Kanada Wald auf einer Fläche viermal so groß wie die Schweiz zerstört.

Die konstant anhaltende Stärke des Bauhauptgewerbes, ein pandemiebedingt nach wie vor gut laufender Do-it-yourself-Sektor (Baumärkte) und sehr gut laufende Exportmärkte hielten die Nachfrage bei Nadelschnittholz und Bauprodukten aus Holz anhaltend hoch.

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