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„Den Ängsten stellen“

Der spektakuläre Bruckmühler Müllabfuhr-Unfall und seine Folgen

Glück im Unglück: Vhs-Chefin Beate Maurer zeigt, wie nahe der Koloss der Müllabfuhr dem Schreibtisch gekommen ist. Zum Glück war das Büro nicht besetzt.
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Glück im Unglück: Vhs-Chefin Beate Maurer zeigt, wie nahe der Koloss der Müllabfuhr dem Schreibtisch gekommen ist. Zum Glück war das Büro nicht besetzt.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Ein Müllfahrzeug ist ins Gebäude der Bruckmühler Volkshochschule gerutscht. Was seitdem geschah.

Bruckmühl – Ein Schock, ein Loch im Haus und drei kaputte Büros – mehr ist zum Glück nicht passiert beim spektakulären Unfall eines Müllfahrzeugs am 3. Februar. „Ich bin froh, dass es so ausgegangen ist und niemand verletzt wurde“, sagt Daniel Hauser, Geschäftsführer Logistik der Wurzer Umwelt Unternehmensgruppe. „Ich bin seit 20 Jahren im Bereich der Müllabfuhr tätig und habe schon viele Tote gesehen.“

Hauser will sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn sich in diesem Moment ein Fußgänger im Unfallbereich aufgehalten hätte. Dass am Mühllfahrzeug ein Schaden im hohen fünfstelligen Bereich entstanden ist, sei zwar ärgerlich, aber Unfälle passierten nun einmal. Der Fahrer müsse mit keinerlei arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. „Es war schwer genug für ihn“, so Hauser.

Versicherungen prüfen Schäden

Auch die Zwischenwände der Büros sind geborsten.

Gegenwärtig sind die Versicherungen dabei, die Schäden zu prüfen und zu regulieren – sowohl am Lkw, als auch am Haus. „Wir erwarten in den nächsten Tagen noch einen Gutachter“, erklärt Sezer Dogan von der gemeindlichen Bauverwaltung.

Das Gebäude, in dem sich die Volkshochschule (Vhs) und eine Wohnung befinden, gehört einer Eigentümergemeinschaft, zu der auch der Markt Bruckmühl zählt.

„Ein Statiker hat es noch am Unfalltag geprüft. Es bestand zu keiner Zeit Einsturzgefahr“, erklärt Dogan. Die Familie konnte in ihrer Wohnung bleiben. „Und wir sind in die Seminarräume im hinteren Teil des Gebäudes umgezogen“, erklärt Saskia Tajib von der Vhs Bruckmühl. Als der Lkw ins Haus fuhr, war es gerade 6.39 Uhr, noch keiner im Büro. „Wir fangen zum Glück erst 9 Uhr an. Und die Kollegin, die in diesem Büro arbeitet, ist auch gerade nicht da“, so Tajib.

Doch betroffen sind insgesamt drei Büros. In einem klaffte kurzzeitig ein etwa drei mal zwei Meter großes Loch. Die Feuerwehr hatte es noch am Unfalltag mit Stützpfeilern gesichert. Vom Bauhof wurde es kurz darauf abgedichtet und vernagelt. „Wir haben noch am selben Nachmittag unsere Büros umgeräumt“, so Tajib. Die an Mobiliar und Büroausstattung entstandenen Schäden werden noch für die Versicherung aufgelistet: „Aber sie sind überschaubar. Alle elektrischen Geräte haben überlebt.“

Provisorisch vernagelt ist das Loch in der Hauswand. Die Bauarbeiter warten auf grünes Licht der Gutacher.

Baulich betroffen sind insgesamt drei Büros im vorderen Bereich des Gebäudes, in dem sich das Büro von Vhs-Leiterin Beate Maurer und der Bereich für den Kundenverkehr befanden. „Unsere Besucher klopfen einfach ans Fenster oder kommen über den Hintereingang zu uns“, beschreibt Tajib die Übergangslösung.

Baufirmen stehen in den Startlöchern

Wie lange das Provisorium anhalten wird, hängt von der Versicherung ab. „Wir haben schon Angebote von Firmen eingeholt“, informiert Sezer Dogan von der Bauverwaltung. Gebraucht würden Baumeister, Trockenbauer, Elektriker, Fensterbauer und eventuell auch Bodenleger. „Wir warten nur noch auf die Freigaben der Gutachter, dann können sie losgelegen“ Saniert werden müssen alle drei betroffenen Büros.

Zwei Wochen nach dem Unfall gewöhnen sich die Betroffenen an die neue Normalität. „Nein, es ist kein ungutes Gefühl zurückgeblieben“, versichert Saskia Tajib von der Volkshochschule. Und auch der Fahrer, der vermutlich durch einen Fahrfehler im Bruchteil einer Sekunde mit seinem Lkw in der Hauswand steckte, ist schon wieder für die Müllabfuhr auf Achse. Ob er nun ängstlich oder unsicher ist? „Seinen Ängsten muss er sich stellen“, so Logistik-Chef Hauser.

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