LESERFORUM

Der Naturschutz bleibt auf der Strecke

Leserbrief zum Bericht „Jeder Quadratmeter Land zählt“ im Lokalteil:

Das Bruckmühler schwarze Imperium unter seinem Lord Mayor lässt grüßen – es bereitet seine Ausdehnung weiter vor. Eine Baumschutzverordnung wäre dabei hinderlich. Ab 20 000 Einwohner avanciert der Markt zur mittleren Stadt und für den Lord Mayor mit mehr Verantwortung und Arbeit sicher auch ein verbessertes Einkommen.

Ärgerlich dabei ist nur, die Taktik von langer Hand geplant, und die Natur auf der Strecke lässt; es zählt ja jeder Quadratmeter und längerfristig vergisst der Mensch – mit Sicherheit. Selbst denkt er auch meist nur kurzfristig: Stirbt die Natur, wird auch der Mensch krank und wird langfristig sterben. An Insekten und sonstiges Getier wird ebenso wenig gedacht.

Die Handschrift der Taktik aber ist beweisbar: Die Beschneidungen grüner Baumflecken am Marienburger Weg, Sperberstraße, extrem jüngst an der Gottlob-Weiler-Straße, Baumschnitte am Kindergarten „Vergissmeinnicht“ unter der Argumentation der Fürsorgepflicht und so weiter. Zusammengefasst: Die Natur besitzt keine Lobby, nur ein riesiges Gedönse ohne wahre Aktivitäten zum wirklichen Schutz für sie. Diese Feststellung gilt für das Handeln von Landesregierung, der Gemeinde – und auch der Bürger selbst ist da sehr häufig nicht auszunehmen. Er wird sich sicher darüber freuen, dass es keine Baumschutzverordnung in der Gemeinde geben wird – das wäre ja sehr wohl ein unliebsames Hindernis für viele Aktivitäten. Zur Erinnerung: Indianischen Ursprungs sei der Ausspruch „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ Schon 1968 sang Alexandra „Mein Freund der Baum ist tot, erstarb im frühen Morgenrot.“ Wie wohl?

Uwe A. Herrmann

Bruckmühl

Kommentare