Der Hüter des Auwaldbiotops ist gestorben – Nachruf auf Hans Greither

Hans Greither war nicht nur ein leidenschaftlicher Naturfilmer und immer mit seiner Kamera unterwegs, sondern auch der Hüter des Auwaldes in Bruckmühl.
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Hans Greither war nicht nur ein leidenschaftlicher Naturfilmer und immer mit seiner Kamera unterwegs, sondern auch der Hüter des Auwaldes in Bruckmühl.

Die Kamera hatte er immer im Gepäck. Hans Greither war Naturfilmer und Fernsehkorrespondent mit Leidenschaft. Und er war der Hüter eines der letzten Auwälder. Anfang August ist der „Jäger der Augenblicke“ im Alter von 93 Jahren gestorben.

Lenggries/Bruckmühl – Hans Greither lebte bis zuletzt in seinem Haus in Letten. „Ich habe ihm versprochen, dass er dort seinen Lebensabend verbringen kann“, sagt seine älteste Tochter Aki Schwarzenberger. Im engsten Familienkreis hat sie dieser Tage mit ihren vier Geschwistern und Angehörigen auf dem Kirchenfriedhof in Rottach-Egern Abschied genommen. „Der Papa ist ins Tegernseer Tal zurückgekehrt“, sagt sie.

Hans Greither ist dort aufgewachsen, ehe es ihn 1958 zusammen mit seiner Frau Helga nach Letten verschlug. Dort machte der „Jäger des Augenblicks“ sein Hobby zum Beruf. Bereits Anfang der 1960er-Jahre produzierte er für das Familienprogramm des Bayerischen Fernsehens Kinder- und vor allem Tierfilme. „Meine großen Vorbilder waren Eugen Schumacher, Heinz Sielmann und Bernhard Grizmek“, erzählte er oft.

Ein Jäger der Augenblicke

Über 1000 Filme und Beiträge sind im Laufe seines Lebens entstanden. Greither belieferte vorwiegend die Sendereihen „Unter unserem Himmel“, „Zwischen Spessart und Karwendel“ sowie „Land und Leute“.

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Als „Korrespondent Oberland“ kam er für das Bayerische Fernsehen in ganz Bayern herum. Er war beispielsweise 1965 beim Lawinenunglück auf der Zugspitze vor Ort oder auch 1975 beim Zugunglück in Warngau. Sämtliche Sender in Europa übernahmen damals seinen Drei-Minuten-Film von der Katastrophe.

Ob Leonhardifahrt oder das Osterfeuer-Tragen – Hans Greither hat viel altes Brauchtum im Isarwinkel dokumentiert. Die Gemeinde Lenggries hat ihn für seine Verdienste mit der Silbernen Bürgermedaille geehrt.

Mit der Natur verbunden

Zeitlebens war Hans Greither der Natur verbunden. Gemeinsam mit seinem Bruder Otto machte er es sich zur Aufgabe, einen der letzten natürlichen Auwälder in der Region für die Nachwelt zu erhalten. So entstand in Bruckmühl auf einer Fläche von fast drei Hektar ein Erholungsort für Mensch und Tier sowie ein Lernort Natur.

Mehr als 20 Jahre widmete sich Hans Greither als Kurator dem Salus-Auwald-Biotop und dem benachbarten Tierkundemuseum. Seine besondere Leidenschaft galt dem Farnwald, für den er auf der ganzen Welt neue Pflanzen sammelte.

Inspiriert von der Vielfalt des Auwaldes

Die Vielfalt des Auwaldes inspirierte ihn. Auf seine Initiative hin wurde nicht nur die Baumsammlung immer umfassender, sondern entstanden auch Attraktionen wie Orchideensammlung, Kräutergarten, Torfhütte, Märchenpark, Energiepark, mobile und stationäre Videosysteme für Tieraufnahmen, ein Steingarten für alpine Pflanzen oder eine Schwimmbrücke. In einem Buch hielt er die im „Arboretum“ vorhandenen Baumarten fest. Für sein unermüdliches Engagement erhielt Hans Greither die Ehrenmedaille der Marktgemeinde Bruckmühl.

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Auch in seiner Heimat Lenggries hinterließ der Naturfreund Greither seine Spuren. „Der Gänsesägerbestand mit einigen hundert Brutpaaren in Südbayern ist ein schönes Erbe Hans Greithers für alle Naturbegeisterten“, sagt sein Freund Heribert Zintl. „Sein Gänsesägerfilm wird von Fernsehsendern immer wieder einmal gezeigt.“

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