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Helmut Giese für verdienstvolles Wirken ausgezeichnet

Der Hüter der Bruckmühler Schätze feiert seinen 80. Geburtstag

Für sein langjähriges verdienstvolles Wirken wurde Helmut Giese (rechts) an seinem 80. Geburtstag vom Innerminister geehrt. Bürgermeister Richard Richter überbrachte die Urkunde und einen Genusskorb der Marktgemeinde.
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Für sein langjähriges verdienstvolles Wirken wurde Helmut Giese (rechts) an seinem 80. Geburtstag vom Innerminister geehrt. Bürgermeister Richard Richter überbrachte die Urkunde und einen Genusskorb der Marktgemeinde.
  • VonJohann Baumann
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Er hat in 40 Jahren als Lehrer tausende Kinder auf ihrem Weg ins Leben begleitet. Er ist Konservator aus Leidenschaft und seit 34 Jahren der „Hüter der heimatlichen Schätze“ des Marktes Bruckmühl. Die Rede ist von Helmut Giese, der jetzt bei bester Gesundheit seinen 80. Geburtstag feierte.

Bruckmühl – Er wurde zwar in München geboren, zog aber mit seiner Mutter schon nach einer Woche nach Bruckmühl zurück. Seitdem ist er in mehrfacher Hinsicht fest in der Marktgemeinde verwurzelt. Nach seinem Abitur an der Staatlichen Oberrealschule für Knaben in Rosenheim – heute das „Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium“ – absolvierte er sein Lehramtsstudium an der Pädagogischen Hochschule in München-Pasing.

29 Jahre Lehrer an Grundschule Götting

Über Lehrer-Stationen unter anderem in Günzburg, Hausham und Bad Aibling kam er 1973 nach Bruckmühl und wechselte nach drei Jahren an die Grundschule Götting. Dort blieb er 29 Jahre lang – bis zu seiner Pensionierung nach insgesamt 40 Jahren im Schuldienst. „Ich war immer gern Lehrer und hatte viel Freude an meinem Beruf“ bekannte er im Gespräch mit dem Mangfall-Boten.

1969 schloss er mit seiner Frau Renate den Bund der Ehe, aus der drei Kinder und zwei Enkelkinder entstammen. Die Familie wohnte zunächst in der Vagener Au und zog 1974 in das neu erbaute Eigenheim nach Waith.

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Der Jubilar engagierte sich in der evangelischen Kirchengemeinde Bruckmühl, wo er dem Kirchenvorstand und 40 Jahre lang dem Kirchenchor angehörte. 1987 suchte die Marktgemeinde einen Betreuer der im Rathauskeller befindlichen heimatkundlichen Sammlung. Helmut Giese sagte zu – jedoch unter der Bedingung, „dass sie in einem schöneren Raum untergebracht wird“.

Fortan betreute der heimatverbundene Lehrer die Sammlung, die später ins „Oberstübchen“ des Rathauses (Speichergeschoss) umzog. Wegen des geplanten Rathaus-Umbaus wurde sie 2020 temporär in das neue BRK-Gebäude verlegt und mit tatkräftiger Unterstützung durch die „Archiv-Assistentin“ Marieluise Kahlhammer neu strukturiert. Im Zuge der Umstrukturierung wurden das bäuerliche Gerät, das der heimatkundlichen Sammlung im Laufe der Jahre vermacht wurde, dem Dorfmuseum in Feldolling zur Verfügung gestellt.

Das „History-Buch“ von 1752 erzählt die Geschichten von Heilig- und Selig-Gesprochenen.

Die heimatkundliche Sammlung der Marktgemeinde verfügt über einige tausend Exponate. Als besondere Kostbarkeit zeigt der Hüter der heimatlichen Schätze stolz das Buch „Heiligenlegende“ von 1752 und das aus dem Jahr 1777 stammende Lehrbuch „Allgemeine Weltgeschichte“.

Das Lehrbuch „Allgemeine Weltgeschichte“ stammt aus dem Jahr 1777.

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Ein weiteres Prachtstück der Sammlung ist ein versteinerter Mammut-Backenzahn, der am Nordhang des Irschenbergs gefunden wurde. Ebenfalls vorhanden ist ein Gemälde des bekannten Bruckmühler Malers Hans Bob, das seinerzeit im Amtszimmer des früheren Bürgermeisters Eduard Bergmüller hing. All diese Kostbarkeiten hat Helmut Giese entweder selbst zusammengetragen oder sie wurden ihm von Bürgern für die Sammlung zur Verfügung gestellt.

Dass der Konservator aus Leidenschaft bereits zwei Bild- und Textbände über die Bruckmühler Geschichte herausgegeben hat und über ein umfassendes heimatkundliches Wissen verfügt, soll ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. „Es ist mir ein besonderes Anliegen, mit der heimatkundlichen Sammlung die Geschichte Bruckmühls und des Mangfalltals zu dokumentieren und für künftige Generationen am Leben zu erhalten“, unterstreicht Giese im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dankurkunde des Innenministers

Für sein unermüdliches Wirken für die Sammlung wurde er 2016 mit der Ehrenmedaille der Marktgemeinde ausgezeichnet. Bürgermeister Richard Richter gratulierte bei einer kleinen Feierstunde im Archiv im Namen der Marktgemeinde mit einem kulinarischen Genusskorb. Er wünschte dem Jubilar Gesundheit und Glück „und dass Sie unsere Sammlung noch Jahrzehnte begleiten“.

Zur großen Freude des Geburtstagskindes überreichte er ihm noch ein weiteres, ganz besonderes Geburtstagsgeschenk: Eine von Innenminister Joachim Herrmann unterzeichnete Urkunde des Freistaates Bayern, mit der dem „Heimatpfleger des Marktes Bruckmühl für sein langjähriges verdienstvolles Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung Dank und Anerkennung ausgesprochen wird“.

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