Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Jahresinterview mit Rathauschef

Das sind die Projekte 2022 in Bad Aibling

Eines der großen Projekte der Stadt Bad Aibling: Der Neubau der St.-Georg-Schule. Die Schule soll zum Schulstart nach den Sommerferien 2023 fertig sein.
+
Eines der großen Projekte der Stadt Bad Aibling: Der Neubau der St.-Georg-Schule. Die Schule soll zum Schulstart nach den Sommerferien 2023 fertig sein.
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
    schließen

Der Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) erzählt im Interview von großen Projekten, die 2022 auf der Agenda stehen sowie von einem neuen Hotel, neuen Kindergärten und was in die Warteschleife geschickt wird.

Bad Aibling – Seit knapp zwei Jahren hat Corona die Kommunen im Griff: Feste werden abgesagt, Veranstaltungen verschoben. Fast zeitgleich, im Früjahr 2020, wurde Stephan Schlier zum Bürgermeister der Stadt Bad Aibling gewählt. Wie lief es 2021? Was ist 2022 geplant? Diese Fragen beantwortet der 33-Jährige, der im Dorf Mietraching wohnt, im Interview.

Herr Schlier, können Sie das Jahr 2021 in Bad Aibling in zwei Sätzen beschreiben?

Stephan Schlier: Wir waren wegen Corona einerseits ein zweites Jahr im Ausnahmezustand, andererseits war es aber auch ein erfolgreiches Jahr, weil wir uns trotz widriger Umstände und ständig neuen Herausforderungen nicht haben aufhalten lassen und das Beste aus der Situation gemacht haben. Wir haben viel umgesetzt.

Was zum Beispiel?

Schlier: Wir sind ein gutes Stück beim Neubau der Grund- und Mittelschule St. Georg vorangekommen, haben den Architektenwechsel gut gemeistert, eine solide Kostenberechnung beschlossen und sind voll im Zeitplan.

Was brennt Ihnen am meisten unter den Nägeln?

Schlier: Bad Aibling hat in den allermeisten Bereichen einen sehr hohen Standard. Mir ist wichtig, dass wir uns trotzdem nicht ausruhen, sondern stetig versuchen, besser zu werden. Nehmen Sie als Beispiel die Familienfreundlichkeit. Hier wollen wir auf der Höhe der Zeit bleiben: Zu den nächsten Sommerferien werden der Neubau eines dreigruppigen Kinderhorts hinter der Luitpold-Grundschule und der Waldkindergarten an der Ghersburgstraße fertig.

Sanierung und Erweiterung der Feuerwehr

Welche großen Projekte stehen 2022 noch an?

Schlier: Die Sanierung und Erweiterung der Feuerwehr Bad Aibling zum Beispiel. Wir rechnen im September mit dem Start des ersten von drei Bauabschnitten. Darüber hinaus gibt es auch private Projekte, die für die Stadt wichtig sind: Das Wohn- und Geschäftshaus am Kellerberg. Dort entsteht neben Wohnungen auch ein Ärztezentrum. Das soll im Sommer fertig werden. Der Abbruch der Gebäude Kirchzeile 1 und Marienplatz 4 steht im Frühjahr an, um Platz für das lange diskutierte Lichtspielhaus und das Projekt „Wohnen am Mühlbach“ zu machen.

In Bad Aibling wird Wohnraum geschaffen. Dennoch wird er immer teurer, wie schaut es mit Einheimischenmodellen?

Schlier: Das sogenannte „Aiblinger Modell“ bietet vergünstigen Wohnraum für Einheimische. Die Bauarbeiten in den neuen Baugebieten „Ellmosener Wies“ und „Harthausen Ost“ sehen jeweils 30 Prozent der Gesamtwohnfläche für dieses Modell vor.

Gibt es schon Bewerber?

Schlier: Ja, durchaus einige. In einem ersten Schritt fragte die Verwaltung ab, welche Wohnungsgrößen besonders nachgefragt sind. Dies wurde den Bauträgern mitgeteilt, damit sie genau auf den Bedarf reagieren können. In beiden Fällen wird bis etwa August nach dem Stand der Anmeldungen entschieden, welche Bürger die Kriterien des Einheimischenprogramms erfüllen und wer letztlich zum Zuge kommt.

Wie steht es um den ÖPNV?

Schlier: Der Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Bad Aibling soll fortgeschrieben werden. Hierfür benötigen wir noch einen entsprechenden Gremiumsbeschluss. Von diesem Vorhaben erwarte ich mir neben diversen Punkten zur Verbesserung der Verkehrssituation für alle Verkehrsteilnehmer – Aussagen etwa über Beschilderungen, Verkehrslenkung, Querungshilfen – auch konkrete Aussagen zum ÖPNV, wo beispielsweise Bushaltestellen entstehen sollen oder welche Gebiete von einem Bus angefahren werden sollten. Für Bad Aibling erhoffe ich mir mittelfristig eine verbesserte Bussituation mit weiteren Anbindungen, zum Beispiel im B&O-Parkgelände oder in der Madau. Eine zweite Moorexpress-Linie fand im Stadtrat in der Vergangenheit aus nachvollziehbaren Gründen keine Mehrheit. Stattdessen wurde das Seniorentaxi gestärkt.

Ergebnisse sollen Ende 2022 vorliegen

Gibt es etwas Neues zu den Ergebnissen der Bodenproben der einstigen Hausmülldeponie?

Schlier: Bisher nicht. Die vom Landratsamt beauftragte Fachfirma entnahm zwar die Bodenproben. Ergebnisse der Auswertung sollen hingegen erst Ende des Jahres vorliegen. Politisch ist das Thema in Bad Aibling geklärt: Uns war wichtig, uns mit dem Beschluss über die Anerkennung einer früheren gemeindlichen Hausmülldeponie schützend vor die Anwohner zu stellen, damit auf diese keine Kosten zukommen. In Folge dieses Beschlusses wird kein Eigentümer als Störer in Haftung genommen werden.

Aktuelle Nachrichten und Artikel rund um das Thema Coronavirus in der Region finden Sie auf unserer OVB-Themenseite

Gibt es neue Informationen zu den Schwarzbauten am Schmelmer-Hof?

Schlier: Es liegt in der Zuständigkeit des Landratsamtes tätig zu werden und etwa einen Rückbau zu verlangen, sofern der Betreiber dem nicht selbst zuvorkommt. Der Bauausschuss jedenfalls hat den Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes, der die gewünschte Nutzung grundsätzlich ermöglicht hätte, zuletzt abgelehnt. Diesen Beschluss haben wir dem Landratsamt übermittelt, welches nun am Zug ist.

Wie schaut es mit den Jugendlichen aus? Die Jimmies hatten angesprochen, dass sie neue Räume benötigen. Daraufhin hatte die CSU einen Antrag gestellt, zu prüfen, ob Räume im Bahnhof infrage kämen.

Schlier: Priorität hat für mich, dass die Jimmies auf Dauer eine Bleibe haben, die einfach passt. Aktuell gibt es diese mit dem Bergwerk noch. Die Idee, die Jugendlichen künftig im noch zu sanierenden Bahnhofsgebäude unterzubringen, wird in die Überlegungen als eine von mehreren Varianten mit einbezogen. Ergebnisse der Machbarkeitsstudie liegen noch nicht vor, das Architekturbüro wurde erst kürzlich beauftragt.

Umbau sicherlich nicht vor 2024

Wie steht es um die Sanierung des Gebäudes am Bahnhofs?

Schlier: Die Stadt erwarb das Gebäude im Jahr 2020. Uns ist eine sinnvolle Nutzung sehr wichtig, vor allem, da der Bahnhof für Bad Aibling eine wichtige Visitenkarte abgibt. Mir persönlich liegt besonders viel daran, dass ein Postamt in das Gebäude kommt. Ich muss aber auch sagen, dass aufgrund vieler anderer Pflichtaufgaben vor 2024 sicherlich nicht mit dem Umbau begonnen wird. Mittel aus der Städtebauförderung wird es voraussichtlich keine oder nur wenige geben.

Wie ist der Stand beim Dorfgemeinschaftshaus in Berbling?

Schlier: Nach einem kleinen Wettbewerb wurde mit Vertretern des Dorfes ein Architekt mit einem Siegerentwurf ausgewählt. Benno Bauer wurde mit der Planung beauftragt. Der Bau wird im Zuge der Dorferneuerung realisiert.

Brauchen Parkdeck dringend

Bei der Bürgerversammlung haben sich die Bad Aiblinger über die unzureichenden Parkplätze geäußert. Was ist aus den Plänen des Parkdecks an der Lindenstraße geworden?

Schlier: Zunächst haben wir mit der Verlagerung des Genussmarktes weg vom Asamparkplatz auch am Freitag wieder ein paar Stellplätze gewonnen. Wegen laufender und anstehender Baumaßnahmen bleibt die Situation noch angespannt, auch wenn nicht wenige Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Dennoch brauchen wir das Parkdeck an der Lindenstraße dringend. Es gibt einen fertigen Vorentwurf des Architekturbüros Behnisch, der in der Schublade liegt. Aus Kostengründen wurde diese Planung bislang noch nicht verwirklicht.

Es gab Gespräche zu einem Hotel an der Therme. Hat sich dort etwas ergeben?

Schlier: Hierzu gibt es Überlegungen und Gespräche. Heuer rechne ich an dieser Stelle mit Bewegung. Die Stadt und ich ganz persönlich begrüßen solche Planungen außerordentlich. Wir stärken damit Bad Aibling als Tourismusstandort und unsere Therme.

„Wir planen was geht“

2021 mussten einige Veranstaltungen abgesagt werden. Wie schaut es 2022 aus?

Schlier: Wir planen, was geht. Notfalls müssen wir etwas absagen. Ich hoffe sehr, dass der Weihnachtsmarkt heuer am neuen Standort stattfinden kann. ZAMMA, das große Inklusionsfestival, welches der Bezirk Oberbayern bei uns vom 2. bis zum 10. Juli ausrichten wird und das von den Bad Aiblinger Bürgern und Vereinen getragen wird, ist der Höhepunkt im Veranstaltungsjahr. ZAMMA soll im Bürgerfest münden, auf das wir lange verzichtet haben.

Mehr zum Thema

Kommentare