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Interview

Das plant die Bad Aiblinger Klimaschutzmanagerin 2022

Trinkwasserbrunnen, LED-Ausbau und eine Ausstellung sind für 2022 geplant: Natalie Tomlinson-Kurz ist seit April die Klimaschutzmanagerin der Stadt Bad Aibling.
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Trinkwasserbrunnen, LED-Ausbau und eine Ausstellung sind für 2022 geplant: Natalie Tomlinson-Kurz ist seit April die Klimaschutzmanagerin der Stadt Bad Aibling.
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
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Bad Aibling - Natalie Tomlinson-Kurz (38) ist seit April in der Kurstadt für den Klimaschutz zuständig. Was sie bereits auf den Weg gebracht hat, und was ihre Ziele für 2022 sind, verrät sie hier.

Frau Tomlinson-Kurz, haben Sie sich gut eingelebt?

Natalie Tomlinson-Kurz: Ja, auf alle Fälle. In den ersten sechs Monaten habe ich mich erstmal mit allem vertraut gemacht und meine Arbeit strukturiert. Ich bin ja die erste Klimaschutzmanagerin der Stadt Bad Aibling und da stand natürlich nicht von vornherein zu 100 Prozent fest, wo die Reise hingeht. Sicher war nur, dass ich ein Klimaschutzkonzept für die Stadt erarbeiten werde.

Wer ist denn Ihr erster Ansprechpartner?

Tomlinson-Kurz : Ich bin zwar dem Bauamt angegliedert, aber in den allermeisten Fällen ist mein erster Ansprechpartner der Bürgermeister Stephan Schlier.

Was haben Sie als erstes realisiert?

Tomlinson-Kurz: Als Allererstes lag der Beschluss des Förderprogrammes für Lastenräder und -Anhänger auf meinem Schreibtisch. Das habe ich auf den Weg gebracht und so werden die Bürger, die ein Lastenrad kaufen, jetzt von der Stadt via Förderprogramm finanziell unterstützt.

Stellplatzsatzung wurde fahrradfreundlicher gestaltet

Sie hatten also gleich Geschenke parat.

Tomlinson-Kurz: (lacht) Ja genau. 20 Bürger haben das bereits angenommen. Das Programm wird auch im neuen Jahr weitergeführt.

Was haben Sie 2021 auf den Weg gebracht?

Tomlinson-Kurz: Das Stadtradeln beispielsweise, das habe ich übernommen. Obendrein habe ich im Rahmen dessen den Schulpreis auf den Weg gebracht. Somit wurde heuer erstmals eine Schule ausgezeichnet. Außerdem wurde die Stellplatzsatzung fahrradfreundlicher gestaltet. Auch den „World Clean-up Day“ zusammen mit den Wirtschaftsjunioren. Ich schreibe auch eine monatliche Kolumne im Stadtjournal.

Gewisse Ohnmacht

Worum geht es da?

Tomlinson-Kurz: Ich gebe beispielsweise den Bürgern Klima-Tipps. Es ist ja so: Wenn einige Klimawandel hören, empfinden sie eine gewisse Ohnmacht. Ich will einfach deutlich machen, dass es bei dem Thema nicht unbedingt um dieses Verzichtdenken geht, sondern klar machen, dass die Dinge sich auch einfach anders gestalten lassen und Neues und Schönes mit sich bringen können.

Was für Tipps haben Sie denn parat?

Tomlinson-Kurz: Sein Zuhause auf LED umrüsten – das spart auch gleichzeitig Geld ein, mit Deckel kochen, den Fleischkonsum reduzieren, regional und saisonal einkaufen, sich überlegen, ob man wirklich für jeden Kilometer das Auto benötigt. Mir ist natürlich klar, dass jetzt nicht jeder nur noch Radfahren kann, aber jeder kann etwas tun. Ich will nur das Bewusstsein schärfen, indem sich jeder Gedanken darüber macht, was er tun kann – auch im Kleinen. Und wer kann, sollte sich auch ernsthaft Gedanken über eine eigene Fotovoltaik-Anlage machen – das lohnt sich vor allem bei den steigenden Energiepreisen in den allermeisten Fällen auch.

Was sind die wichtigsten Punkte fürs neue Jahr?

Tomlinson-Kurz: Das Klimaschutzkonzept weiter voranzubringen. Das bedeutet unter anderem zu erfassen, wie viel CO2 jeder Bad Aiblinger verbraucht. Daraus können dann Ziele definiert und Maßnahmen abgeleitet werden. Außerdem wird der LED-Ausbau bei den Straßenleuchten vorangebracht werden, um Energie einzusparen. Im Tiefbau wird auch darauf geachtet, dass die Leuchten maximal 3000 Kelvin haben, um die Insekten möglichst zu schonen. Obendrein sollen zwei Trinkbrunnen in Bad Aibling entstehen.

Wirklich?

Tomlinson-Kurz: Ja, wir wollen, dass die Bevölkerung Zugang zu Trinkwasser hat, haben sie dann immer ihre Flasche dabei, werden auch Plastikflaschen vermieden. Und die Wasserqualität ist wirklich super.

Carsharing steht ganz oben auf der Liste

Was steht noch auf dem Plan?

Tomlinson-Kurz: Das Thema Carsharing steht hoch auf der Agenda, um auch im Bereich der Mobilität Schritt für Schritt das Angebot für die Bürger auszubauen. Geplant ist zudem eine interaktive Ausstellung im Rathaus, die ab 17. März zu sehen sein soll „Klima Faktor Mensch“ vom Landesamt für Umwelt. Drei Wochen soll sie im Rathaus zu besichtigen sein und gemeinsam mit der Volkshochschule haben wir auch Vorträge geplant. Natürlich wird das Stadtradeln wieder stattfinden – vom 19. Juni bis 9. Juli, um nur ein paar Projekte für 2022 zu nennen.

Was ihr Ihr Gefühl, geht der Stadtrat offen mit dem Thema um?

Tomlinson-Kurz: Beim Klimaschutz muss man immer dicke Bretter bohren – Veränderungen brauchen eben Zeit. Aber es findet ein Umdenken statt. Ohne dieses Umdenken wäre meine Stelle schließlich nicht möglich gewesen.

Bürger mit ins Boot holen

Haben schon Bürger Vorschläge an Sie herangetragen?

Tomlinson-Kurz: Ja, es kamen schon Bürger, die sich erkundigt haben, was meine Aufgaben sind. Aber ich möchte den Kontakt zu den Bürgern weiter ausbauen. Im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes soll es auch ein Treffen mit Bürgern geben, dort können sie Ideen einbringen. Denn sie kennen ihre Stadt am Besten. Ich spreche immer von Schwarmwissen, das eingebunden werden soll.

Was gefällt Ihnen am besten in Bad Aibling?

Tomlinson-Kurz: (lacht) Im Job oder in der Stadt?

Eins nach dem anderen..

Tomlinson-Kurz: Bad Aibling hat eine hohe Lebensqualität. Es gibt jede Menge kulturelle und sportliche Angebote, auch die Umgebung samt der Natur schätze ich sehr. Und das was es hier alles gibt, möchte ich erhalten. Das ist mir wichtig. Zu meinem Job: Kein Tag ähnelt dem anderen. Die Aufgaben sind vielfältig und ich habe jede Menge Gestaltungsspielraum. Das macht natürlich Spaß.

Ausbau der E-Ladesäulen läuft gut

Wo läuft es mit dem Klimaschutz in Bad Aibling schon ganz gut?

Tomlinson-Kurz: Der Ausbau der Ladestationen für E-Autos seitens der Stadtwerke läuft schon sehr gut, um nur ein Beispiel zu nennen. Sicherlich ist auch schon aufgefallen, dass es im Stadtgebiet immer mehr Blühflächen gibt, die die Gärtnerei neu anlegt und fortlaufend pflegt. Es gibt noch viele Ideen und Potenziale, unter anderem im Bereich der erneuerbaren Energien, die wir ausschöpfen können und werden.

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