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Das Obst kommt im Minutentakt

Frischer Saft aus heimischem Obst - Ein Blick ins Mosthäusl in Tuntenhausen

Immer wieder muss die Anlage während des Betriebes gesäubert werden. Stache
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Immer wieder muss die Anlage während des Betriebes gesäubert werden. Stache
  • VonWerner Stache
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Wohin mit den vielen Äpfeln? In Tuntenhausen und Umgebung liegt die Lösung vor der Haustür: In einem kleinen Mosthäusl werden die eigenen Früchte zu frischen Saft verarbeitet.

Tuntenhausen – Inmitten der Ortschaft Tuntenhausen, nördlich der Basilika und unterhalb des Pfarrhauses steht das Gebäude auf einer kleinen Anhöhe. Es ist von der Tillystraße, Auffahrt an der Bushaltestelle, her gut erreichbar.

Mostsaison ist angelaufen

Seit Ende August läuft die Mostsaison wieder. Und an guten Tagen sieht man dort durchaus mal eine lange Schlange an Autos stehen, deren Fahrer darauf warten, ihr Obst zu frischem Saft verarbeiten zu lassen.

Seit 1972 betreibt der örtliche Gartenbauverein die Mosterei. Ihren Ursprung aber hat sie weitaus früher: Pfarrer Kaspar Roßnagl, unvergessen im Wallfahrtsort Tuntenhausen, unterhielt jahrelang in einem Pferdestall am Pfarrhaus eine kleine Mosterei in Eigenregie. Der Gartenbauverein übernahm sie dann und baute sie zur heutigen Mosterei aus. Besonders Sebastian Ehberger war viele Jahre aktiv und modernisierte die Anlage laufend.

Saft wird auf rund 80 Grad erhitzt

Hier können Obstbaumbesitzer ihr gutes Fallobst, aber auch gepflückte Ware anliefern und anschließend selbst in den Bottich zum Häcksler einfüllen und zusehen, wie daraus der schmackhafte Saft hergestellt wird. Allerdings: „Wir legen hohen Wert darauf, dass das Obst bereits sauber und nicht faul angeliefert wird“, betonte Gerti Cuscianna, die zweite Vorsitzende der Gartler.

Der Saft wird in der Anlage auf rund 80 Grad erhitzt und somit haltbar gemacht. In Fässer kommt ausschließlich kalter Saft für Most oder Essig. Nach kurzer Zeit kann das Obst dann in Saftform mitgenommen werden. Und genau das ist das Besondere an der Mosterei in Tuntenhausen: Man erhält ausschließlich Saft aus seinem eigenen Obst.

Der Kunde füllt die Äpfel in einen Bottich, dort wird das Obst gereinigt und wenige Minuten später kommt der Saft heraus.

Abfüllung in Saftbags

Fruchtsaft ist vitaminreich, gesund und schmeckt. In der modernen Bandpresse werden in erster Linie Äpfel verarbeitet. Über sogenannte Saftbags wird der frische Saft dann in minutenschnelle abgefüllt und transportfähig verpackt. Darin ist er mehrere Jahre haltbar. Und auch für die Pressrückstände hat man in Tuntenhausen Verwendung.

Im Äußeren der Mosterei ragt ein Förderband heraus, von dem die Pressrückstände, Trester genannt, auf einen Ladewagen verliefert werden. „Diese geben wir hauptsächlich an Jäger zur Verfütterung für die Rehe im Winter weiter“, so Martina Krichbaumer, eine der Beisitzerinnen des Vereins und eine der elf aktiven Frauen, die in diesem Jahr das „Most-Team“ bilden. Und dieses hat während der Mostsaison alle Hände voll zu tun. Hand in Hand muss das gehen.

300.000 Liter Saft gepresst

Nicht nur das im Minutenrhythmus die Kunden mit ihrem Obst ankommen und dieses sofort der Reihe nach verarbeitet werden muss. Auch die Anlage muss während des Betriebes laufend gepflegt, geputzt und gereinigt werden. In großem Umfang dann natürlich noch am Abend, bevor die Mosterei geschlossen wird.

Gottlob fallen technische Probleme nur selten an. „Hier und da mal eine Abnutzung, sonst läuft die Anlage stabil“ so Krichbaumer. Falls nicht, dann steht Reinhart Tomsche bereit. Und der ist eminent wichtig, denn fällt die Technik aus, staut es sich schnell vor dem Mosthäusl. Dabei sind die Ernten ganz unterschiedlich, wie Gertraud Cuscianna ausführt: Bei guter Ernte werden im Tuntenhausener Mosthäusl schon mal an die 30. 000 Liter Saft gepresst, in manchen Jahren aber auch nur 60.000.

Saison geht bis November

Bis Ende Oktober, Anfang November läuft die Mostsaison. Und bis dahin heißt es für die elf Frauen anpacken und schuften. „Frauen-Power“ die sehr geschätzt wird, gerade bei den Obstfreunden, denn die reisen von weither an. „Sogar aus Grafing, Ebersberg und von München und dem Tegernsee kommt unsere Kundschaft“, so die Vorsitzende Lotte Tomsche zufrieden. Übrigens im nächsten Jahr gibt es den Mosterei Betrieb durch den Gartenbauverein schon 50 Jahre! Ein Jubiläum, eigentlich. Aber seit Corona weiß man ja, dass dieses nicht ohne Weiteres gefeiert werden kann.

Informationen zum Obstpressen gibt es auf der Homepage www.ogv-tuntenhausen.de, die Anmeldung erfolgt unter Telefon 0 80 67/8 81 16 09 anmelden (Montag bis Freitag von 8 bis 9 Uhr und 18 Uhr bis 19 Uhr.

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