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Humor in Wort und Bild

Das gab‘s noch nie: Orgasmen in der Galerie Markt Bruckmühl

„Marcel Reich-Ranicki“ alias Ingo Vogl bei seiner besonderen Einführungsrede in der Galerie.
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„Marcel Reich-Ranicki“ alias Ingo Vogl bei seiner besonderen Einführungsrede in der Galerie.
  • VonJohann Baumann
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Die Ausstellung in der Galerie Markt Bruckmühl begann mit Kritik. Warum Marcel Reich-Ranicki die Arbeiten von „Cartoonisten & Karikaturisten“ posthum verrissen hat. Und was ein Orgasmus mit Boris Beckers Haftantritt zu tun hat.

Bruckmühl – „Endlich können wir die Ausstellung zeigen, die seit zwei Jahren in der Wartschleife hing.“ Mit diesen Worten eröffnete Cornelia Ahrens, die Leiterin der Galerie Markt Bruckmühl, die sehr gut besuchte Vernissage. Der Titel der Ausstellung lautet „Cartoonisten & Karikaturisten“ und präsentiert Arbeiten von Brian Bagnall, Jörg Hornberger, Cornelia Heinzel-Lichtwark, Papan, Hans Reiser und Helmut Vogl.

Die Einführungsrede zur Ausstellung, üblicherweise von Kunstschaffenden oder Kennern der bildenden Künste gehalten, wurde diesmal mit einem Alleinstellungsmerkmal versehen: Sie wurde von einem Kunstschaffenden für „Wortbilder“ gehalten – vom Salzburger Kabarettisten Ingo Vogl.

Dieser gab sogleich seine Festrede in die Hände von „Marcel Reich-Ranicki“. „Ich sitze allerdings nicht in einem Lederfauteuil“, betonte er eingangs. Die beißend-scharfe Stimme, die wild fuchtelnden Arme und den stakkato-haften Duktus des legendären wie gefürchteten Literaturkritikers imitierte er jedoch überzeugend. „Ich wäre nicht in der Lage, auch nur eines der hier ausgestellten Kunstwerke zu erstellen“, bekannte „Reich-Ranicki“. Er erbot sich aber, durch das Haus zu führen. „Wenn vor einem Werk großer Andrang herrscht, bleiben sie einfach dort und lassen Sie sich nicht unter Druck setzten“, empfahl er: „Und wer nicht weiß, wie es in einer Galerie zugeht, dem hilft das Bild von Jörg Hornberger im Erdgeschoss weiter.“

Die Protagonisten der Ausstellung (von links) Cornelia Heinzel-Lichtwark, Helmut Vogl, Ingo Vogl, Jörg Hornberger, Uschi Bagnall (Witwe von Brian Bagnall), Hans Reiser und Papan (Manfred von Papen).

Bei seinem kurzen virtuellen Streifzug durch die drei Galerie-Stockwerke lieferte er erwartungsgemäß lästernde Kommentare zu einzelnen Werken. So merkte er zu dem in einer (unverkäuflichen) Blackbox gezeigten „Requiem für meinen Blockzahn“ von Cornelia Heinzel-Lichtwark an: „Wenn man in seinem Leben so viel Spaß mit einem Zahn hatte, kann man sich davon nicht trennen.“ Im Zusammenhang mit der ausgestellten Promiporträt-Reihe „Orgasmen“ seines Vaters Helmut Vogl befand er, dass der abgebildete Gesichtsausdruck von Boris Becker eher bei seinem Haftantritt entstanden sein könnte.

Ans Publikum gerichtet konstatierte er: „Sie haben auf die Ausstellung gewartet, und die Ausstellung hat auf Sie gewartet.“ Iin Anspielung auf den Titel des gezeigten Werkes des 2020 verstorbenen Künstlers Brian Bagnall fügte er hinzu: „Der Würfel ist gefallen.“ Seine Rede schloss er mit einem kabarettistischen Bonmot zum Ukraine-Krieg: „Dieser Krieg ist nicht ausgebrochen – Putin hat ihn losgeschickt.“ Das Vernissage-Publikum – darunter Bürgermeister Richard Richter, Altbürgermeister Franz Heinritzi, die Vorsitzende des Kunstvereins Bad Aibling Martina Thalmayr und die Rektorinnen Birgit Splett und Arabella Quiram – spendete begeisterten Beifall.

Die Ausstellung „Cartoonisten & Karikaturisten“ mit ihren 81 Exponaten ist in der Galerie Markt Bruckmühl noch bis 26. Juni zu sehen. Offen ist die Galerie mittwochs von 14 bis 18 Uhr, samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Nähere Informationen unter der 0 80 62/53 07.

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