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STADTRAT

Damit es noch mehr grünt und blüht

Dieses von Leserreporter Clemens Stechl im Frühjahr eingereichte Fotozeigt die Blumen an der Dr.-Beck-Straße in voller Blüte. Auch er stellte fest: „Die Bienen freuen sich, so viele Pflanzen zu finden; Einheimische und Gäste bleiben stehen, schauen und fotografieren. Es ist eine Pracht.“ Die Reisenden im österreichischen Zug fuhren damals auf der Umleitungsstrecke nach München mit 100 km/h vorbei – und bekamen von den Blumen nichts mit.  Stechl
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Dieses von Leserreporter Clemens Stechl im Frühjahr eingereichte Fotozeigt die Blumen an der Dr.-Beck-Straße in voller Blüte. Auch er stellte fest: „Die Bienen freuen sich, so viele Pflanzen zu finden; Einheimische und Gäste bleiben stehen, schauen und fotografieren. Es ist eine Pracht.“ Die Reisenden im österreichischen Zug fuhren damals auf der Umleitungsstrecke nach München mit 100 km/h vorbei – und bekamen von den Blumen nichts mit. Stechl

Vor drei Jahren als Pilotversuch gestartet, haben sich die in Bad Aibling angelegten Blühstreifen auf öffentlichem Grund bereits zu einer kleinen „Erfolgsgeschichte“ entwickelt. Diese soll nach Wunsch der Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen weitergeführt werden – am besten mittels eigenem Konzept.

Bad Aibling– Wie Stadträtin Martina Thalmayr aus dem entsprechenden GOL-Antrag zitierte, soll deshalb der städtische Bauhof künftig grundsätzlich und von Beginn an in die Planung aller öffentlichen Grünflächen einbezogen werden – und zwar mit der Vorgabe, diese nachhaltig und naturnah zu überplanen, anzulegen und zu pflegen.

Bei allen neuen Bauvorhaben soll er zudem beraten, sofern diese auch die Gestaltung öffentlicher oder halböffentlicher Flächen betreffen. Nach Vorstellung der GOL-Fraktion soll der Bauhof ein Konzept zur Ausweitung von extensiven Blühstreifen und naturnaher Begrünung im öffentlichen Bereich – auch entlang der Straßen und Radwege – entwickeln, zusammen mit einem entsprechenden Zeitplan für die Umsetzung.

2015 hatte die GOL den Antrag gestellt, der unter dem Arbeitstitel „Blühstreifen“ teilweise umgesetzt wurde (wir berichteten). Ziel: Bad Aibling durch die Pflege von Wildkrautstreifen und die Neuanlage von Blühstreifen in eine „blühende Gesundheitsstadt“ zu verwandeln.

In Kooperation von Landratsamt Rosenheim, Stadt Bad Aibling und Planungsbüro Dr. Reinhard Witt wurden im Sommer 2015 drei Pilotflächen naturnah mit Wildpflanzen, heimischen Ansaaten und Pflanzungen, angelegt: an der Dr.-Beck-Straße, an der Rosenheimer Straße beim Bahnhaltepunkt Kurpark und am Radweg Berbling/alter Bahnhof.

Thalmayr zitierte Bauhofleiter Peter Stefan, dass aus dem Pilotprojekt eine durchaus positive Bilanz gezogen werden könne. Im dritten Jahr nach dem Start hätten sich die Flächen unterschiedlich entwickelt. Doch auf allen blühe es – nicht nur zum Nutzen von Insekten und Vögeln, sondern auch zur Freude der Betrachter. Allerdings seien seither keine neuen Blühflächen angelegt worden, auch seien keine in Planung. Weder sei an der neuen Bahnunterführung auf naturnahe Grünflächen geachtet worden, noch bei der Sanierung des Seitenstreifens an der Ebersberger Straße oder dem neuen Parkplatz am Bahnübergang Lindenstraße, bedauerte die GOL.

Sie fordert nun, die aus der erfolgreichen Pilotphase gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse in die „Normalbewirtschaftung“ zu übernehmen, um artenreiches, naturnahes Grün in Bad Aibling auf öffentlichen Flächen als Regel einzuführen.

Die Vorteile von Blühstreifen und Blühwiesen seien klar: Hohe Attraktivität, pflegeleichter und kostensparender als etwa Zierblumenrabatten, keine Notwendigkeit der Bewässerung. Eine wesentliche, gerade in den vergangenen Monaten stark ins Bewusstsein der Bevölkerung geratene Sorge sei das akute Insektensterben. „Verschiedene Studien belegen inzwischen einen Rückgang der Biomasse an Insekten von 75 Prozent in den vergangenen 25 Jahren – bei gleichzeitigem Rückgang der Artenvielfalt“, warnt die GOL.

Umso wichtiger sei es, die wenigen verbleibenden Flächen möglichst naturnah zu gestalten sind. „Wir als Stadt müssen hier für private Gartenbesitzer, aber auch Landwirte als Vorbild vorausgehen“, so Thalmayr.

Die GOL bat um Prüfung ihres Antrags. Er solle möglichst noch in diesem Jahr behandelt werden – „damit hoffentlich bereits im nächsten Jahr positive Auswirkungen zu verzeichnen sind“, so Thalmar abschließend.

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