Damit keine Wärme verpufft: In Hornauer Anlage werden jetzt Holzhackschnitzel getrocknet

Ein Schritt zu mehr Effizienz:Geschäftsführer Rainer Mahrla ist froh darüber, dass endlich auch Holzhackschnitzel in Hornau getrocknet werden dürfen. Damit kann die Abwärme des Biomasseheizkraftwerkes nun auch in den Wintermonaten genutzt werden. Gerlach

In der Grünfuttertrocknungsanlage in Hornau dürfen jetzt auch Holzhackschnitzel getrocknet werden. Das Bemühen der Dettendorfer Rohstoff GmbH um eine ganzjährige effiziente Nutzung der Abwärme des Biomasseheizkraftwerkes trägt erste Früchte. Nun fehlt noch die Genehmigung zur Trocknung von Obst und Gemüse.

Von Kathrin Gerlach

Bruckmühl – Im Jahr 2016 hat das Unternehmen das Biomasseheizkraftwerk aus einer Insolvenz übernommen. 2017 ging es wieder ans Netz (wir berichteten). Seitdem werden aus der Verbrennung von Waldhackgut und Landschaftspflegematerial zehn Millionen Kilowattstunden Strom – das entspricht dem Bedarf von 3500 Haushalten – und 40 Millionen Kilowattstunden Wärme pro Jahr gewonnen.

Von April bis September wird Gras getrocknet. „Im vergangenen Jahr haben wir die Anlage ab Juni in Volllast gefahren, an jeden Tag getrocknet, an dem es die Witterung zuließ. Das ist ein großer Erfolg“, ist Rainer Mahrla, der geschäftsführende Gesellschafter der Dettendorfer Rohstoff GmbH, mit der Entwicklung des Unternehmens am Standort Hornau zufrieden. Der Bedarf ist groß, mehr als 600 Landwirte bringen ihr Grünfutter in die Trocknung.

Erster Schritt: Holzhackschnitzel

Ist die Mahd allerdings vorbei, verpufft die Wärme. „Wir haben Wege für die nachhaltige Nutzung der Wärme gefunden, wollen von Oktober bis März Holzhackschnitzel sowie perspektivisch auch Obst und Gemüse trocknen“, erläutert Mahrla.

Seit zwei Jahren läuft das Bauleitverfahren für das Sondergebiet „Agrar-Energie-Umwelt“ in Hornau. Seit zwei Jahren verpufft von Oktober bis März die wertvolle Wärme des Kraftwerkes.

60 Prozent der Wärme werden genutzt

Nun endlich ist ein erster Schritt zu mehr Effizienz geschafft: Die Genehmigung für die Trocknung von Holzhackschnitzeln ist eingetroffen. „Damit können wir jetzt etwa 60 Prozent der Wärme nutzen“, erläutert Mahrla.

Gleichzeitig entstehen durch die technische Trocknung mit umweltfreundlicher Abwärme Hackschnitzel mit einem weitaus höheren Heizwert als luftgetrocknete, also mit einer größeren Energieausbeute. Weitere Vorteile: Sie sind unbegrenzt lagerfähig und haben geringe Emissionen. Mehr Nachhaltigkeit also auch für den Verbraucher.

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Nun stellte der Bruckmühler Marktgemeinderat mit der einstimmigen Befürwortung des Bebauungsplanes für das Gebiet „Grünfuttertrocknungsanlage Hornau“ eine weitere Weiche.

Trocknung von Obst und Gemüse geplant

Sobald der Beschluss veröffentlicht und damit rechtskräftig ist, kann Rainer Mahrla auch die immissionsschutzrechtliche Genehmigung der Trocknung von Obst und Gemüse beantragen. Damit wäre es dann möglich, die Wärme des Biomasseheizkraftwerkes ganzjährig zu nutzen.

Innovative, regionale Produkte

Die innovativen Produkte, zu denen das getrocknete Obst und Gemüse verarbeitet werden soll, sind im Labor bereits entwickelt. Es sind Pellets oder „Leckerlies“, denen beispielsweise Rote Beete, Karotten, Hanf, Brennesseln oder Äpfel beigemischt werden, und die das Angebot an Pferdefutter des Unternehmens vergrößern sollen.

„Wir bringen damit regionale Futtermittel auf den Markt, die bisher aus China oder Polen kommen“, erläutert Mahrla. Ein weiterer Baustein zur Nachhaltigkeit in der Region. Auch die ersten Anbauverträge mit Landwirten wurden bereits geschlossen. Es kann losgehen, sobald die BImSchG-Genehmigungen vorliegen.

Überangebot an Holz durch Bruch und Käfer

An Rohstoffen für das Biomasseheizkraftwerk jedenfalls wird es nicht fehlen. „Es besteht ein Überangebot an Holz. Wir könnten weit mehr Waldhackgut annehmen, als wir brauchen“, macht Mahrla auf die Probleme der Waldbauern aufmerksam. „In den letzten Jahren ist das Aufkommen an Schnee- und Sturmbruch sowie Käferholz stark angestiegen.“

Unternehmen will expandieren

Der jüngste Beschluss des Bruckmühler Marktgemeinderates gibt der Dettendorfer Rohstoff GmbH Planungssicherheit. Nicht nur für eine nachhaltige Produktion, sondern auch für eine Expansion. Voraussichtlich noch in diesem Jahr soll eine Lagerhalle für Palettenware entstehen.

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