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Kostenpflicht ab 11. Oktober könnte Erfolgsstory beenden

Corona-Testzentrum in Bad Feilnbach droht das Aus

Bei der Eröffnung der Corona-Teststation am 1. Juni: Bad Feilnbachs Bürgermeister Anton Wallner, Cornelia Weber, Leiterin der Kur- und Gästeinformation der Gemeinde Bad Feilnbach (Mitte) und Mediprime-Chef Kristijan Vidakovic-Keilmann (von links nach rechts).
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Bei der Eröffnung der Corona-Teststation am 1. Juni: Bad Feilnbachs Bürgermeister Anton Wallner, Cornelia Weber, Leiterin der Kur- und Gästeinformation der Gemeinde Bad Feilnbach (Mitte) und Mediprime-Chef Kristijan Vidakovic-Keilmann (von links nach rechts).
  • VonLars Becker
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Die Corona-Teststation in Bad Feilnbach ist eine Erfolgsstory. Doch eine politische Entscheidung könnte diese beenden - und in der ganzen Region für Schließungen von Testzentren sorgen.

Bad Feilnbach – Bürgermeister Anton Wallner wirkt glücklich mit „seiner“ Corona-Schnellteststation in der Osterfeldstraße 2 von Bad Feilnbach. Doch der Erfolgsstory droht ein bitteres Ende. „Das Testzentrum ist leicht zu finden, das Personal arbeitet kompetent und man hat nach 15 Minuten auch online zuverlässig ein Ergebnis. Dieser Service ist wahnsinnig wichtig für einen touristischen Ort wie uns“, sagt der Bad Feilnbacher Bürgermeister.

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Das Problem: Die Erfolgsstory im beliebten Ferienort könnte bald ein Ende haben. „Wir können nicht lange im Voraus planen, weil die Politik unberechenbar ist“, schimpft Kristijan Vidakovic-Keilmann im Gespräch mit dem Mangfall-Boten. Der Geschäftsführer des Rosenheimer Betreibers Mediprime sagt deutlich, dass „sich jede unserer Teststationen natürlich rentieren muss.“

Für Corona-Schnelltest gibt es aktuell 11,50 Euro

Derzeit kriegt seine Firma pro Corona-Schnelltest 11,50 Euro von den Krankenkassen. Die Vergütung wurde zum 1. Juli gesenkt und macht Testanbietern wirtschaftliches Arbeiten schwerer. Schließlich werden nach jedem die Einmalhandschuhe gewechselt und der Testbereich desinfiziert. Dazu kommen Kosten für Personal, Software usw.

Mehr Menschen motivieren

Richtig problematisch wird es jedoch aller Voraussicht nach ab 11. Oktober. Dann sollen Corona-Tests für die meisten Personengruppen kostenpflichtig werden. Damit sollen noch mehr Menschen motiviert werden, sich impfen zu lassen.

Kristijan Vidakovic-Keilmann kann die Entscheidung trotzdem nicht nachvollziehen: „Überall steigen die Inzidenzen wieder. Wenn die Tests künftig kostenpflichtig sind, werden sich vermutlich weniger Menschen testen lassen. Das könnte die Corona-Zahlen noch weiter nach oben treiben.“ Weniger Tests würden für den Betreiber von vier Corona-Testationen in der Region - neben der in Bad Feilnbach noch zwei in Rosenheim und eine in Kolbermoor - weniger Einnahmen bedeuten. Und die Frage, ob sich das wirtschaftlich überhaupt noch rechnet. Viel wird davon abhängen, wie viel die Corona-Tests künftig kosten werden.

Entwicklung mit Bauchgrummeln

In Bad Feilnbach sieht man diese Entwicklung mit Bauchgrummeln. Der wirtschaftliche Erfolg von über 20 gastronomischen Betrieben im Ort hängt laut Wallner zumindest partiell von der örtlichen Schnellteststation ab. Zumal laut der neuen Corona-Regeln in Bayern in der Innengastronomie für Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene ein negativer Test vorgeschrieben ist.

Die Teststation wird seit ihrer Eröffnung am 1. Juni „sehr gut frequentiert. Egal ob von Feriengästen im Ort oder auch Einheimischen, die selbst in den Urlaub fahren wollen“ (Anton Wallner). Das beweist auch die vom Betreiber genannte Zahl von über 7000 durchgeführten Tests in den drei Monaten des Bestehens. Zur Einordnung: In Bad Feilnbach leben 8174 Einwohner (Stand 31. Dezember 2020).

Leerstehendes Café Pichler ist überaus wichtiges Servicezentrum

Man kann das Corona-Testzentrum also ohne Übertreibung als echte Erfolgsstory bezeichnen. Zumal es die Gemeinde bis auf Nebenkosten - die zudem auf den Betreiber umgelegt werden sollen - nach Aussage von Wallner fast nichts gekostet hat. Zu verdanken ist das der Initiative aus dem Rathaus sowie dem Entgegenkommen des Eigentümers der Immobilie. So wurde aus dem leerstehenden Café Pichler ein in Pandemie-Zeiten überaus wichtiges Servicezentrum.

Bürgermeister will Station erhalten

Bürgermeister Wallner möchte selbstredend, dass die Corona-Teststation in seiner Touristengemeinde „so effizient und bürgerfreundlich wie bisher“ weiterläuft. Der Betreiber kann das wegen der kommenden Kostenpflicht für Corona-Tests jedoch nicht versprechen. Es könne „natürlich passieren“, dass man bei mangelnder Nachfrage über eine Schließung der Teststation nachdenken müsse.

Schuld daran ist nach Meinung von Kristijan Vidakovic-Keilmann die Politik: „Es herrscht immer eine große Ungewissheit, mit welchen Maßnahmen man rechnen muss. Nach eineinhalb Jahren Pandemie sollte man ein besseres Corona-Management haben.“

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