Aiblinger halten zusammen

Corona-Lockdown in Bad Aibling: Ein Umfrage-Streifzug durch Aiblinger Ladengeschäfte

Gut frequentiert ist das Fachgeschäft „Wolle und mehr“ von Monika Singhammer (rechts).  Baumann
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Gut frequentiert ist das Fachgeschäft „Wolle und mehr“ von Monika Singhammer (rechts). Baumann
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Nach dem rapiden Anstieg der Infektionszahlen gilt seit dem 2. November ein erneuter Corona-Lockdown, durch den die Ansteckungen vermindert werden sollen. Wie stecken die Aiblinger Läden das weg.

Bad Aibling – Keine Urlaubsreisen, keine Restaurantbesuche, kein Kino... Holen sich die Aiblinger jetzt die Annehmlichkeiten vermehrt selbst ins Haus? Kochen sie mehr, entdecken sie das Handwerken wieder, machen sie es sich mit Kerzen, Kissen, Lesestoff und Düften besonders gemütlich? In vielen Bereichen ist das tatsächlich so, wie ein Umfrage-Streifzug durch Aiblinger Ladengeschäfte und Bürgerstimmen ergab. „Bekleidung geht gut, ebenso Deko-Sachen. Die Leute freuen sich, dass wir geöffnet haben und sind guter Dinge“, erklärt Elke Stegmaier von „Malusi“ im Rathaus am Marienplatz.

Zu den gefragtesten Haushaltswaren zählen momentan hochwertige Pfannen“ stellen Martina und Josef Steffl vom Fachgeschäft „Pentenrieder“ fest.

Von gesteigerten Aktivitäten in den häuslichen Küchen berichtet Martina Steffl („Haushaltswaren Pentenrieder“): „Die Leute kochen und backen mehr und legen dabei großen Wert auf die Qualität des Kochgeschirrs“, stellt sie fest. Besonders gefragt sind unter anderem Pfannen sowie Gärkörbchen zum Brotbacken, aber auch nachhaltige „To go“-Behälter aus Glas, Porzellan oder Edelstahl.

„Die Menschen gönnen sich was“, konstatiert sie und lobt auch das in ihren Augen vermehrte regionale Einkaufen: „Die Aiblinger halten während des Lockdowns zusammen“. Keinen Artikel-Trend vermeldet hingegen Heidemarie Heiloway von der Parfümerie Wiedemann, abgesehen von jahreszeitbezogenen Geschenken. „Allerdings kamen vor dem Lockdown deutlich mehr Kunden, weil sie eine Geschäftsschließung befürchteten“, schildert sie.

„Artikel zur Stärkung des Immunsystems sind derzeit besonders gefragt“, berichtet „Vitalia“-Teamleiterin Rosemarie Maier.

Dass man in diesen Zeiten auf das häusliche Ambiente Wert legt, zeigt die Aussage von Bärbel Mertin („Gartencenter Mertin“): „Die Leute schauen, dass sie es daheim gemütlich haben: Es werden momentan beispielsweise viele Zimmerpflanzen gekauft, aber auch andere Sachen. Offenbar wird anstelle von Reisen viel mehr in die Gärten investiert.“

Zur häuslichen Gemütlichkeit zählt auch das Lesen. „Grundsätzlich ist es gut, dass Bibliotheken im derzeitigen Teil-Lockdown nicht schließen müssen“, betont die Leiterin der Stadtbücherei, Hiltrud Braun, und ergänzt: „Gerade jetzt, wo viele zu Hause sind, ist es sinnvoll und wichtig, sich in der Bücherei mit Lektüre zu versorgen, und dies wird auch gerne angenommen.“ Gelesen wird „querbeet“ – Spitzenreiter sind Kinder- und Jugendmedien, besonders beliebt sind die Tiptoi-Bücher und die „Tonies“ (Hörbücher). Bei den Erwachsenen werden am meisten Romane ausgeliehen. Zugenommen haben die elektronischen Ausleihen, so die Bibliothek-Chefin, die Buchtipps bereithält wie „Robinsons Tochter“ von Jane Gardam, „Die Dirigentin“ von Maria Peters, „Kiss me once“ von Stella Tack und „Männer in Kamelhaarmänteln“ von Elke Heidenreich.

Eher zukunftsgerichtet ist die Aussage von Buchhändler Michael Braun („Librano): „Ich bin positiv gestimmt. Ich glaube an die Zukunft und daran, dass die Leute mehr Bücher in die Hand nehmen, weil das Freizeitangebot derzeit ausfällt.“ Großer Beliebtheit erfreuen sich meist auch Handarbeiten mit Wolle wie Stricken und Häkeln, wofür unter anderem das Fachgeschäft „Wolle und mehr“ an der Münchener Straße die „Zutaten“ bereithält. „Es wird tatsächlich viel gestrickt, aber einen speziellen Corona-Effekt kann ich nicht feststellen“, erläutert Inhaberin Monika Singhammer. Die kalte Jahreszeit sei bei ihr ohnehin die Hauptsaison und die Kundenfrequenz hänge dabei überwiegend vom Wetter ab.

„Bekleidung und Deko-Sachen laufen gut“, erklärt Elke Stegmaier vom „Malusi“.

Auch das Uhren- und Schmuck-Fachgeschäft „Szenario“ am Marienplatz verzeichnet keine erhöhten „Lockdown“-Verkäufe. „Aber man merkt deutlich, dass Leute verstärkt in ihren Schubladen kramen und vieles zum Aufarbeiten oder Reparieren bringen“, sagt Inhaberin Christine Kößler.

Mittendrin in den derzeit viel verkauften Zimmerpflanzen steht Bärbel Mertin („Gartencenter Mertin“).

Dass die Menschen auch um ihre Gesundheit besorgt sind, unterstreicht Rosemarie Maier, Teamleiterin im Reformhaus „Vitalia“: „Viel gekauft werden Artikel zur Stärkung des Immunsystems und auch sonst achten die Kunden auf gute Qualität“. Bei manchen sei eine Angespanntheit zu spüren oder auch der Wunsch nach einem Gespräch.

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