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Gemeinschaft mit Augenmaß

Nach Corona-Ausbruch in Rosenheim: So sichern Heime im Mangfalltal die Normalität

Die Zeit der Isolation ist zum Glück vorbei. Die betagten Bewohner dürfen in einigen von Seniorenheimen wieder an Veranstaltungen in ihren Einrichtungen teilnehmen. Um die Gefahr von Impfdurchbrüchen zu vermeiden, werden die Senioren regelmäßig getestet.
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Die Zeit der Isolation ist zum Glück vorbei. Die betagten Bewohner dürfen in einigen von Seniorenheimen wieder an Veranstaltungen in ihren Einrichtungen teilnehmen. Um die Gefahr von Impfdurchbrüchen zu vermeiden, werden die Senioren regelmäßig getestet.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Gegen Corona geimpft und trotzdem erkrankt – Impfdurchbrüche stellen auch die Seniorenheime im Mangfalltal vor große Herausforderungen. Nachdem sich in einem Rosenheimer Altenheim zwölf Bewohner und acht Mitarbeiter mit dem Virus infiziert haben, rückt das Thema nun wieder stärker in den Fokus der Betreiber.

Mangfalltal – Mit wie viel Kreativität, Engagement und Augenmaß Einrichtungen im Mangfalltal Normalität und Gemeinschaft ermöglichen und gleichzeitig Bewohner, Mitarbeiter und Besucher schützen, schildern einige Seniorenheime, die mit ihren Sicherheitsvorkehrungen coronafrei sind.

Sobald es möglich ist, werden im „Haus Wittelsbach“ in Bad Aibling Auffrischungsimpfungen angeboten. „78 Prozent unserer 130 Bewohner sind schon seit Dezember 2020 geimpft“, erklärt Pflegedienstleiter Ndricim Hyska.

Aktivitäten laufen langsam wieder an

Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter ist geimpft oder genesen. Wer keine Impfung hat, wird zweimal pro Woche getestet. Für Besucher gilt die 3 G-Regel. „Wer keinen aktuellen Nachweis eines Testzentrums hat, kann auch bei uns getestet werden, denn es ist uns wichtig, dass unsere Senioren Besuch bekommen.“ Auch neue Bewohner oder Krankenhaus-Rückkehrer werden vorsorglich getestet.

Aktivitäten laufen im Haus Wittelsbach langsam wieder an. „Allerdings in kleinen, festen Gruppen“, erklärt Hyska. Damit alle Bewohner beispielsweise Konzerte miterleben können, werden diese aus dem Konzertsaal in der benachbarten Kirche mit wenigen präsenten Besuchern per Heim-TV auf die Fernseher in den Zimmern übertragen.

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Der Alltag für die Bewohner soll wieder normal werden. Deshalb gab es im „Pensionistenheim Höllmüller“ in Bad Aibling auch wieder ein Sommerfest, deshalb wird hier zu Mittag auch wieder gemeinsam gegessen. Auf Abstand wird geachtet. An den Tischen im Speisesaal nehmen nur jeweils zwei Senioren Platz. Sie dürfen sich in ihrem Haus ohne Maske bewegen. „Das Personal trägt medizinische Masken, viele sind aber bei den FFP2-Masken geblieben“, erklärt Heimleiterin Isabel Bergbauer.

„Gemeinschaft ist uns sehr wichtig, deshalb ermöglichen wir sie unseren 125 Bewohnern – natürlich mit viel Augenmaß“, erklärt Gregor Krumberger, der Heimleiter des Seniorenheims „Haus Lohholz“ in Kolbermoor. So wurde das Sommerfest gefeiert, wenn auch noch ohne Angehörige. Auch Frühschoppen, Männerstammtische oder Spielenachmittage finden wieder statt. „Ein bisschen anders als gewohnt – in festen Gruppen“, erklärt Krumberger. Für ihn ist das Zusammenspiel aus Impfung, Tests und gesunder Vorsicht wichtig. „Wenn unsere Senioren spazieren gehen oder in die Stadt fahren, erinnern wir an die Masken.

Wenn ungeimpfte Besucher ohne Test kommen, bieten wir sie ihnen hier an, damit sie ihre Angehörigen sicher besuchen können.“ Das Personal wird zweimal pro Woche getestet. „Und die erste Mitarbeiterin hat in dieser Woche ihre dritte Impfung erhalten“, so Krumberger.

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Auch wenn es keine allgemeine FFP2-Maskenpflicht an Seniorenheimen mehr gibt. Im Bruckmühler „Blumenwinkl“ besteht sie weiter. „So fühlen wir uns gut gerüstet“, erklärt Florian Merta, Pflegedienstleiter des Alten- und Pflegeheims. Etwa 90 Prozent der Bewohner und 50 Prozent der Mitarbeiter seien geimpft. Sie würden zusätzlich einmal pro Woche getestet.

„Nichtgeimpfte Mitarbeiter werden dreimal pro Woche getestet. Für Besucher gilt die 3G-Regel. Auf diese Weise versuchen wir, den bestmöglichen Schutz zu erzielen“, so Merta. Das Heim ist coronafrei. „Doch eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nie“, macht der Pflegedienstleiter klar. Daher werden im „Blumenwinkl“ noch immer wohnbereichsbezogene Angebote gemacht, um die Betroffenen im Fall der Fälle eingrenzen zu können.

„Ganz egal, ob geimpft, genesen oder getestet – jeder, der das AWO-Seniorenzentrum in Feldkirchen-Westerham betritt, wird von uns getestet. Und das täglich“, informiert Wohnbereichsleiterin Katja Preuß. Um die Wahrscheinlichkeit, sich Viren ins Haus zu holen, möglichst gering zu halten, bietet das Seniorenzentrum diesen kostenlosen Service nicht nur Mitarbeitern an, sondern auch Besuchern, Lieferanten oder Handwerkern. „Gegenwärtig melden sich die Angehörigen an, wenn sie zu Besuch kommen, sodass wir das Testen gut planen können“, so Preuß. Eigens dafür wurden wochentags Mitarbeiter abgestellt.

Die 47 Bewohner selbst sind bis auf wenige gesundheitsbedingte Ausnahmen geimpft. Zur Sicherheit werden sie wöchentlich getestet. „So ist es uns möglich, das Leben im AWO-Seniorenzentrum fast wieder normal gestalten zu können, die Wohnbereiche zu öffnen, wieder Musik und Tanz anzubieten, wenn auch noch ohne Angehörige“, beschreibt die Wohnbereichsleiterin.

Das Senioren- und Pflegeheim St. Lukas in Bad Feilnbach wollte sich an der Umfrage nicht beteiligen.

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