Im „Club der Hundertjährigen“ – Elf Bad Aiblinger sind älter als 100 Jahre

Neu im „Club der Hundertjährigen“ im Haus Wittelsbach: Jubilarin Gisela Querner (Mitte) mit Lucia Dennisch (links) und Gertrud Röhle.
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Neu im „Club der Hundertjährigen“ im Haus Wittelsbach: Jubilarin Gisela Querner (Mitte) mit Lucia Dennisch (links) und Gertrud Röhle.

Die Bad Aiblingerin Gisela Querner feiert ihren 100. Geburtstag. Sie ist damit eine von sieben Bad Aiblingern, die 1920 geboren wurden. In welchem Jahrgang die meisten Bad Aiblinger auf die Welt kamen und wie viele Babys heuer das Licht der Welt erblickten, lesen Sie hier.

Bad Aibling – Der „Club der Hundertjährigen“ im Haus Wittelsbach in Bad Aibling hat Zuwachs bekommen: Jetzt feierte Gisela Querner in dem Senioren- und Pflegeheim an der Rosenheimer Straße bei guter Gesundheit und geistig rege ihren 100. Geburtstag.

Ältester Bürger wurde 1917 geboren

Sie ist nicht allein: Im Seniorenheim wohnen jetzt drei hundertjährige Damen. Aber wie ist die Altersstruktur insgesamt in der Mangfallstadt? Zweimal im Jahr erhebt das Einwohnermeldeamt dazu eine Statistik – via Computerprogramm. „Anders wäre es eine Riesenarbeit“, sagt Peter Hamberger von der Stadt. Der älteste Bewohner der Kurstadt wurde 1917 geboren – drei Personen gibt es, die 1918 auf die Welt kamen. 1919 gibt es keinen Eintrag. 1920 sind es sieben – also gibt es heuer neben den drei Damen weitere vier Jubilare, die ihren 100. Geburtstag feiern.

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Die meisten Bad Aiblinger wurden 1967 geboren – 350 Personen zählt hier die Statistik. Dicht gefolgt vom Jahrgang 1968 – er stellt mit 338 Bürgern den zweiten Platz. Auf Platz drei liegen 337 Bad Aiblinger, die 1966 geboren wurden.

Und die Jüngsten? Heuer sind bereits 86 Babys auf die Welt gekommen, die in Bad Aibling wohnen.

Flucht endet in Bad Aibling

Das Licht der Welt erblickte die Jubilarin Gisela Querner am 7. Juli 1920 in Heidenau an der Elbe, einer Stadt zwischen der sächsischen Landeshauptstadt Dresden und der Kreisstadt Pirna. Kurz vor Kriegsende bot sich ihr die Möglichkeit, vor den nahenden Russen nach Bad Aibling zu fliehen, wie sie jetzt erzählte.

Eine Freundin, die nach Harthausen geheiratet hatte, habe ihr geraten: „Geh‘ nach Harthausen, bei meinen Schwiegereltern kannst du unterkommen.“ Es sei ihr damals schwergefallen, ihre Eltern in Heidenau zurückzulassen, doch die hätten sie zu diesem Schritt ermutigt, erinnert sich die Hundertjährige.

Ihr Bruder Manfred, im Krieg mehrfach verwundet, war nach ihrer Erzählung zu dieser Zeit in einer Kaserne in Meißen stationiert. Der dortige Kommandeur erklärte alle Verwundeten und noch nicht ganz Genesenen für kriegsuntauglich, stellte ihnen Urlaubsscheine „zur Berufssuche“ aus und „rettete ihnen so vermutlich das Leben“, ist sich die Jubilarin sicher.

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„So konnte sich auch mein Bruder nach Harthausen durchschlagen. Zehn Jahre später folgten dann unsere Eltern.“

An ihrem 100. Geburtstag freute sich die Jubilarin über den Besuch von Diakon Friedrich Wiesinger, der ihr die Grüße und Wünsche der evangelisch-lutherischen Pfarrgemeinde überbrachte. Über viele Jahre, so Wiesinger, habe sie für den Blumenschmuck während der Gottesdienste gesorgt. „Alles aus dem eigenen Garten“, fügte Gisela Querner an, die ihren Lebensunterhalt früher als Arzthelferin bestritt und seit sechs Jahren im Seniorenheim lebt.

Im Anschluss an die durch Corona eingeschränkte Gratulationscour wurde Gisela Querner von Gertrud Röhle und Lucia Dennisch, die beide im Juni auf 100 Lebensjahre zurückblicken konnten, in den „Club der Hundertjährigen“ aufgenommen.

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