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„Ich fahre zu Olympia“

Christoph Hafers Jugendtrainerin Katrin Scheble weiß, worauf es bei Olympia ankommt

Im Viererbob jagt Christoph Hafer am Wochenende in Peking nach der zweiten Medaille.
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Im Viererbob jagt Christoph Hafer am Wochenende in Peking nach der zweiten Medaille.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Was ein Sportler braucht, um bei Olympia erfolgreich zu sein, weiß die Bad Feilnbacherin Katrin Scheble. Sie war die Jugendtrainerin von Christoph Hafer und hat den Bobclub Bad Feilnbach ins Leben gerufen.

Bad Feilnbach – Was ein Sportler braucht, um bei Olympia erfolgreich zu sein, weiß die Bad Feilnbacherin Katrin Scheble. Sie war die Jugendtrainerin von Christoph Hafer und hat den Bobclub Bad Feilnbach ins Leben gerufen. Unter ihrem Mädchennamen Katrin Dostthaler ist sie als erfolgreiche Rennrodlerin, als Deutsche Meisterin, dreimalige Europacup-Siegerin und Weltrang-Zehnte im Zweierbob bekannt. Die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen im Jahr 2002 verpasste sie wegen einer Knieverletzung nur knapp.

Wie haben Sie Christoph Hafer als Neuling bei den Bad Feilnbacher Rodlern kennengelernt?

Katrin Scheble: Als einen zehnjährigen Jungen, der spürte, dass ich sehr deprimiert war, weil ich mein Olympiaziel nicht erreicht hatte. Damals schrieb er mir auf einen Zettel: ,Ich fahre zu Olympia.‘ Und er hat Wort gehalten. Ich muss sagen: Ich bin wirklich sprachlos. Für mich ist mit seinem Erfolg der größte Traum in Erfüllung gegangen.

Wie viel Ehrgeiz braucht ein Sportler, um das zu schaffen?

Katrin Scheble: Christoph war schon immer extrem ehrgeizig. Er wollte ein erfolgreicher Sportler werden und hat dafür von Kindheit an hart trainiert. Ich weiß noch, wie wir ihn dafür bewundert haben, dass er nach seiner Ausbildung zum Elektriker und einem harten Arbeitstag auf der Baustelle noch im Kraftraum oder die Sprints oder die Anschübe trainierte. Er hat nie darüber nachgedacht, ob es zu viel sein könnte. Er hat es einfach gemacht. 2009 ist er vom Rennrodeln zum Bobsport gewechselt und war mit 17 Jahren einer der jüngsten Bobsportler im Landes- und später auch im Nationalkader.

Jugendtrainerin Katrin Scheble ist glücklich.

Fährt man mit Glück oder Geschick zum Sieg?

Katrin Scheble: Ein erfolgreicher Sportler wird durch außergewöhnlichen Trainingsfleiß geschmiedet. Und den hat Christoph. Im Eiskanal kommt es auf das richtige Material, auf Geschwindigkeit beim Start, vor allem aber auch auf die Geschicklichkeit an den Lenkseilen an. Christoph hat wie ich als Rennrodler begonnen, ehe er zum Bobsport gewechselt ist. Dadurch hat er eine viel größere Sensibilität für die Eisbahn, mit der er die Lenkseile steuert. Ich denke, das ist möglicherweise ein Geheimnis seines Erfolgs.

Haben Sie am Dienstag, 15. Februar, mit ihm telefoniert?

Katrin Scheble: Nein. Peking ist uns sieben Stunden voraus. Als das Rennen vorbei war, war es dort schon fast Mitternacht. Christoph hat einen Mordsmarathon hinter sich, er muss jetzt zur Ruhe kommen. Aber mein Bruder Sepp, der als Trainer mit in Peking ist, und Christoph haben uns eine Videobotschaft geschickt.

Geht Christoph bei Olympia 2022 noch einmal an den Start?

Katrin Scheble: Ja, na klar. Und es wird noch spannender. Christoph geht am kommenden Wochenende im Viererbob an den Start. Das ist eigentlich sogar die Disziplin, in der er noch besser ist. Samstag sind die Läufe eins und zwei, am Sonntag drei und vier. Ganz Bad Feilnbach wird die Daumen drücken, denn die Chancen, dass er dort noch eine weitere olympische Medaille holt, stehen gut.

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