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Chefarzt der Anästhesie an der Schönklinik geht in den Ruhestand

Was ein Chefarzt alles erlebt - Dr. Riffelmacher über sein Wirken in Bad Aibling

Dr. med. Michael Riffelmacher, Chefarzt der Anästhesie der Schönklinik in Bad AIbling, hatte vorige Woche seinen letzten Arbeitstag.
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Dr. Michael Riffelmacher, Chefarzt der Anästhesie der Schönklinik in Bad AIbling, hatte vorige Woche seinen letzten Arbeitstag.
  • Jennifer Bretz
    VonJennifer Bretz
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Mit Dr. Michael Riffelmacher geht ein Stützpfeiler der Schönklinik Bad Aibling/Harthausen in den Ruhestand. Er leitete zwölf Jahre als Chefarzt die Anästhesie.

Bad Aibling - Der Chefarzt der Anästhesie der Schönklinik in Bad Aibling war wegen Resturlaub vorige Woche zum letzten Mal an seiner Wirkungsstätte. Zum 28. Februar geht Dr. med. Michael Riffelmacher in den wohlverdienten Ruhestand. mangfall24.de sprach mit ihm über Dinge, die ihn am Ende seiner Karriere bewegen.

Langes Warten auf den Studienplatz

Sechs Jahre hat der heutige Chefarzt auf seinen Studienplatz, der ihn zu seiner beruflichen Erfüllung führte, warten müssen. Um diese Wartezeit sinnvoll zu überbrücken, hat der gebürtige Münchner und jetzt Rosenheimer aus Leidenschaft damals sechs Jahre als Krankenpfleger auf einer Intensivstation in Großhadern gearbeitet. Danach folgten fünf Jahre Medizinstudium in München mit einer halben Stelle als Krankenpfleger nebenbei, weil er sich finanzieren musste. „Von zuhause gabs nix“, erzählt der Mediziner im Gespräch mit mangfall24.de.

„Eine Zeit in der sehr viel in Bewegung war“

Nach dem Studium hat Riffelmacher dann in der Anästhesie in Großhadern angefangen. Ende 1993 kam ein Angebot von der Schönklinik in Vogtareuth wo er ein Jahr später anfing. „Das war eine Zeit, da war sehr viel in Bewegung und da habe ich auch einen neue Art der Klinikführung kennengelernt“, erzählt er. „In einem privatgeführten Unternehmen sind die Wege viel kürzer und die Entscheidungen gehen schneller.“ Insgesamt 15 Jahre vergingen für ihn als Oberarzt in Vogtareuth bis dann das Angebot der Schönklinik in Bad Aibling/Harthausen kam, die Anästesieleitung zu übernehmen. „Ich konnte mir hier selber eine Abteilung aufbauen und formen, das war sehr interessant.“ 12 Jahre war er dort als Chefarzt tätig.

Parallel dazu hatte der Vater von drei erwachsenen Kindern immer einen Schwerpunkt in der Notfallmedizin. Bereits 1971 hat er beim roten Kreuz angefangen und dort die Ausbildung zum Rettungssanitäter durchlaufen. Seit 1987 nach seiner Aprobation arbeitet er nebenberuflich als Notarzt. 1995 ist er in Rosenheim sogar zum leitenden Notarzt bestellt worden. „Das mache ich heute noch, ich bin auch Sprecher der Gruppe der leitenden Notärzte im Bereich Rosenheim.“ Im Jahr 1997/98 hat die bayerische Staatsregierung ein Pilotprojekt an vier Standorten in Bayern zum ärztlichen Leiter für den Rettungsdienst gestartet. Rosenheim war auch darunter und Riffelmacher daran beteiligt. Das Pilotprojekt wurde im Übrigen dann als Standardmodell eingeführt. 2018 wurde er in den Vorstand des Arbeitskreises Notfallmedizin und Rettungswesen (ANR) gewählt.

Warum will man Arzt werden?

Schon sehr früh hat sich bei dem Wahlrosenheimer Begeisterung für das Fach Medizin gezeigt. „Das ganze hat sich dann durch den Rettungsdienst, der damals ein Ersatz für die Bundeswehr war, noch mehr verdeutlicht“, erzählt er. „Es war ziemlich bald klar, dass das eine alternativlose Geschichte für mich ist und das hat sich dann ganz gut entwickelt. Ich wüsste nichts, was ich annähernd so gerne machen würde.

Beruflich ist er auf der Zielgeraden und wird auch nach seinem Rentenantritt medizinisch weiter machen. Rückblickend sieht Riffelmacher eine große Aufgabe darin, die im Berufsleben gesammelten Erfahrungen an jüngere Kollegen weiterzugeben und will zukünftig junge Ärzte an die Hand nehmen und sie „ein bisschen coachen.“ Ein Angebot hierfür habe er schon an der Hand. „Das ist das, was ich damals gerne gehabt hätte, wenn da jemand gewesen wäre, der mir gezeigt hätte, wie das alles geht. Das ist aber ein großer Vorteil bei den Schönkliniken. Die Familie Schön hat immer sehr darauf geschaut, Mitarbeiter weiterzubilden und damit die Qualität der Arbeit und die Leistung am Patienten zu optimieren.“

Trotz Ruhestand geht es medizinisch weiter

Von einer privaten Universität habe er auch ein Angebot als Dozent für Notfallmedizin bekommen. Ganz die beruflichen Füße still halten kann der Mediziner, der leidenschaftlich gerne Ski fährt, also nicht. Seine Freizeit verbringt er dann aber trotzdem gerne mit der Familie. Kochen und Reisen stehen bei ihm privat hoch im Kurs. Er steigt auch gerne aufs Fahrrad und man wird ihn jetzt wohl öfter in den Bergen antreffen.

„Wenn man kranke Menschen begleitet und dann sieht, dass danach etwas raus kommt, dass die Patienten wieder gesund werden, das ist schon was Schönes, wenn man einen Teil dazu beitragen konnte“, erzählt er auf die Frage hin, was er an seinem Beruf so mag. Andererseits gebe es auch immer wieder Schicksale, wo man dann denkt ‚hat das jetzt sein müssen?‘, die einfach schwer nachzuvollziehen sind. „Man nimmt sehr sehr viel mehr mit nach Hause als man glaubt.“

Arbeiten in unruhigen Zeiten

Auch mit Corona hat sich das Arbeiten als Arzt für Riffelmacher verändert. „Man bewegt sich lange nicht so frei, wie man sich gerne bewegen würde. Ich denke jeder von uns hat auch eine gewisse Verantwortung dazu beizutragen, dass wir dieses Thema in den Griff bekommen. Wenn man diese Verläufe direkt vor Ort sieht und auch Patienten begleitet, dann bekommt man erst eine Ahnung davon, dass da unter der Oberfläche tatsächlich mehr ist, wie wir gemeinhin glauben.“

Sein Einsatz beim Zugunglück von Bad Aibling

Viel hat er in seiner Zeit erlebt. Das herausstechendste Ereignis war für ihn das Zugunglück in Bad Aibliong 2021. Als einer der ersten Ärzte vor Ort hat er damals das ganze Ausmaß der Tragödie gesehen. „Ganz abhaken kann man so etwas nicht“, sagt er. „So ein Einsatz macht mit einem mehr, als man glaubt. Man muss das dann rauslassen. Man darf es nicht aufstauen lassen.“ Was ihm extrem geholfen habe, seien die Gesprächsrunden im Rahmen der psychosozialen Notfallversorgung und ein tragfähiges soziales Umfeld. „Das tut einfach gut, viel drüber zu sprechen.“

„Ich bin immer sehr gerne in diese Klinik hier gegangen, sowohl in Vogtareuth als auch in Bad Aibling. Ich habe hier sehr viele positive Erfahrung gemacht, wie es laufen kann. Ich wünsche mir, dass diese Klinik diesen Weg weiter macht und sich weiterentwickelt, wie sie sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat.“

Wir wünschen Dr. Riffelmacher alles Gute!

jb

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