Chance für die Fachkräfte von morgen

Ministerin Ilse Aigner im Gespräch mit den Azubis Katharina Stocker, Julian Schmöller, Marius Rotter und Marco Wittmann. Fotos Baumann
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Ministerin Ilse Aigner im Gespräch mit den Azubis Katharina Stocker, Julian Schmöller, Marius Rotter und Marco Wittmann. Fotos Baumann

Mitte März reisen 21 Azubis aus Bayern zu einem zwölfwöchigen Praktikum in die USA. Die Azubis arbeiten bei den jeweiligen US-Firmen in ihrer Fachrichtung, belegen Kurse an einem Technical College, nehmen an einem Kulturprogramm der Stiftung teil und besuchen Firmen vor Ort.

Bei dem Praktikumsaufenthalt geht es um die interkulturellen Berufserfahrungen und Kontakte der Fachkräfte von morgen.

Bad Aibling/Landkreis - Auf diese Zielsetzung ging gestern auch die Bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner bei der Verabschiedung der vier Stipendiaten aus der Region in der Mensa der Aiblinger Berufsschule ein. Sie wies daraufhin, dass trotz der insgesamt starken Austauschaktivitäten zwischen der Bundesrepublik und den USA ein Nachholbedarf bei der beruflichen Bildung bestehe. Es sei von immenser Bedeutung, sich in der Zukunft international aufzustellen.

"Sie können in einem anderen Land mehrere Monate leben, dort Kompetenzen erwerben und die Kultur kennenlernen", rief sie den Stipendiaten zu. "Wenn es eines Beweises für das erfolgreiche Ausbildungssystem in Deutschland bedarf: Bei uns herrscht keine Jugendarbeitslosigkeit, sondern Nachwuchsmangel", konstatierte die Ministerin.

"USA-Aufenthalt eine tolle Auszeichnung"

Sie sprach der Joachim Herz-Stiftung ihren Dank aus, die das Stipendium "Azubis in die USA" in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Kultusministerium und der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer USA-Süd ermöglicht. An die Azubis appellierte sie: "Der USA-Aufenthalt ist eine tolle Auszeichnung - aber kommen sie bitte wieder zurück."

Eingangs der Veranstaltung schilderte die stellvertretende Vorsitzende des Vorstands, Andrea Pauline Martin, die Entstehung der 2008 gegründeten Stiftung vor. Sie wurde nach dem Tod von Joachim Herz ins Leben gerufen, der in Atlanta ein erfolgreiches Immobilienunternehmen betrieben hatte. Sein Anliegen war es, Menschen und Projekte zu unterstützen, die neue Wege aufzeigen oder neue Blickwinkel eröffnen.

Auch die vier Azubis aus der Region stellten sich vor. Marius Rotter (Spinner GmbH) und Marco Wittmann (Petzinger GmbH/beide Berufsschule Bad Aibling), Katharina Stocker (Papierfabrik Louisenthal GmbH/Berufsschule Bad Tölz-Wolfratshausen) und Julian Schmöller (Hefter GmbH & Co. KG/Berufsschule Wasserburg) bezeichneten übereinstimmend den USA-Aufenthalt als einmalige Chance und möchten durch fachliche und sprachliche Erfahrungen im Ausland ihre Ausbildung bereichern.

Eröffnet hatte den Termin der Leiter der Aiblinger Berufsschule, Anton Seitz, im Beisein von Vertretern des öffentlichen Lebens.

Im Gespräch mit unserer Zeitung unterstrich Ministerin Aigner die Notwendigkeit, den Zukunftsbedarf bei den Facharbeitern noch zu stärken: "Die mittelständische Struktur spielt dabei eine große Rolle." Das Wirtschaftsministerium stelle für die Ausbildungsförderung 30 Millionen Euro zur Verfügung. MdL Otto Lederer zufolge muss der Stellenwert der dualen Ausbildung noch stärker in den Fokus rücken. "Im Hochschulbereich sind Auslandspraktika und -semester gang und gäbe", erklärte er. Da regionale Firmen oftmals weltweit vernetzt seien, müssten junge Menschen in der Ausbildung dahingehend unterstützt werden. Der stellvertretende Leiter der Berufsschule Bad Aibling, Jürgen Ersig, führte dazu aus, dass im Landkreis derzeit viele Ausbildungsplätze offen stünden. Die Aiblinger Schule habe zudem inzwischen ein Integrationsprogramm für Asylbewerber gestartet. bjn

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