Butterfly-Project in Bad Aibling vorgestellt: Mit Schmetterlingen gegen das Vergessen

Die Protagonistinnen der „Butterfly-Project“-Präsentation (v. li.): Irene Durukan, Nicole Nocon und Veronika Käferle.

Mit den rund 1,5 Millionen Kindern unter den Holocaust-Opfern beschäftigt sich das „Butterfly-Project – Schmetterlinge gegen das Vergessen“, das im Rahmen der „Max Mannheimer“-Kulturtage vorgestellt wurde.

Von Johann Baumann

Bad Aibling –  Initiiert wurde die Präsentation durch den Aiblinger Verein „Mut & Courage“, deren Vorsitzende Irene Durukan in „Lindner’s Stadl“ unter anderem Vertreter von Schulen, von den „Kiwanis“, den evangelischen Pfarrer Markus Merz, Stadträtin Petra Keitz-Dimpflmeier, Petra Mareis (Kreis Migration) und den Regisseur und Schauspieler Michael Stacheder willkommen hieß.

Lesen Sie auch: Bad Aibling lädt zu Max-Mannheimer-Kulturtagen – Das ist das Programm

Sie zitierte dabei die Aussage eines Freundes: „Die heutige Zeit erinnert an die Zeit von 1933 – nur dass ich sie heute besser verstehen kann.“ Mit dem Appell „Lasst uns Haltung zeigen“ betonte sie: „Wichtig ist, das ,Nie wieder‘ im Kopf zu behalten“. Veronika Käferle von „Mut & Courage“ regte an, die heikle und sensible Thematik in die Schulen zu bringen und dort umzusetzen.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Die Deutschland-Koordinatorin des „Butterfly-Projects“ liegt in den Händen der Organisation „generatione“ („empathie in action“) und wird betreut von Nicole Nocon. Die in Cottbus lebende Journalistin und Literaturwissenschaftlerin bezeichnete zunächst ihren Wohnort als „Labor der Rechten“. Sie schilderte die Entstehung des „Butterfly-Projects“ 2006 in San Diego/USA, das 2018 nach Deutschland kam. Verantwortlich dafür sei Steve Schindler gewesen, der Sohn eines aus Cottbus stammenden Holocaust-Überlebenden.

Pädagogische Begleitung

Zusammen mit ihr habe man das Projekt in die „Bewegte Grundschule“ Cottbus geholt und inzwischen seien zwölf weitere Schulen in Deutschland mit eingestiegen. Im Rahmen des Projekts werden die Kinder altersgerecht mit pädagogischer Begleitung mit dem Thema „Holocaust“ vertraut gemacht. Sie beschäftigen sich mit den Biografien getöteter Kinder und bemalen im Gedenken an sie Keramik-Schmetterlinge.

Lesen Sie auch: Mehrheit für Pflichtbesuche von Schülern in KZ-Gedenkstätten

„Das Projekt soll den Kindern nicht Angst, sondern Mut machen“, unterstrich die Organisatorin, „sie sollen hoffnungsvoll in die Zukunft gehen und sich für Toleranz und Mitmenschlichkeit stark machen.“ Ziel sei es, weltweit 1,5 Millionen Schmetterlinge zu gestalten – einen für jedes Kind. „Über 230 000 Schmetterlinge wurden bereits bemalt“, berichtete Nicole Nocon.

Lesen Sie auch: Infos zum Butterfly-Porjekt auf der Homepage des Vereins „Mut & Courage“

„Lasst uns das Thema anpacken, es könnte ein Leuchtturmprojekt für andere Schulen werden“ bekräftigte Irene Durukan abschließend.

Kommentare