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Die Bundestagswahl auf lokaler Ebene

Freie Wähler in Bruckmühl und Tuntenhausen im Aufwind – CSU verliert vielerorts

In der Holnstainer Grundschule in Bruckmühl werden die Stimmen ausgezählt: (von links) Cornelia Ahrens, Wahlvorstand Wolfgang Kaa, Ruth Url, Monika Kuchler und Nicole Meyer sortieren hier noch die Stimmzettel. Im Wahllokal A der Holnstainer Schule erreichte die CSU 26 Prozent und die AfD 18,3 Prozent der Zweitstimmen.
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In der Holnstainer Grundschule in Bruckmühl werden die Stimmen ausgezählt: (von links) Cornelia Ahrens, Wahlvorstand Wolfgang Kaa, Ruth Url, Monika Kuchler und Nicole Meyer sortieren hier noch die Stimmzettel. Im Wahllokal A der Holnstainer Schule erreichte die CSU 26 Prozent und die AfD 18,3 Prozent der Zweitstimmen.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Die CSU hat Wählerstimmen eingebüßt, nicht nur bundesweit, sondern auch in Bruckmühl und in Tuntenhausen. Dafür sind die Freien Wähler hier im starken Aufwind. Auch SPD, Grüne und FDP legten zu.

Bruckmühl/Tuntenhausen – Konnte Direktkandidatin Daniela Ludwig 2017 in der Marktgemeinde Bruckmühl noch 45,7 Prozent der Erststimmen auf sich vereinen, büßte sie nach dem vorläufigen Endergebnis der Bundestagswahl jetzt zehn Prozent ein und erreichte 35,7 Prozent. Auch bei den Zweitstimmen muss die CSU mit 8,9 Prozent deutliche Verluste hinnehmen. Statt der 39,5 Prozent aus dem Jahr 2017 erreichte sie diesmal nur 30,6 Prozent. Die verloren gegangenen Prozentpunkte konnten Freie Wähler, Grüne, FDP und SPD dazugewinnen.

Mehr Kreuze bei den „Kleinen“ gesetzt

Die größten Zuwächse in der Marktgemeinde erreichten die Freien Wähler. Direktkandidat Gerhard Schloots erhielt 6,7 Prozent der Stimmen, das sind 4,3 Prozent mehr als 2017 (2,4 Prozent). Bei den Zweitstimmen erreichten die Freien Wähler mit 8,4 Prozent immerhin 6,5 Prozent mehr als vor vier Jahren.

Alles rund um die Bundestagswahl finden Sie im OVB-Dossier.

Grünen Direktkandidatin Victoria Broßart erzielte in der Marktgemeinde 12,5 Prozent der Stimmen und damit vier Prozent Erststimmen mehr als 2017. Mit einem Plus von 3,3 Prozent erhöhte sich auch die Zahl der Zweitstimmen von neun auf 12,3 Prozent.

SPD ist zweitstärkste Partei in Bruckmühl

Leicht zugelegt hat die SPD und wurde damit in der Marktgemeinde zweitstärkste Partei. Erreichte sie bei Erst- und Zweitstimmen 2017 jeweils 11,3 Prozent, holte Direktkandidat Pankraz Schaberl aus der Nachbargemeinde Feldkirchen-Westerham diesmal 12,5 Prozent der Wählerstimmen und damit 1,2 Prozent mehr. Auch bei den Zweitstimmen verbesserte sich die SPD um 2,9 Prozent von 11,3 auf 14,2 Prozent.

Die FDP erreichte 1,2 Prozent (Gesamt 8,8 Prozent) mehr Erststimmen und verbesserte sich bei den Zweitstimmen um 0,8 Prozent geringfügig auf 12,5 Prozent zu.

Einbußen musste die AfD hinnehmen. War sie 2017 im Markt Bruckmühl mit 15,1 Prozent der Erststimmen noch zweitstärkste Kraft bei der Bundestagswahl, verlor sie diesmal 6,5 Prozent und erreichte nur 8,6 Prozent. Auch bei den Zweitstimmen sind Verluste zu verzeichnen. Hier erreichte die Partei 9,4 Prozent statt der 15,9 Prozent bei der letzten Bundestagswahl. Das entspricht einem Minus an Stimmen von 6,5 Prozent.

10.317 von 12.475 wahlberechtigten Bruckmühlern gaben ihre Stimme ab. Damit lag die Wahlbeteiligung bei 82,7 Prozent, vor vier Jahren war sie mit 83,8 Prozent noch geringfügig höher. 6002 Wähler nutzten die Briefwahl, das sind 48,11 Prozent.

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„Es hat alles wunderbar geklappt“, bilanziert Wahlleiterin Elfriede Bengl-Kimmel den Wahlsonntag. Ihre Befürchtung, dass in einem Wahllokal weniger als 50 Wähler zur Urne schreiten würden, und dadurch ein anderer Auszählmodus erforderlich sein könnte, trat nicht ein. „Unsere Wahllokale hatten zwischen 368 und 517 Wähler“, informiert sie. Ausgezählt war überall schon „gegen 21 Uhr, also relativ zeitig“.

CSU verliert mehr als 14 Prozent

In Tuntenhausen hat sich die Wahlbeteiligung verbessert. Sie lag diesmal bei 86,7 Prozent, vor vier Jahren noch bei 84,9 Prozent.

In der Landgemeinde ist die CSU regelecht abgestürzt. Erreichte sie vor vier Jahren mit 51,9 Prozent der Erst- und 45,8 Prozent der Zweitstimmen noch Spitzenwerte, büßte die Partei hier massiv ein. Bei den Erststimmen verlor sie 14,6 Prozent und bekam nur von 37,3 Prozent aller Wähler noch eine Stimme. Das Ergebnis von 31,4 Prozent bei den Zweitstimmen ist um 14,4 Prozentpunkte schlechter als das der letzten Bundestagswahl.

Wohin sind die Tuntenhausener CSU-Wähler gewandert? Zweitstärkste Partei wurde die SPD mit 11,3 Prozent der Zweitstimmen (plus 3,3 Prozent) und 9,7 Prozent der Erststimmen (plus 1,6 Prozent).

Starke Schwankungen bei allen Parteien in Bruckmühl und Tuntenhausen

Den größten Zuwachs verzeichnen die Freien Wähler mit 13,9 Prozent der Zweitstimmen und damit 11,4 Prozent mehr als 2017 (2,5 Prozent). Das Plus bei den Erststimmen liegt bei 7,7 Prozent. Hier erhielten die Freien Wähler diesmal 10,2 Prozent, vor vier Jahren waren es noch 2,5 Prozent.

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Besser als bei der letzten Bundestagswahl haben auch die Grünen abgeschnitten. Sie vereinten 10,5 Prozent (plus 3 Prozent) auf ihren Direktkandidaten und erhielten 11,0 Prozent der Zweitstimmen (plus 2,4 Prozent). Im Aufwind ist in der Gemeinde Tuntenhausen auch die FDP. Sie erzielte 9,7 Prozent der Erststimmen (plus 2,8 Prozent) und 12,4 Prozent der Zweitstimmen (plus 2,2 Prozent).

An Wählergunst verloren hat die AfD. Noch vor vier Jahren war sie auch in Tuntenhausen die zweitstärkste Partei. Bei den Erststimmen büßte sie 4,7 Prozent ein und erreichte diesmal 9,0 statt der 13,7 Prozent aus 2017. Mit 5,0 Prozent weniger Zweitstimmen erreichte sie ein Ergebnis von 9,3 Prozent, 2017 waren es 14,4 Prozent. Ein Blick in die einzelnen Wahllokale zeigt, dass die CSU in Lampferding mit 43,9 Prozent der Erststimmen das beste Einzelergebnis erzielte.

AfD in Lampferding besonders stark

Hier gaben allerdings auch 18,2 Prozent der Wähler ihre Zweitstimme für die AfD ab, die auch in Ostermünchen und Beyharting gute Ergebnisse erzielte. Die SPD schnitt am besten im Wahllokal im Tuntenhausener Rathaus ab. In Schönau erzielten die Freien Wähler und die FDP die besten Einzelergebnisse.

„Es war ein ruhiger Wahlsonntag“, resümiert Erik Thomas, Geschäftsleiter der Gemeinde Tuntenhausen. Trotz zweier Krankheitsfälle waren ausreichend Wahlhelfer im Einsatz. Gegen 21.20 Uhr konnten die Wahlvorstände die Auszählung abschließen.

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