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Öffnung frühestens im Ma

Bruckmühler Tierkundemuseum weiter in Coronaruhe

Um die Tierpräparate des Museums zu erhalten, entstaubt und besprüht Biologe Harry Klottig sie mit einem Spezialspray. Über 500 sind im Bestand der Einrichtung, darunter auch der Uhu im Bild.
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Um die Tierpräparate des Museums zu erhalten, entstaubt und besprüht Biologe Harry Klottig sie mit einem Spezialspray. Über 500 sind im Bestand der Einrichtung, darunter auch der Uhu im Bild.
  • VonPaula Trautmann
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Auf dem Gelände Salus Auwald-Biotops, zwischen der Mangfall und dem Werkskanal, steht das Tierkundemuseum. Aktuell ist in dem Pfahlbau wenig los, er ist für Besucher geschlossen. Was tun die Mitarbeiter während der Schließung, und wann wird es wieder öffnen?

Bruckmühl – „Bei diesem Infektionsgeschehen kann ich dazu momentan keine seriöse Aussage treffen“, sagt Bürgermeister Richard Richter. Das Museum sei so klein, dass sich selbst mit einem Hygienekonzept maximal zwei oder drei Personen gleichzeitig dort aufhalten könnten. Er schätzt die Räume auf rund 70 Quadratmeter, darunter falle nicht nur der Ausstellungsraum mit seinen vielen Vitrinen, sondern auch das Büro des Biologen Harry Klottig. Weil das Museum so klein ist, rechnet der Bürgermeister frühestens mit einer Öffnung im Mai, und selbst das könne er nicht garantieren. Das komme ganz auf die Infektionslage zu diesem Zeitpunkt an.

Verständnis für politische Vorgaben

Richter bedauert, dass die „super nette Ausstellung“ aktuell geschlossen bleiben muss. Besonders, da die Zielgruppe des Museums Schulklassen, Kindergärten und Gruppen seien. Gerade in Phasen, in denen für Kinder sehr wenige Aktivitäten möglich waren, hätte er ihnen gern dieses Angebot ermöglicht. Dennoch verstehe er, dass die Politik gewisse Rahmenbedingungen vorgegeben hat, um die Bevölkerung zu schützen.

Das Auwald-Biotop der Firma Salus ist derzeit auch geschlossen, allerdings nicht aufgrund der Pandemie. Wie jedes Jahr ist Winterruhe bis Anfang März. Es ist geplant, dass Bürger das Gelände im Frühjahr wieder besuchen dürfen, teilte dasunternehmen auf Anfrage mit. Wann genau, stehe noch nicht fest. Das sei witterungsabhängig.

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Das Tierkundemuseum ist etwas eingeschränkter, da es Beschränkungen für die Personenanzahl in Innenräumen gibt. Wenn es endlich wieder losgehen darf, soll es ein regelmäßiges Programm für die Besucher geben. „Wir müssen uns nun schon leise Gedanken machen, mit welchen Aktionen wir starten“, sagt Richter. In der Zwischenzeit gibt es ein digitales Angebot, um das Interesse der Stammkunden aufrechtzuerhalten. Deshalb bespielt Biologe Klottig die Website des Naturerlebnisses, etwa mit Beiträgen zum Tier des Monats oder Vogel des Jahres mit genauen Beschreibungen (siehe Kasten).

Die richtige Pflege verhindert Schimmel

Er kümmert sich zudem um die über 500 Tierpräparate, die im Besitz des Museums sind. Darunter hauptsächlich Vögel, einige Fische, aber auch Säugetiere wie Rehe, Füchse, Hasen, Fledermäuse und eine Dachsfamilie. Damit die Präparate möglichst lange halten, pflegt Klottig sie regelmäßig. Er entstaubt und besprüht sie mit einem Spezialspray. „Wenn sich zu viel Staub ansammelt, kriegt man eventuell Probleme mit Schimmel“, weiß der Biologe aus Erfahrung. Das wolle er natürlich verhindern.

„Sehr, sehr schöne Aufnahmen von Insekten“

Ansonsten plant Klottig schon vorsichtig Veranstaltungen. Jedes Jahr gebe es eine Ausstellung zum Vogel des Jahres ab Mai oder Juni. „Ich hoffe, dass die stattfinden wird“, sagt er. In diesem Jahr ist der Vogel des Jahres ein ganz besonderer: der Wiedehopf. Er hat schwarz-weiß gestreifte Flügel, einen langen Schnabel und orangene Scheitelfedern mit schwarzen Punkten, die an einen Irokesen-Haarschnitt erinnern.

Auch eine Fotoreihe „Schätze deiner Heimat“ von Hans Unterbuchner soll heuer wieder gezeigt werden. Laut Klottig handelt es sich um „sehr, sehr schöne Aufnahmen von Insekten“. Die Ausstellung zum Wirken von Adolf Peschke wurde bereits vor fünf Jahren gezeigt und sei nun fest im Museum installiert. Sie gibt einen Einblick in die Anfänge des Naturerlebnisses Bruckmühl und seine Aktivitäten rund um die Themen Umwelt-, Natur- und Tierschutz.

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Die ersten drei Tage in den Sommerferien veranstaltet das Museum gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) die Aktion „tierisch unterwegs“. Auch Seniorenfeste und Falknervorführungen gebe es normalerweise auf dem Gelände. Klottig hofft, dass all das diesen Sommer wieder möglich sein wird.

Die Mitarbeiter stehen jedenfalls in den Startlöchern. Lange habe das Museum nach freiwilligen Helfern gesucht. 2021 konnten drei neue ehrenamtliche Mitarbeiter gewonnen werden: Bärbel Born, Gitte Friedrich und Robert Rieder. „Die drei sind sehr motiviert, darüber sind wir sehr glücklich“, sagt Klottig.

Hoffen auf den Sommer

Die Ehrenamtlichen haben vergangenes Jahr auch das neue Tipi aufgebaut, das der Förderkreis zur Erhaltung des Tierkundemuseums finanziert hat. Betreten durften es die Kinder in den Sommerferien jedoch nicht. „Aufgrund der Corona-Auflagen mussten wir uns das verkneifen“, bedauert Klottig.

Dafür fanden Veranstaltungen im Freien unter dem Pfahlbau statt. Der Biologe hofft, dass das Tipi diesen Sommer zum Einsatz kommt, auch um das kleine Museum zu entlasten.

Das Online-Angebot des Tier- und Naturkundemuseums

Auch während der Schließung des Museums und des Auwald-Biotops will die Marktgemeinde Bruckmühl ihren Bürgern etwas bieten. Biologe Harry Klottig bespielt die Website www.naturerlebnis-bruckmuehl.de deshalb laufend mit neuen Beiträgen.

Er orientiere sich dabei an Insekten oder Vögeln des Jahres. „Aber meistens bin ich doch von dem inspiriert, was bei uns in der Region fliegt“, sagt Klottig. Momentan seien das Buchfinken, Rotkehlchen, Buntspechte, Amseln oder Grauspechte. Die Schwanzmeisen sind laut dem Biologen sehr interessant: „Das sind zutrauliche, possierliche Tierchen, und sie treten meist in Gruppen auf.“ In den Beiträgen geht der Biologe auf die Futtergewohnheiten, die Geschlechtsmerkmale, Verhalten und Gesang ein.

Auch einige Videos finden Bürger auf der Website. Sie können ein Blaumeisenpärchen beobachten, wie es sich in einem der vielen Nistkästen bewegt. Auch ein Video von Füchsen gibt es, wie sie in der Nacht über das Gelände und durch den Schnee streifen.

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