Bruckmühler Sport-Stockschützen sind sauer: Alle Wettkämpfe fallen Corona zum Opfer

Mit der zwangsverordneten Ruhe hadern die SVB-Sport-Stockschützen Franz Wasl, Franz Binder und Hans Binder (von links).
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Mit der zwangsverordneten Ruhe hadern die SVB-Sport-Stockschützen Franz Wasl, Franz Binder und Hans Binder (von links).
  • vonThorsten Neuwirth
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„Der Kahn der Sport-Stockschützen liegt auf Grund, und das trotz kontaktlosen Spiels unter freiem Himmel. An dieser Situation wird sich kurzfristig nichts ändern“, so Franz Wasl, Spartenleiter der Stockschützen des SV Bruckmühl (SVB). Grund für die Misere: die Auflagen des Corona-Hygienekonzepts.

Bruckmühl – „Da werden uns Stockschützen so massive Fesseln anlegt, dass ein Sportwettkampf für acht Sportler auf gut 200 Quadratmetern Spielfläche im Außenbereich gar keinen Sinn macht“, erklärt Wasl.

Summe der Regeln verhagelt den Sport

So darf beispielsweise die Daube – also die Zielscheibe – nur mit dem Fuß bewegt werden. Das genaue Abstandsmessen zur Daube soll nur von einer Person vorgenommen werden. Erst bei einem Abstand von mehr als 1,5 Metern darf ein zweiter Spieler zur Auswertung mit hinzugenommen werden. Schiedsrichter müssen bei Berührung der Daube Handschuhe tragen. „Auch wenn sich das für Laien gar nicht so schlimm anhört – die Summe aller Regelungen verhagelt uns den Sport“, kritisiert Kassier Franz Binder.

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Dazu kommt auch, dass die Geselligkeit, das zweite wichtige Standbein der Sport-Stockschützen, komplett auf der Strecke bleibt. Dabei lebt gerade diese Sportart vor allem vom Miteinander nach dem Wettkampf. „Rivalitäten und Siegerdenken auf der Bahn rücken mit der Siegerehrung in den Hintergrund, weil wir eine große Sport-Familie mit langjährigen Freundschaften sind“, beschreibt Sparten-Vize Hans Binder.

Jubiläum fällt ins Wasser

Im gesamten Altlandkreis Bad Aibling fallen bis dato sämtliche Stockschützen-Veranstaltungen dem Rotstift zum Opfer. Dazu zählen die traditionellen Einladungs-, Freundschafts- und Brotzeit-Turniere. Auch wurde die Meisterschaftsrunde komplett abgesagt. Ausfallen müssen auch das Drei-Kampf-Turnier zwischen dem Hufeisenclub Vagen, den Burschen und Stockschützen Mittenkirchen und den SVB-Stockschützen sowie das Auer Straßen-Turnier.

Doch damit nicht genug: In diesem Jahr hätten die SVBler ihr 60-jähriges Jubiläum mit Turnier und Festabend gefeiert. „Ob, wann und wie es nachgeholt wird, werden wir sehen“, erklärt Sparten-Chef Franz Wasl.

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Hinzu kommt, dass die fehlenden Einnahmen vom abgesagten Bruckmühler Volksfest hart ins Kontor schlagen, zumal die finanziellen Aufwendungen für die Stockbahnen, das Sparten-Häusl und das gesamte Sport-Equipment weiterlaufen. In dieser prekären Situation ist der große Spartenzusammenhalt der SVBler der einzige Fels in der Brandung.

Wenigstens das Training geht weiter

So sind die Teilnehmerzahlen beim internen Mannschaftstraining am Freitag sowie beim Senioren-Training am Donnerstag trotz der schwierigen Corona-Sicherheitsbestimmungen topp. „Da machen wir eben unseren Sport und unsere Gaudi unter uns“, beschreibt Binder.

Trotzdem ist auch ein vorsichtigerer Trend zu beobachten: „Es gibt Mitglieder, die sich noch immer nicht auf die Stockbahn trauen“, schildert Wasl voller Verständnis, denn: „Jede und jeder Erkrankte ist einer zu viel.“

Trotz aller Hemmnisse gehen die Stockschützen des SVB zuversichtlich in die nächsten Wochen. „Zusammen pack ma des ois“, ist Franz Wasl optimistisch.

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