Bruckmühler sind zu jeder Zeit am Puls des Stroms

Ein tolles Instrument: Den offiziellen Startschuss für den Bruckmühler EnergieMonitor geben Bürgermeister Richard Richter, Anna Heimgartner sowie Silke Mall und Alexander Usselmann von den Bayernwerken (von rechts).
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Ein tolles Instrument: Den offiziellen Startschuss für den Bruckmühler EnergieMonitor geben Bürgermeister Richard Richter, Anna Heimgartner sowie Silke Mall und Alexander Usselmann von den Bayernwerken (von rechts).

Der EnergieMonitor der Bayernwerke ist am Montag in der Marktgemeinde Bruckmühl offiziell ans Netz gegangen. Nach einem vierwöchigen Testlauf ist das Online-Tool jetzt auf der Homepage der Marktgemeinde abrufbar. Es zeigt Produktion und Verbrauch von Strom in der Marktgemeinde in Echtzeit.

Von Kathrin Gerlach

Bruckmühl – Im Viertelstundentakt werden die Daten aktualisiert. Sie zeigen auf der einen Seite, aus welchen Bruckmühler Quellen die elektrische Energie ins Netz eingespeist wird, wie hoch der zusätzliche Bezug aus dem öffentlichen Netz ist und auf der anderen Seite, wie viel Energie private Haushalte, kommunale Anlagen sowie Industrie und Gewerbe verbrauchen.

Energiebilanz transparent gemacht

Die Bilanz von Erzeugung und Verbrauch vor Ort ergibt den Grad der Eigenversorgung. Silke Mall und Alexander Usselmann, Kommunalbetreuer der Bayernwerk Netz GmbH, präsentierten die neue Online-Plattform am Montag im Bruckmühler Rathaus.

Hier finden Sie den EnergieMonitor der Marktgemeinde Bruckmühl.

Bürgermeister Richard Richter und Anna Heimgartner, in der Verwaltung unter anderem für erneuerbare Energien verantwortlich, sind schon seit vier Wochen fast stündlich online. Das Interessante am Energie-Monitor: „Er gibt zu jeder Tages- und Jahreszeit detailliert Aufschluss über unsere Energiebilanz, zeigt die Stärken und Schwächen des Bruckmühler Energiemixes und spiegelt die Schwankungen im Verbrauch wider“, erklärt der Bürgermeister.

Grüner Strom aus Biomasse, Wasserkraft und Sonne

Richter ist begeistert, denn „man kann minutiös beobachten, wie sich der Alltag auf den Stromverbrauch auswirkt“. Besonders stolz ist er darauf, dass „allein aus Biomasse und Wasserkraft dauerhaft der Stromverbrauch der Haushalte und der kommunalen Einrichtungen abgedeckt werden kann“.

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Größter Lieferant regenerativen Stroms sind in der Marktgemeinde die Photovoltaikanlagen, die bei strahlendem Sonnenschein sogar an Wochentagen eine Eigenversorgung von bis zu 100 Prozent ermöglichen.

Starke Industrie – enormer Energiebedarf

Größer Stromabnehmer in Bruckmühl sind Industrie und Gewerbe – ungeachtet der Energie, die sie beispielsweise über Wasserkraft selbst erzeugen und verbrauchen. „Für eine Kommune mit einem so starken industriellen Sektor und enormen gewerblichen Stromverbrauch ist eine Eigenversorgung von 69 Prozent ein hervorragendes Ergebnis“, betont Alexander Usselmann von den Bayernwerken.

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Für den Markt Bruckmühl ist der EnergieMonitor ein weiterer Mosaikstein der Energiewende – nicht nur aufgrund der Erkenntnisse für die kommunale Energiepolitik. „Von diesen Informationen können alle Bürger profitieren“, betont Richter. „Wir möchten sie damit auch motivieren, sich mit eigenen Projekten in die Energiewende vor Ort einzubringen.“

Ökologie eines Tages jetzt messbar

Allein die Beobachtung, wie sich die Sonnenstrahlung im Tagesverlauf auf die Energieausbeute von Photovoltaikanlagen (PVA) auswirke oder wie ökologisch ein konkreter Tag war, motiviere möglicherweise den ein oder anderen dazu, sein Dach mit einer PVA zu bestücken oder bereits vorhandene Anlagen mit einem Speicher zu koppeln.

Doch die Einspeisung ist nur eine Seite des Monitorings. „Der Verbrauch liefert auch Aussagen darüber, wie sich der regional erzeugte Strom noch intelligenter nutzen lässt“, erklärt Usselmann.

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