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KUNSTPROJEKT AN JUSTUS-VON-LIEBIG-SCHULE

Bruckmühler Schüler schlagen künstlerische „Sonnenbrücken“

Die Künstlerschar: In der hinteren Reihe von links sind Corinna Dösinger (Schulbegleitung), Lukas Planer, Princess Bright, Laura Apfelböck, Samantha Hagn, Marianna Grafl (Praktikantin der Kunst FOS München) und Martin Blumöhr zu sehen. In der vorderen Reihe (von links) winken Lotta Rüger, Annabelle Grögel, Leni Brandlhuber, Vincent Schilling und Derek Tanasie. Nicht auf dem Gruppenbild ist Leonie Oswald.
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Die Künstlerschar: In der hinteren Reihe von links sind Corinna Dösinger (Schulbegleitung), Lukas Planer, Princess Bright, Laura Apfelböck, Samantha Hagn, Marianna Grafl (Praktikantin der Kunst FOS München) und Martin Blumöhr zu sehen. In der vorderen Reihe (von links) winken Lotta Rüger, Annabelle Grögel, Leni Brandlhuber, Vincent Schilling und Derek Tanasie. Nicht auf dem Gruppenbild ist Leonie Oswald.
  • VonJohann Baumann
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Farbe in den tristen Corona-Alltag haben jetzt der Münchener Maler Martin Blumöhr und zehn Nachwuchskünstler der Justus-von-Liebig-Schule gebracht. Bei Wind und Wetter haben sie den Verbindungsgang zwischen Grund- und Mittelschule gestaltet und dabei auch eine Chronik des Jahres 2020 gestaltet.

Bruckmühl – „Brückenmühlen“ lautete der Titel des muralen Kunstprojektes, das unter der Leitung des Münchener Künstlers Martin Blumöhr mit einer Schülergruppe in der Unterführung am Bruckmühler Wimmerweg 2018 entstand.

Jetzt ist der Münchener Künstler erneut für ein Projekt in die Bruckmühler „Schulszene“ eingetaucht: In einer Gemeinschaftsaktion gestaltet er an der Justus-von-Liebig-Schule mit zehn Schülern die rund 65 Quadratmeter große Wand des öffentlich zugänglichen Verbindungsgangs zwischen Grund- und Mittelschule.

An ihrem Motiv arbeitet die 14-jährige Laura Apfelböck (Kl. 8cM).

Künstler aller Jahrgangsstufen

Der Maler hat die Nachwuchskünstler aus allen zehn Jahrgangsstufen zunächst „Gedankenskulpturen“ entwerfen lassen. So nennt er die fantastischen Figuren, die Teilnehmer der Workshops mit seiner Unterstützung entwickeln und als ersten Entwurf zu Papier bringen. Diese Zeichnungen setzen die Kinder und Jugendlichen dann später auch auf der Wand um.

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Dabei bekommen sie tatkräftige Unterstützung für die richtigen Proportionen und den Bildaufbau, denn mit dabei sind auch die Kunststudentinnen Marianna Grafl und Emily Eckert von der „FOS für Gestaltung“ in München. Sie unterstützen die jungen Akteure bei der Pinselführung, beim plastischem Aufbau der Motive und beim Anmischen der benötigten Farbstufen.

Wenn alle Teilnehmer ihre Bilder auf die Wand gebracht haben, führt Blumöhr die einzelnen Elemente zu einer Gesamtkomposition zusammen. „Der Name des Projekts „Sonnenbrücke“ ist dabei sozusagen eine Assoziation zum dem Regenbogen, dem Wahrzeichen der Schule. Durch die Sonnenbrücken werden die einzelnen Motive miteinander verbunden“, erläutert der Künstler.

Am Anfang der Malkunst stand der Entwurf – hier der von Samantha Hagn.

Kunst als Ventil

Inhaltlich durften die Schüler all ihre Gedanken, Wünsche und Erlebnisse, aber auch Ängste und ihre Wut zum Thema Corona zu Papier beziehungsweise auf die Wand bringen. Vom ersten Tag sprudelten die Ideen, das Projekt diente als eine Art befreiendes Ventil, um den Lockdown mit all seinen Aspekten auszudrücken.

So wurden unter anderem die Schließung der Schulen, Wirtshäuser, Kinos und Jugendeinrichtungen sowie die fehlenden sozialen Kontakte zum Ausdruck gebracht.

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In einem Sammelsurium reihen sich viele fantastische Wesen mit Coronavirus-Köpfen oder mit Körpern aus geschlossenen Einrichtungen, den in der Krise zum stilprägenden Kulturgut erhobenen Klopapierrollen und zu Körperteilen verwachsenen Schutzmasken aneinander. Dazwischen tauchen auch Bruckmühler Motive wie das Mühlrad auf.

Von Corona-Symbolen geprägt ist das Kunstwerk – ein Spiegel der Zeit.

Auch grotesker Humor kommt nicht zu kurz, wenn etwa das lebendig gewordene Coronavirus am Lenkrad sitzend das an „Yellow Submarine“ erinnernde Weltgeschehen-Vehikel mit einem Misthaufen als Antriebsstoff steuert. Doch ist auch die Sehnsucht nach Normalität und die Nachdenklichkeit über das Zusammenleben spürbar, wenn zum Beispiel die Erdkugel durch den niederliegenden Reiseverkehr Zeit zum Durchatmen bekommt.

„Trotz der Corona-Situation lassen sich die jungen Künstler nicht unterkriegen und malen von früh bis spät mit voller Hingabe an ihrem Werk“, schildert der erfahrene Kunstschaffende.

Rektorin Arabella Quiram weist auf eine Wurzelrechnung als Symbol hin.

Einladung zum gemeinsamen Lachen

Angestoßen wurde das Projekt von Arabella Quiram, der Rektorin der Justus-von-Liebig-Schule Heufeld. „Das Wandbild versteht sich als eine für alle jederzeit besuchbare Freiluft-Galerie und als eine Einladung, in diesen schwierigen Zeiten das gemeinsame Nachdenken, aber auch das gemeinsame Lachen nicht zu vergessen“, konstatiert Martin Blumöhr.

„Im Laufe des April ist eine Vernissage geplant, wenn es die Corona-Regelungen zulassen“, kündigt die Schulleiterin an.

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