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Bruckmühler Rezept für ein langes Leben

„Für jeden Tag dankbar sein“: Therese Brunner feiert 100. Geburtstag

Zum Jahrhundert-Geburtstag von Therese Brunner (Zweite von rechts) gratulierten auch (von links) Dritte Bürgermeisterin Anna Wallner, Pfarrer Augustin Butacu und Manfred Bacher.
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Zum Jahrhundert-Geburtstag von Therese Brunner (Zweite von rechts) gratulierten auch (von links) Dritte Bürgermeisterin Anna Wallner, Pfarrer Augustin Butacu und Manfred Bacher.
  • VonJohann Baumann
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Ihren 100. Geburtstag feierte Therese Brunner jetzt bei bewundernswerter Gesundheit. Den OVB-Heimatzeitungen verrät sie ihre Lebenselixiere und erzählt von einem bewegten Leben.

Bruckmühl– Man schrieb das ereignisreiche Jahr 1922: Friedrich Ebert war deutscher Reichspräsident, in Ägypten wurde das Grab von Tutanchamun entdeckt, in Schweden startete zum ersten Mal der Wasa-Lauf, in Bonn wurden die Gummibärchen erfunden und in Westerham bei Willing kam Therese Brunner zur Welt. Sie feierte jetzt bei bewundernswerter Gesundheit ihren 100. Geburtstag.

Die Jubilarin wuchs in Westerham auf und besuchte die Volksschule in Willing. Nach der Schulzeit absolvierte sie ein Pflichtjahr und begann anschließend eine kaufmännische Lehre beim Rosenheimer Autohaus Buchauer.

Jubilarin hat großen Lebenswillen

Die wurde jedoch nach zwei Jahren durch die rüstungsbedingte „Dienstverpflichtung“ von Amts wegen abrupt beendet. Sie musste nämlich bei den Rosenheimer Klepperwerken bei der Herstellung von Schwimmwesten für die Marine mithelfen.

Im Kriegsjahr 1944 schloss sie den Bund der Ehe mit ihrem Mann Alfons, dem dazu Fronturlaub gewährt wurde. 1945 zog sie mit ihrem Mann, der in Bad Aibling als Polizist tätig war, nach Bruckmühl und 1959 wurde das neu erbaute Eigenheim in der Gartenstraße bezogen.

Das Leben von Therese Brunner war von schweren Schicksalsschlägen begleitet. Ehemann Alfons verstarb 1988 mit erst 69 Jahren. Tochter Helga – ihr einziges Kind – erlag 1999 mit nur 57 Jahren einem Krebsleiden. Mit großem Lebenswillen überwand Therese Brunner diese Tiefen und auch eigene schwere Erkrankungen.

Das Geburtstagskind ist seit 61 Jahren Mitglied im Bruckmühler Frauenbund. „Resi“, wie sie genannt wird, ging früher regelmäßig zur Gymnastik und im Sommer jeden Morgen zum Schwimmen ins Bruckmühler Schwimmbad.

Mit Unterstützung ihrer Familie versorgt sie sich trotz nachlassender Sehkraft noch weitgehend selbstständig. Sie ist noch immer am Tagesgeschehen interessiert, besonders an der Politik. Ein weiteres Steckenpferd sind ihre Blumen, die sie förmlich bemuttert. Körperlich fit hält sie sich mit ihrer täglichen Rollator-Tour in der Gartenstraße – ein Ratsch mit den Nachbarn inbegriffen. An ihrem Ehrentag glich ihr Haus einem Taubenschlag. Schwiegersohn Martin, Enkelin Sabine, die Urenkel Steffi und Markus sowie die UrUrenkel Emma, Simon und Paul bildeten dabei ein „Vier-Generationen- Glückwunsch-Team“.

Außerdem kamen Verwandte, Freunde und Nachbarn quasi im Minutentakt. Schon am frühen Morgen überraschte eine neunköpfige Formation der Heufelder Blasmusik das Geburtstagskind, das die Blasmusik sehr liebt, mit einem Ständchen.

Die Glückwünsche der Marktgemeinde überbrachte die Dritte Bürgermeisterin Anna Wallner. Im Namen der Pfarrgemeinde Herz Jesu gratulierte Pfarrer Augustin Butacu und wünschte der Jubilarin Gottes Segen. Vom Katholischen Frauenbund kamen die Vorsitzende Anna Niedermair und ihre Stellvertreterin Christa Höppler, um die Resi zu beglückwünschen. Musikalisch umrahmt wurde der Jubeltag von Manfred Bacher, der seit 25 Jahren bei nahezu allen „Resi“-Geburtstagen mit seiner Zither aufspielt – unter anderem mit dem Jodler „Vui Glück und vui Freid“.

Doch die Jubilarin lässt es mit der improvisierten häuslichen Feier nicht bewenden: Im Gasthaus „Bartl“ in Högling steigt das „richtige“ Geburtstagfest mit 100 Gästen erst noch. Das Rezept für ihre 100 Lebensjahre verriet Therese Brunner: „Aus allen Situationen im Leben das Beste machen und mit großem Gottvertrauen für jeden Tag dankbar sein.“

Glückwünsche vom Bundespräsidenten

Ein ganz besonderes Glückwunschschreiben erhielt die humorvolle und lebensbejahende Jubilarin aus Berlin – vom Bundespräsidenten. Darin heißt es: „Nur wenigen Menschen ist es vergönnt, auf ein volles Jahrhundert Rückschau zu halten. Was haben sie in Ihrem Leben nicht schon alles erfahren und erlebt! Da ist es richtig, den Blick auf Gelungenes im eigenen Leben zu lenken, auf das, was Grund zum Danken gibt. Ich hoffe, Sie können das in Gesellschaft derer tun, die ihnen nah und wichtig sind“, schreibt Dr. Frank-Walter Steinmeier.

Weitere Gratulationsbriefe kamen vom Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder und – zusammen mit Blumen – von Landrat Otto Lederer.

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