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Entscheidung für Neubau gefallen

Bruckmühler Rathaus wird nun doch abgerissen

Die Tage des Bruckmühler Rathauses sind gezählt. Der Marktgemeinderat beschloss einstimmig, das Gebäude abzureißen und einen Neubau zu errichten. Dieser soll im gleichen Bereich, aber nicht unbedingt an gleicher Stelle gebaut werden.
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Die Tage des Bruckmühler Rathauses sind gezählt. Der Marktgemeinderat beschloss einstimmig, das Gebäude abzureißen und einen Neubau zu errichten. Dieser soll im gleichen Bereich, aber nicht unbedingt an gleicher Stelle gebaut werden.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Die Würfel sind gefallen: Das Bruckmühler Rathaus wird abgerissen. Der Marktgemeinderat traf diese Entscheidung einstimmig. „Es ist eine harte Entscheidung, die wir unseren Bürgern erklären müssen, aber wir brauchen eine Antwort für die Zukunft. Heute stellen wir dafür die Weichen“, betonte Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW).

Bruckmühl – Leicht gemacht haben sich die Räte diese Entscheidung nicht. Nachdem sie in einer Sondersitzung im Mai mit 22:1 Stimmen den Rathaus-Neubau stoppten, fanden im Rahmen einer zehnstündigen Klausurtagung intensive Beratungen darüber statt, wie es weitergehen könnte. Im Gespräch waren nicht nur räumliche Synergien mit dem neuen Bürger- und Kulturhaus oder Standortvarianten, sondern auch die Frage, ob man perspektivisch selbst investiert oder in der alten „Wolldecke“ zur Miete bleibt. Auch wurde darüber nachgedacht, dass Rathaus für Schulerweiterungen, Ganztagsbetreuung oder auch Kindertagesstätte zu verwenden.

Bausubstanz führt zu Umdenken

Umso erstaunlicher war nun der fast einhellige Tenor in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung: „Abriss und Neubau“. Robert Niedermeier (SPD/PU) blickte auf die jahrelangen Diskussionen zurück und resümierte: „Wir sollten die Wolldecke als mittelfristiges Mietobjekt für die nächsten zehn Jahre betrachten und in dieser Zeit den Neubau des Rathauses planen und umsetzen.“

Bürgermeister Richter erinnerte daran, dass die Experten zu Beginn der Planungen davon ausgegangen seien, dass ein Neubau mindestens zwei bis drei Millionen Euro teurer sei als eine Sanierung. Mit Kosten von mehr als 20 Millionen Euro hatten die letzten Entwürfe aber daran zweifeln lassen.

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„Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir viel Lehrgeld gezahlt haben und nicht weiterkommen“, umriss Robert Plank (CSU/PW) den Status Quo. Georg Pritzl (OLB) hatte kurz vor der Ratssitzung um eine Baustellenbesichtigung gebeten. Die Entkernung des alten Rathauses ist fast abgeschlossen. „Jetzt wird der schlechte Zustand der Bausubstanz erst richtig deutlich“, beschrieb er und kritisierte: „Ich bin überrascht, dass Architekten das marode Gebäude überhaupt sanieren wollten.“

Die alte „Wolldecke“ bleibt bis auf Weiteres das Domizil der Bruckmühler Verwaltung.

Größtes Problem im Altbau sind die Feuchtigkeit der Wände und die Tragfähigkeit der Fundamente. Bei einer Sanierung wären zudem hohe Investitionen in neue Treppen und Barrierefreiheit erforderlich. „Im Bestand erreichen wir keine Barrierefreiheit, das ist das größte Problem“, so Bartholomäus Krapichler (CSU/PW). Mit einem Neubau versiegle man zudem keine zusätzlichen Flächen, könne höher und zudem klimaneutral bauen.

Befürworter einer Sanierung waren einst auch Harald Höschler und Hubert Maier (beide CSU/PW). Rückblickend auf die Erfahrungen der vergangenen Jahren haben beide umgedacht, wie sie betonten

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Dr. Monika Mager (Grüne) war enttäuscht, dass die Bausubstanz des alten Rathauses nun als „abbruchreif“ eingestuft werde. Diese Fakten waren auch ihr vorher nicht bekannt. Sie hatte sich das alte Rathaus als Erweiterung des Schulstandortes vorgestellt und auf einen modernen „Campus Bruckmühl“ gehofft. Stefan Mager (Grüne) plädierte für einen Neubau, gleichzeitig aber für die Suche nach einem geeigneten Standort. Auch Maria Weber (OLB) wollte die Standortfrage noch nicht entschieden wissen, da sie die Nähe des neuen Rathauses zu Rösnerwiese und Bahnhof bevorzugen würde.

Standort bleibt am Rathausplatz

Mit einem einstimmigen Beschluss entschied sich der Marktgemeinderat für den Abriss des Rathauses. Die Verwaltung der Marktgemeinde zeigt nun verschiedene Vergabeverfahren auf. Entscheidungen über das Verfahren und den zeitlichen Ablauf trifft der Rat 2022. Der Neubau soll im Rahmen des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) erfolgen. Dieses betrachtet die Entwicklung des Zentrums im Bereich von Sonnenwiechser-, Kirchdorfer-, Bahnhof- und Müller-zu-Bruck-Straße. Mit 13:7-Stimmen plädierte der Rat dafür, dass sich das neue Rathaus „um den bisherigen Standort herum“ befinden solle.

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