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SOZIALER WOHNUNGSBAU

Bruckmühler Marktgemeinderat vergibt Grundstück: Neuer Hof mit viel Grün für 24 Familien

Ein Blick in den begrünten Innenhof der Wohnanlage. Die heute noch enge Bebauung wird durch eine offene Gestaltung abgelöst.
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Ein Blick in den begrünten Innenhof der Wohnanlage. Die heute noch enge Bebauung wird durch eine offene Gestaltung abgelöst.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Die Weichen für ein neues Wohnquartier mit sozial verträglichen Mieten sind gestellt. Der Marktgemeinderat hat sich einstimmig für den Entwurf der Schwaiger Wohnbau und Immobilienverwaltungs GbR aus Bad Aibling entschieden – gestaltet und geplant von der Petzenhammer Architektur und Stadtplanung GmbH.

Bruckmühl – Im Dezember erfolgte die Ausschreibung des 3000 Quadratmeter großen Grundstückes. Jetzt wurden dem Marktgemeinderat die drei eingereichten Konzepte vorgestellt. Nach einem Punktesystem erfolgte anschließend in nichtöffentlicher Sitzung die Vergabe. Den Zuschlag erhielt die Schwaiger Bau GbR.

Grundstücksvergabe über Erbbaurecht

„Wir haben uns sehr gefreut, dass wir mit unserem Konzept überzeugen konnten“, sagte Inhaber Josef Schwaiger am Tag darauf. Das Konzept, das Stadtplanerin Claudia Petzenhammer-Hörmann entworfen hat, basiert auf den Erfahrungen aus dem Sozialwohnungsbau an Meisenweg und Kirchdorfer Straße sowie der konkreten Nachfrage in Bruckmühl. „Kinderreiche Familien oder Menschen mit Behinderungen konnten wir bisher kein adäquates Angebot machen, deshalb war es mir wichtig, dass wir auch große Wohnungen im Konzept haben“, betont Schwaiger.

Dieses Grundstück am Rübezahlweg 7, 9 und 11 wird in Erbaupacht vergeben und neu überplant.

Chance für Menschen mit Handicap

Im Entwurf spiegelt sich das in drei rollstuhlgerechten Wohnungen mit jeweils fünf Zimmern und einer Größe von 140 Quadratmetern wider. „Beispielsweise für Familien mit einem Angehörigen mit Behinderung oder für eine Seniorenwohngemeinschaft, in der es einen Gemeinschaftsbereich und Rückzugsmöglichkeiten für jeden einzelnen gibt“, so die Idee der Architektin.

Zudem hat sie das 3000 Quadratmeter große Areal aufgelockert gestaltet: Die drei Gebäude sind in Form eines Hofes angeordnet. Damit entsteht im Zentrum ein Innenhof mit sandigen und gepflasterten Bereichen, vor allem aber mit viel Raum für Grün, Kräutergarten, Grillplatz, vielleicht auch einem Trampolin, einer Boccia-Fläche oder Tischtennis-Platten. Zu den Erdgeschosswohnungen gehören Terrassen und Mietergärten. Alle anderen Wohnung verfügen über einen Balkon.

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Insgesamt entstehen 24 Wohnungen. Im Haus eins sind neun Wohnungen mit einer Größe von 50 bis 90 Quadratmetern geplant, im zweiten Haus drei große Wohnungen und im dritten Haus zwölf Wohnungen mit jeweils 72 Quadratmetern. Die Gebäude sind barrierefrei, mit einem Fahrstuhl ausgestattet und über einen Laubengang miteinander verbunden. In einer Tiefgarage werden 25, weitere 16 Stellplätze oberirdisch geschaffen. Gebaut wird in massiver Ziegelbauweise, mit vorwiegend bodentiefen Fenstern und integrierten Außenjalousien sowie Fußbodenheizung. Ein Energiekonzept für das Quartier wird nun von Fachplanern ausgearbeitet.

Baukosten liegen bei circa 4,5 Millionen Euro

Nachdem der Marktgemeinderat dem Konzept seinen Zuschlag erteilt hat, werden nun die Verträge zwischen der Marktgemeinde Bruckmühl und der Schwaiger Bau GbR erarbeitet. „Ich hoffe, dass wir Ende des Jahres schon die Baugenehmigung haben und im Frühjahr 2022 mit dem Bau beginnen können“, plant Josef Schwaiger den zeitlichen Ablauf. Bei einer kalkulierten Bauzeit von einem Jahr könnten die ersten der 24 Familien schon 2023 ihr neues Heim beziehen. Die Baukosten belaufen sich nach ersten Schätzungen auf circa 4,5 Millionen Euro.

Der Entwurf von Stadtplanerin Claudia Petzenhammer überzeugte den Marktgemeinderat.

Zwei weitere Bewerber stellten ihre Ideen vor

Zwei weitere Konzepte wurden dem Marktgemeinderat vorgestellt. Die Vereinigte Gemeinnützige Baugenossenschaft Bad Aibling-Bruckmühl eG wollte zwei Gebäude mit 33 Wohnungen errichten. So wäre mit den Wohnungen am Rübezahlweg 9 a und b ein genossenschaftliches Ensemble entstanden. Geplant waren drei Geschosse und Walmdach. Die Bauweise – Beton, Holz oder Hybrid – hätte der Gemeinderat bestimmen können. Stellplätze wären in Tiefgarage und oberirdisch am Verbindungssteg vom Rübezahlweg zu den Gebäuden 9 a und b entstanden. Fotovoltaik und Blockheizkraftwerke waren angedacht.

Die alten Gebäude sollen weichen. Links (im Hintergrund) entsteht bereits die Sozialwohnanlage der Gemeinde. Die Altbauten (rechts) werden abgerissen, um den Bereich aufzulockern und neu zu bebauen.

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Die Oberbayerische Heimstätte Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft mbH baut derzeit in Heufeld 27 Sozialwohnungen am einstigen Standort der „Alten Schule“. Sie wollte am Rübezahlweg ein CO2-neutrales Pilotprojekt starten. Zwei Baukörper mit drei Geschossen und Satteldach sollten in Ständerbauweise errichtet, ihre Fassade mit Holz verkleidet werden. Geplant waren 30 Wohneinheiten – 80 Prozent davon als Zwei-Zimmer-Wohnungen, die bei Bedarf auch in größere Wohnungen umgewandelt werden könnten. Für die Stellplätze waren Carports auf dem Grundstück vorgesehen. Die Energie- und Wärmeversorgung sollte ausschließlich über erneuerbare Energien erfolgen.

Das künftige Quartier am Rübezahlweg (oben). Die neuen Gebäude sind rot gekennzeichnet. Links unten (grau) sieht man die neue Wohnanlage der Marktgemeinde. Rechts unten befindet sich der Wohnkomplex der Baugenossenschaft.

Alle derzeitigen Mieter bekommen neue Wohnungen

Die 13 Familien, die derzeit in den Gebäuden am Rübezahlweg 7, 9 und 11 leben, müssen keine Sorge haben. Ehe die Bauarbeiten im Quartier beginnen, bietet die Marktgemeinde ihnen eine Ersatzwohnung an. Im Sommer wird die gemeindliche Wohnanlage in unmittelbarer Nachbarschaft am Rübezahlweg 13 fertig, im nächsten Jahr die der Oberbayerischen Heimstätte in Heufeld. Den Familien wird eine Neubauwohnung – ebenfalls zu sozial verträglichen Mietpreisen – angeboten.

Der Entwurf der Oberbayerische Heimstätte Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft mbH fand keine Mehrheit.

Marode Gebäude werden abgerissen

Ihre Wohnsituation wird sich dadurch enorm verbessern. Der Zustand der Wohnungen war der Grund, weshalb die Marktgemeinde nach Lösungen suchte. Die Wohnanlage am Rübezahlweg 7, 9 und 11 mit 14 Wohneinheiten ist in die Jahre gekommen. Zwischen 1966 und 1968 errichtet, waren Wärmedämmung, Fenster, Elektro- und Sanitärinstallationen sanierungsbedürftig. Die Kosten für Strom und Heizung waren zu hoch. Viele Wohnungen sind von Schimmel befallen. Eine Sanierung hätte sich nicht mehr gelohnt. Die Alternative: Abriss und Neubau.

Zwei Gebäude wollte die Vereinigte Gemeinnützige Baugenossenschaft Bad Aibling-Bruckmühl eG errichten.

Im September beschloss der Marktgemeinderat , das circa 3000 Quadratmeter große Grundstück im Wege des Erbbaurechts an einen externen Partner zu veräußern – mit dem klaren Ziel, dort eine Wohnanlage mit einkommensorientierter Förderung (EOF) zu errichten.

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