HOCHWASSER-GUTACHTEN

Bruckmühler Marktauschuss stimmt Bauvorhaben in Götting erst zu, wenn Gefahrenlage klar ist

Die Hochwasserproblematik in Götting soll mit einem Gutachten geklärt werden, erst dann kann das Baurecht für das Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen umgesetzt werden.
+
Die Hochwasserproblematik in Götting soll mit einem Gutachten geklärt werden, erst dann kann das Baurecht für das Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen umgesetzt werden.
  • vonThorsten Neuwirth
    schließen

Ein Gutachten soll für den Südosten des Bruckmühler Ortsteils Götting Klarheit bringen. Dabei geht es um die Frage, ob eine Ausweitung des Bauraumes die Überschwemmungssituation für die bestehende Bebauung am Straßeneck Aiblinger Straße – Steigfeldweg verschlechtert.

Bruckmühl – Um Baurecht für ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen und einer Baukörpergröße von 16 Mal 13 Metern (Wandhöhe sieben Meter) zu ermöglichen, hat der Bruckmühler Marktausschuss schon im November eine Änderung des Bebauungsplanes eingeleitet.

Anwohner äußern Bedenken

Im Rahmen der öffentlichen Auslegung sind von den Eigentümern des westlich angrenzenden Reihenhauses Stellungnahmen eingegangen. Bedenken ihrerseits gibt es aufgrund von Höhe und Lage des Gebäude, aber vor allem hinsichtlich einer möglichen Verschärfung des Hochwasserrisikos durch die zusätzliche Flächenversiegelung und erhöhte Wasserverdrängung bei Starkregen.

Lesen Sie auch: Falscher Arzt im Impfzentrum Rosenheim - Beschäftigung in weiterem Impfzentrum aufgedeckt

Parallel dazu hatte der Bauwerber eine Planänderung nachgereicht. Diese sah eine Erhöhung der Wandhöhe auf 7,50 Meter, den Einbau einer Dachterrasse mit Dachgaube, weitere Gauben auf der nördlichen Dachseite und die Teilung des Obergeschosses in zwei Wohneinheiten vor. Dies führt zu einer Wohnungs-Mehrung von fünf auf sechs. Die dafür benötigten Stellplätze können aber entlang des Steigfeldweges nachgewiesen werden.

Für Thomas Brückner vom Bauamt war die Überschwemmungssituation das entscheidende Kriterium: „Es darf es keine Verschlechterung der Hochwassersituation geben, und auch der Neubau muss vor solchen Gefahren geschützt werden.“ Die beantragte Wanderhöhung sah er kritisch: „Das Gebäude wird die bestehenden deutlich überragen, auch wenn die Häuser an der Aiblinger Straße 31 und 44 noch höher sind“. Zudem seien Dachaufbauten und Dacheinschnitte nach dem Ur-Bebauungsplan unzulässig.

Planänderungen abgelehnt

Der Marktausschuss musste nun entscheiden, ob ein Gutachten zur Klärung der Überschwemmungssituation beauftragt werden soll und ob die Planänderungen aus städtebaulicher Sicht vertretbar sind. Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) sprach sich „zur Sicherheit für alle Beteiligten“ für ein Gutachtens aus. Die Nachjustierung der Planung aber wolle er auch im Sinne der Nachbarn nicht weiterverfolgen.

Das könnte Sie auch interessieren: Bruckmühler Marktgemeinderat verärgert: Regierung Oberbayerns lehnt Förderung für Radl-Schutzstreifen ab

Für Fraktionskollege Michael Stahuber war „das Höher und Größer“ zu überdimensioniert. Für Grünen-Rat Stefan Mager stellte sich die Frage, ob man auf dem Gutachten von 2015 zur Hochwasserproblematik aufbauen könne. Bauchweh bereiteten ihm die zwölf überirdisch geplanten Parkplätze: „Das wird der größte Parkplatz in Götting.“ Daher sprach er sich bei künftigen, ähnlichen Planungen „für zukunftsorientiertes Bauen mit Tiefgaragen aus“.

Für OLB-Rat Richard Linke löst das neue Haus eine Verschärfung der Überschwemmungs-Lage aus. Er plädierte für ein Gutachten. Auch gefiel ihm die große Anzahl von Stellplätzen am Steigfeldweg nicht.

Zu viele Wohnungen, zu viele Parkplätze

Er sah Probleme beim Begegnungsverkehr mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Die nach den neuen Plänen sechste Wohnung war für ihn „zu viel des Guten“.

Hubert Maier (CSU/PW) sah in jedem Neubau eine Verschärfung der Situation vor Ort und beschrieb diese auf seine gewohnt humorvolle Art: „Ein Loch, bleibt eben ein Loch, da ändert auch ein Gutachten nichts.“ Er sprach sich gegen eine Gebäudeerhöhung aus.

Gegen die Stimme von Stefan Mager lehnte das Plenum mit 8:1 die beantragten Änderungen aus städtebaulicher Sicht ab. Einig war man sich darüber, dass ein Gutachten die Grundlage für etwaige künftige Baumaßnahmen bilden soll.

Mehr zum Thema

Kommentare