Bruckmühler Kinderkrippen-Pavillons bekommen ein Dach, aber keine Fassade

Mit einem Dach versehen werden die Pavillons des „Hauses für Kinder Vergissmeinnicht“ in Heufeldmühle im Sommer. Eine hinterlüftete Fassade lehnte der Gemeinderat mit 13:8 Stimmen ab. Gerlach

Die Pavillon-Lösung für die Kinderkrippe am „Haus für Kinder Vergissmeinnicht“ in Heufeldmühle ist als Zwischenlösung gedacht. „Es ist kein Gebäude für die Ewigkeit, aber die Übergangsphase von fünf Jahren wird nicht reichen“, erklärte Bürgermeister Richard Richter im Marktgemeinderat.

Bruckmühl – Das Gremium sollte darüber befinden, ob die Pavillons ein Dach und eine Fassadenverkleidung erhalten sollen. „Das Dach hat Berechtigung, die Fassade eher einen optischen Wert“, stellte Richter der Diskussion voran.

1,87 Millionen Euro für die Pavillons

Heinz Inninger vom Fachbereich „Immobilienwirtschaft und Wirtschaftsförderung“ der Bruckmühler Verwaltung erläuterte vorab die Kalkulation. Die Gesamtkosten belaufen sich auf circa 1,87 Millionen Euro – darin enthalten sind Abriss- und Erdarbeiten sowie die Errichtung und Inbetriebnahme der Pavillons.

Dach soll vor Laub schützen

Etwa 320 000 Euro davon sind für Bedachung und hinterlüftete Fassade eingeplant. Als Argumente für ein Dach führte Inninger in erster Linie die Baumreihe im Süden der Pavillons an: „Durch das Laub könnte es auf Dauer zu Problemen mit der innenliegenden Dachentwässerung kommen.“

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Ein Dach würde aber nicht nur die Gefahr minimieren, dass die horizontale Entwässerung und die Fallrohre verstopfen und damit Wasser in die Dämmung gelangt. Es würde zudem den Wärmeschutz verbessern.

Photovoltaik-Anlage ergänzen

Kindergartenreferent Robert Plank (CSU/PW) plädierte für ein Dach als Laub- und Sonnenschutz. Josef Staudt (SPD/ÜWG) regte an, bei einer Standzeit von zehn bis 15 Jahren auch über eine Photovoltaik-Anlage nachzudenken. Das für die Pavillons geplante Pultdach aus Falzblechen sei dafür bestens geeignet.

Hinterlüftete Fassade wäre auch Wärmedämmung

Der Bürgermeister versprach, die Verwaltung werde prüfen, ob dafür die statischen Voraussetzungen gegeben seien. Engelbert Wolf (CSU/PW) fragte nach, ob eine Fassade für die Statik des Daches erforderlich sei. Das verneinte Inninger. Allerdings machte er darauf aufmerksam, dass eine hinterlüftete Fassade zugleich wie eine zusätzliche Wärmedämmung funktioniere. Wolf plädierte dafür, auf eine Fassadenverkleidung zu verzichten, um Beschädigungen der Container zu vermeiden.

Dach kostet etwa 264 000 Euro

Mit der Mehrheit der CSU/PW-Räte (13:8) wurde der Beschluss gefasst, dass die Pavillons lediglich mit einem Dach versehen werden. Die Kosten für das Pultdach und die seitlichen Verkleidungen zum Verschluss der Hohlräume werden auf etwa 264 000 Euro geschätzt. Die Ersparnis durch den Wegfall der hinterlüfteten Fassade beläuft sich auf circa 56 000 Euro.

Bauarbeiten im Sommer

Mehrheitlich – ebenfalls mit 13:8 – wurde die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, ob eine Photovoltaikanlage auf das Dach kommen kann. Die Bauarbeiten sollen in den Sommermonaten stattfinden – während der Schließzeit der Kindereinrichtung.

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